wackelig

GrammatikAdjektiv · Komparativ: wackeliger · Superlativ: am wackeligsten
Nebenform wacklig · Adjektiv · Komparativ: wackliger · Superlativ: am wackligsten
Worttrennungwa-cke-lig · wack-lig
Wortzerlegungwackeln-ig
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich nicht fest auf dem Boden, auf der Unterlage stehend
Beispiele:
ein wackeliger Schrank, Stuhl
der Tisch steht wackelig
locker sitzend
Beispiel:
ein wackeliger Zahn
2.
umgangssprachlich kraftlos und zitterig, ohne festen Halt
Beispiele:
ein wackeliger Greis
er war nach der Krankheit noch etw. wackelig (= schwach) auf den Füßen
Ferdinand sei […] wackelig in den Gelenken [Ric. HuchDreißigjähr. Krieg1,95]
verbraucht und oft nicht mehr fahrtüchtig
Beispiel:
ein altes wackeliges Auto
3.
salopp, übertragen gefährdet, nicht gesichert
Beispiele:
er steht in der Schule ziemlich wackelig (= seine Versetzung ist gefährdet)
dann mußte seine Stellung verdammt wacklig sein [Feuchtw.Jüd. Krieg134]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wackeln · wacklig
wackeln Vb. ‘sich anhaltend hin und her bewegen, sich nicht ruhig verhalten’, spätmhd. wackeln ‘hin und her schwanken, wanken’ (14. Jh.) mit ck aus gg, vgl. mnd. mnl. nl. waggelen, engl. to waggle, schwed. (mundartlich) vagla, steht als Iterativum zu gleichbed. frühnhd. wacken (15. Jh.), auch waggen (vgl. schwed. vagga ‘wiegen, schaukeln’). Dies ist eine Intensivbildung mit expressiver Konsonantendoppelung zu ahd. wagōn (10. Jh.), mhd. wagen ‘bewegen, schütteln, wiegen’, intransitiv ‘bewegt, erschüttert werden, sich bewegen, schwanken’, frühnhd. wagen (bis ins 16. Jh.), aengl. wagian ‘bewegen, bewegt werden, schwanken’, anord. vaga ‘hin und her bewegen, schaukeln’; vgl. das verwandte, unter ↗Woge (s. d.) angeführte Substantiv ahd. waga (um 1000), mhd. wage ‘Bewegung’. Alle Formen gehören zu der unter ↗bewegen (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. wacklig Adj. ‘schwankend, wackelnd’ (17. Jh.), zuvor wacklet, wagklich (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
gelöst · ↗klapperig · ↗klapprig · ↗locker · ↗lose · wackelig · wacklig  ●  (etwas) hat Spiel  ugs.
Synonymgruppe
auf unsicheren Füßen stehend · ↗instabil · ↗kipp(e)lig · nicht fest · nicht standfest · ↗unsicher · ↗unstabil · wacklig  ●  wackelig  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Angelegenheit Bein Beweislage Defensive Floß Fundament Fuß Gefährt Geländer Gerüst Handkamera Hintermannschaft Holzbrücke Holzstuhl Holztisch Hängebrücke Immobilienkredit Knie Konstruktion Kreditgerüst Minderheitsregierung Plastikstuhl Steg Stuhl Thron höchst unscharf ziemlich äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wackelig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit dem Bypass ist er etwas wackelig auf den Beinen, aber nun gut.
Der Tagesspiegel, 09.08.2003
Alles zusammen bringt den ohnehin wackeligen Finanzplan bis 2006 ins Wanken.
Die Welt, 26.09.2002
Wir setzen uns an den wackeligen runden Tisch mitten im Zimmer.
Killian, Hans: Auf Leben und Tod, München: Wilhelm Heyne Verlag 1976, S. 62
Sie hatten indessen die Böschung umgangen und oben auf einer der Bänke Platz genommen, die es hier noch gab, wenn auch bemoost und schon wackelig.
Doderer, Heimito von: Die Strudlhofstiege oder Melzer und die Tiefe der Jahre, Gütersloh: Bertelsmann 1996 [1951], S. 896
Die Leiter, die sonst an den Regalen einen guten Halt hatte, stand wackelig gegen den Ladentisch gelehnt.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 356
Zitationshilfe
„wackelig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wackelig>, abgerufen am 14.12.2019.

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