wünschen

Grammatik Verb
Aussprache 
Worttrennung wün-schen
Wortbildung  mit ›wünschen‹ als Erstglied: wünschbar · wünschenswert  ·  mit ›wünschen‹ als Letztglied: fortwünschen · herbeiwünschen · verwünschen · wegwünschen · zurückwünschen
 ·  formal verwandt mit: erwünscht
eWDG

Bedeutungen

1.
etw. verlangen, begehren
a)
eine Bitte, Forderung an jmdn. herantragen, vor jmdm. äußern
Beispiele:
etw. rasch, ausdrücklich wünschen
jmds. Rat wünschen
der Direktor wünscht, dass die Termine eingehalten werden
sie erledigen alles so, wie es gewünscht wird
sich [Dativ] etw. (von jmdm.) wünschenetw. (von jmdm.) zu bekommen suchen
Beispiel:
die Tochter wünscht sich [Dativ] von ihren Eltern ein neues Kleid
etw. lässt zu wünschen übrigetw. ist nicht so gut, wie es erwartet werden könnte
Beispiele:
sein Eifer ließ zu wünschen übrig
sie machten die gewünschten Angaben
die Verkäuferin fragte: »Was wünschen Sie bitte (= was möchten Sie gern kaufen)
haben wir die gewünschte (= verlangte) Größe vorrätig?
»Was wünschen Sie als Nachtisch?« fragte der Ober (= »Was bestellen Sie als Nachtisch?« fragte der Ober)
so daß unsere Versorgung mit Konserven … nichts zu wünschen übrig ließ [ G. Hauptm.4,438]
b)
etw. (heimlich) erhoffen, ersehnen
Beispiele:
etw. sehnlichst, brennend, heimlich, vergeblich wünschen
wir wünschen Ruhe, Frieden
er wünschte, wir könnten uns bald wiedersehen
wir können nur hoffen und wünschen, dass alles gut geht
es wäre sehr zu wünschen, dass besseres Wetter wird
sich [Dativ] etw., jmdn. wünschen
Beispiele:
wir wünschen uns einen schönen Urlaub
er wünscht ihn sich [Dativ] zum Freund, Schwiegersohn
er fand die gewünschte Erholung
2.
jmdm. etw. wünschenjmdm. aus gegebenem Anlass einen Wunsch sagen, ausdrücken
Beispiele:
jmdm. etw. aufrichtig, innig wünschen
jmdm. alles Gute wünschen
sie wünschten ihm viel Erfolg
wir wünschen dir von Herzen, dass es dir bald wieder besser geht
jmdm. einen guten Morgen, eine glückliche Reise wünschen
jmdm. guten Appetit wünschen
jmdm. Glück und Gesundheit zum Geburtstag wünschen
saloppjmdm. Hals‑ und Beinbruch (= viel Erfolg) wünschen
gehobenich wünsche wohl zu speisen! (= Wunsch vor der Mahlzeit)
wir wünschen, wohl geruht zu haben! (= Wunsch nach dem Schlafen)
saloppjmdm. die Pest an den Hals wünschen (= jmdm. alles Schlechte wünschen)
saloppwie viele … ihnen jede erdenkliche Heimsuchung an den Hals wünschen [ Suderm.6,186]
3.
sich, jmdn. wohin wünschen
a)
sich wohin wünschensich dorthin haben wollen, wo nichts mehr an die alte Umgebung erinnert
Beispiele:
er wünscht sich auf eine entlegene Insel
Ich wünsche mich weit weg von hier [ KischMarktplatz186]
b)
salopp jmdn. wohin wünschenjmdn. dorthin haben wollen, wo man ihn nicht mehr trifft
Beispiel:
jmdn. dorthin wünschen, wo der Pfeffer wächst (= weit weg von hier)
in Ausdrücken einer Verwünschung, eines Fluches oder der Ungeduld
Beispiele:
jmdn. zum Kuckuck wünschen
wenn er noch vor wenigen Stunden diesen Gast zum Teufel gewünscht hatte [ SteinbergUhren236]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Wunsch · wünschen
Wunsch m. ‘Begehren, Verlangen, Ersehntes’, ahd. wunsc (8. Jh.), mhd. mnd. wunsch, auch ‘Vermögen, etw. Außerordentliches zu schaffen’, mnl. wonsc, wunsc (neben ablautend mnl. wensc, nl. wens), mit n-Ausfall und Ersatzdehnung aengl. wūsc, anord. ōsk (germ. *wunska- m., *wunskō f.). Den schwundstufig gebildeten germ. Substantiven vergleichen sich aind. vanṓti ‘begehrt, erstrebt, hat gern’, vā́ñchati ‘begehrt, wünscht’, vāñchā- ‘Wunsch, Verlangen’, air. fine (aus *venjā) ‘Verwandtschaft, Stamm, Familie’, lat. venus ‘Liebe, Liebesgenuß, Anmut, Liebreiz, Geliebte’. Zugrunde liegt die unter gewinnen, Wahn und wohnen (s. d.) genannte Wurzel ie. *u̯en(ə)- ‘streben’, dann ‘wünschen, lieben, befriedigt sein’, auch ‘erarbeiten, Mühe haben’, perfektiv ‘erreichen, gewinnen’. Da im Germ. ein für inchoative Verben charakteristisches ie. sk̑-Suffix vorzuliegen scheint wie in aind. vā́ñchati, könnte germ. *wunski- bzw. *wunskō zu einem diesem entsprechenden, jedoch verlorenen Verb gebildet sein. wünschen Vb. ‘begehren, verlangen’, ahd. wunsken (8. Jh.), mhd. wünschen, wunschen, mnd. wunschen, mnl. wonscen, wunscen (neben ablautendem mnl. wenscen, nl. wensen), aengl. wȳscan, anord. ȳskja, vom Substantiv abgeleitetes jan-Verb.

Thesaurus

Synonymgruppe

Typische Verbindungen zu ›wünschen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wünschen‹.

Verwendungsbeispiele für ›wünschen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sehr oft wünschen die Kinder, alle Bilder noch einmal anschauen zu können. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 79]
Der militärische Bedarf ist noch immer sehr bedeutend und auch der private Bedarf läßt wenig zu wünschen übrig. [Mitteilungen des Vereins Deutscher Reklamefachleute, 1915, Nr. 12]
Sie wünschen sich sogar eine Alternative, finden sie aber nicht. [Schelsky, Helmut: Die skeptische Generation, Düsseldorf: Diederichs 1957, S. 612]
Und ich wünsche jetzt nichts mehr, als mich Hals über Kopf in meine Arbeit zu stürzen. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1719]
Und wir können ihnen nur wünschen, dass sie dort ebenso zartfühlend behandelt werden, wie bei uns. [o. A.: Reichsparteitag der NSDAP in der Nürnberger Kongresshalle, 14.09.1935]
Zitationshilfe
„wünschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/w%C3%BCnschen>.

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