wach

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›wach‹ als Erstglied: ↗Wachmacher · ↗Wachtraum · ↗Wachträumer · ↗Wachzustand · ↗wachhalten · ↗wachkitzeln · ↗wachküssen · ↗wachrufen · ↗wachrütteln · ↗wachschütteln
 ·  mit ›wach‹ als Letztglied: ↗halbwach · ↗hellwach · ↗überwach
 ·  mit ›wach‹ als Binnenglied: ↗Schlaf-wach-Rhythmus  ·  mit ›wach‹ als Grundform: ↗Wachheit
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
nicht schlafend, munter
Beispiele:
in wachem Zustand, wach sein
er wurde früh wach (= wachte früh auf)
lange wach bleiben
er lag die ganze Nacht wach
der Kaffee hielt mich wach
jmdn. wach machen (= wecken)
jmdn. wach rütteln (= aus dem Schlafe rütteln)
2.
aufgeweckt, aufmerksam und rege
Beispiele:
ein wacher Mensch, Geist
etw. mit wachen (= genau beobachtenden) Augen betrachten
sie verfolgten die Ereignisse mit wachem Interesse
[die Zuschauer] waren ... das wachste Publikum [KoeppenAmerikafahrt184]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wachen · erwachen · Wache · wachsam · Wachsamkeit · wach
wachen Vb. ‘munter sein, nicht schlafen, aufpassen, Wache halten’, ahd. wahhēn (8. Jh.), wahhōn (9. Jh.), mhd. wachen ‘munter sein oder werden, Wache halten’, asächs. wakon, mnd. mnl. wāken, nl. waken, aengl. wacian, engl. to wake, anord. vaka, auch ‘sich bewegen, zeigen’, schwed. vaka sowie aengl. wæcnan, got. gawaknan ‘erwachen’ stellt sich wie ↗Wacht und ↗wacker (s. d.) zu den unter ↗wecken (s. d.) behandelten Formen. Vgl. anord. vakinn ‘wach’, Part. Prät. zu einem starken Verb germ. *wak(n)an ‘erwachen’ (s. ↗wecken). Die Ausgangsbedeutung ‘munter sein’ wird präzisiert zu ‘nicht schlafen’ und ‘Wache halten, wachsam sein’. erwachen Vb. ‘aufwachen’, ahd. irwahhēn (9. Jh.), mhd. erwachen. Wache f. ‘das Wachehalten, die Zeit des Wachehaltens, die wachehaltende(n) Person(en)’, ahd. wahha ‘nächtliches Wachen, das Wachbleiben’ (10. Jh.), mhd. wache, auch ‘das Wachehalten, Wachsamkeit’, frühnhd. ‘Wachmannschaft, wachende Person, Wachzeit’ (16. Jh.), mnd. mnl. wāke, nl. waak, aengl. nihtwacu ‘Nachtwache’, engl. wake, anord. schwed. vaka (germ. *wakōn). S. dazu konkurrierendes ↗Wacht. wachsam Adj. ‘aufmerksam, achtsam’, in älterer Sprache auch ‘wach, munter’ (17. Jh.); zuvor (als Bildung zu ↗Wacht, s. d.) wachtsum (16. bis 18. Jh.). Wachsamkeit f. ‘Aufmerksamkeit, Achtsamkeit’, in älterer Sprache auch ‘das Wachsein, Munterkeit’ (17. Jh.), Wachtsamkeit (um 1600). wach Adj. ‘munter, nicht schlafend, lebhaft’ (16. Jh.), als Rückbildung von Wache (s. oben) an die Stelle von ↗wacker (s. d.) tretend.

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandes) Lebensgeister erwachen · ↗aufleben · ↗erwachen · munter werden · wach (werden)
Assoziationen
  • (sich) in Fahrt reden · (sich) in Schwung reden · auf Touren kommen · in Fahrt geraten · in Fahrt kommen · in Schwung kommen
Synonymgruppe
ansprechbar · bei Bewusstsein · ↗frisch · im Wachzustand · ↗munter · ↗rege · wach · wachend  ●  ↗vigil  geh., lat.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Nachtruhe · ↗Ruhe · ↗Schlaf · ↗Schlummer
  • die Augen auf haben · erwacht sein · nicht mehr schlafen  ●  wach sein  Hauptform
Synonymgruppe
auf den Beinen (sein) · ausgeschlafen haben  ●  wach (sein)  Hauptform · ↗auf sein  ugs.
Assoziationen
  • agierend · ↗aktiv · handelnd · ↗tätig  ●  am Ball  ugs., fig.
  • die Augen auf haben · erwacht sein · nicht mehr schlafen  ●  wach sein  Hauptform
  • aufhören zu schlafen · ↗erwachen  ●  ↗aufwachen  Hauptform · wach werden  ugs.
Antonyme
Synonymgruppe
aktiv · in Bewegung · ↗lebendig · ↗lebenskräftig · ↗lebhaft · ↗munter · ↗quicklebendig · ↗quirlig · ↗rege · sanguin · ↗springlebendig · ↗tätig · ↗umtriebig · ↗vital  ●  ↗kregel  regional · wach  fig. · nicht kaputt zu kriegen  ugs. · ↗putzmunter  ugs. · ↗quietschlebendig  ugs. · ↗rührig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auge Augen Bewußtsein Bürgersinn Erinnerung Geist Gespür Gewissen Instinkt Intelligenz Kindheitserinnerung Mißtrauen Neugier Sensorium Sinn Verstand Zeitgenosse allzeit ansprechbar halbwegs kitzeln küssen morgens munter nachts neugierig rufen rütteln stets wiederrufen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wach‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Kind ist nicht erwachsen geworden, dafür aber groß, es weiß nicht, daß es mir noch nicht entwachsen ist, aber wach ist es immerhin.
Die Welt, 08.12.2004
Sehnsüchte werden dabei wach, heute früh geht es Mode wieder einmal nur im ersten Gang voran.
Der Tagesspiegel, 19.07.2001
Er habe den ganzen Morgen umsonst versucht, ihn wach zu bekommen.
Dürrenmatt, Friedrich: Der Verdacht, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1965 [1953], S. 45
Du sollst nicht wach werden, wenn es Dir überhaupt vergönnt sein sollte, schlafen zu können.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 08.02.1942, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Da wurde ich wach und jetzt ist es 21.00 Uhr und ich bin schon wieder müde.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 20.03.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„wach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wach>, abgerufen am 09.12.2019.

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