Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

wüsten

Grammatik Verb · wüstet, wüstete, hat gewüstet
Aussprache 
Worttrennung wüs-ten
eWDG

Bedeutung

mit etw. wüstenmit etw. leichtfertig, verschwenderisch umgehen
Beispiele:
mit dem Geld, der Nahrung wüsten
er wüstet mit seiner Gesundheit (= gefährdet sie)
So wurde mit unsrer Zeit gewüstet [ TravenBaumwollpflücker153]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wüst · Wüste · wüsten · verwüsten · Wüstling · Wüstung · Wüstenei
wüst Adj. ‘öde, nicht bebaut oder bewohnt, verheert’. Das nur westgerm. bezeugte Adjektiv ahd. wuosti ‘öde, unbebaut, leer’ (um 800), mhd. wüeste, wuoste ‘öde, einsam, verlassen, leer, unschön, häßlich’, asächs. wōsti, mnd. wōste, mnl. woest(e), nl. woest, afries. wōst, aengl. wēste (westgerm. *wōsti-) ist verwandt mit lat. vāstus ‘öde, wüst, leer, plump, roh, ungeschlacht’, air. fās ‘leer’, fāsach ‘Wüste’ und kann vielleicht über ein to-Partizip ie. *u̯āsto- ‘öde’ an die unter Wahnwitz (s. d.) dargestellte Wurzel ie. *eu-, *euə-, *u̯ā- ‘mangeln, leer’ angeschlossen werden. Wüste f. ‘unbebauter, unbewohnter, vegetationsloser Landstrich, verheertes Gebiet’, besonders (seit frühem bibelsprachlichem Gebrauch) Bezeichnung der außereuropäischen Sand- und Steinwüsten (vom 18. Jh. an vorherrschend), ahd. wuostī (8. Jh.), mhd. wüeste, wuoste ‘öde Gegend, Wildnis’, aengl. wēste; vgl. daneben (mit dem Suffix germ. -injō, -unjō) ahd. wuostin (8. Jh.), mhd. wuostinne, wuosten, wüestene, asächs. wōstunnia, mnd. wōstine, mnl. woestine, nl. woestijn, aengl. wēsten. wüsten Vb. ‘verheeren, beschädigen, zunichte machen, vergeuden’, ahd. wuosten ‘plündern, brandschatzen, verheeren’ (9. Jh.), mhd. wüesten ‘öde machen, ausplündern, zerstören, Raubbau treiben’, asächs. wōstian, mnd. wōsten, faktitive Bildung zum Adjektiv. verwüsten Vb. ‘verheeren, vernichten’, mhd. verwüesten. Wüstling m. ‘zügelloser, ausschweifender Mensch’ (16. Jh.). Wüstung f. ‘unbebauter, unbewohnter Landstrich, verlassene Siedlung’, mhd. wüestunge, wustunge. Wüstenei f. ‘wüste Gegend, Einöde’, mhd. (md.) wüestenīe, mnd. wōstenie, mnl. woestenie, nl. woestenij, Weiterbildung von ahd. wuostin, mhd. wüestene f. ‘Wüste’.

Verwendungsbeispiele für ›wüsten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch hier haben sie gewüstet und überall ihre Paläste der Republik gebaut, gesichtslos, blicklos, trostlos. [Die Zeit, 23.02.2006, Nr. 09]
Manch einer hält einen Sandsturm in der Wüste besser aus als ein kritisches Feedback eines Kollegen. [Süddeutsche Zeitung, 12.10.2002]
Denn immer wüstet in einem oder mehreren Vertretungskörpern die Obstruktion. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 02.03.1912]
Aber sie hat auch das Temperament, um Rossinis Tarantella‑Wirbel ("La danza") zu klappern, zu wüsten, zu treiben. [Süddeutsche Zeitung, 28.01.1998]
Zitationshilfe
„wüsten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/w%C3%BCsten>.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
wüst
würzig
würzen
würgen
würgeln
wüstenhaft
wüten
wütend
wütig
x