wackeln

GrammatikVerb · wartet, wackelte, hat/ist gewackelt
Aussprache
Worttrennungwa-ckeln
Wortbildung mit ›wackeln‹ als Erstglied: ↗Wackelei · ↗Wackelgreis · ↗Wackelkontakt · ↗Wackler · ↗wackelig · ↗wacklig
 ·  mit ›wackeln‹ als Letztglied: ↗abwackeln · ↗anwackeln · ↗verwackeln
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich nicht fest auf dem Boden, auf der Unterlage stehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
der Stuhl, Tisch wackelt
locker sitzen
Beispiel:
das Gebiss, der Zahn wackelt
2.
umgangssprachlich sich schwankend bewegen
a)
sich ohne festen Halt hin- und herbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
der Donner krachte so heftig, dass die Fensterscheiben wackelten (= zitterten)
salopp, bildlich
Beispiele:
da wackelt die Wand (= da ist was los, da geht es hoch her)
dann werden wir uns aber besaufen, daß die Wände wackeln (= dann werden wir uns tüchtig betrinken) [NossackSpirale295]
b)
sich ohne festen Halt vorwärtsbewegen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
der/die Alte, Betrunkene wackelte über die Straße
Kurt Krumme wackelt wie eine Ente über das Parkett [StrittmatterOchsenkutscher324]
3.
umgangssprachlich an etw. wackelnan etw. rütteln
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
er hat an dem Zaun gewackelt
mit den Ohren, dem Kopf wackeln (= die Ohren, den Kopf hin- und herbewegen)
4.
salopp, übertragen gefährdet, nicht gesichert sein
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
seine Stellung wackelt
die Firma wackelte (= stand vor dem Bankrott)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wackeln · wacklig
wackeln Vb. ‘sich anhaltend hin und her bewegen, sich nicht ruhig verhalten’, spätmhd. wackeln ‘hin und her schwanken, wanken’ (14. Jh.) mit ck aus gg, vgl. mnd. mnl. nl. waggelen, engl. to waggle, schwed. (mundartlich) vagla, steht als Iterativum zu gleichbed. frühnhd. wacken (15. Jh.), auch waggen (vgl. schwed. vagga ‘wiegen, schaukeln’). Dies ist eine Intensivbildung mit expressiver Konsonantendoppelung zu ahd. wagōn (10. Jh.), mhd. wagen ‘bewegen, schütteln, wiegen’, intransitiv ‘bewegt, erschüttert werden, sich bewegen, schwanken’, frühnhd. wagen (bis ins 16. Jh.), aengl. wagian ‘bewegen, bewegt werden, schwanken’, anord. vaga ‘hin und her bewegen, schaukeln’; vgl. das verwandte, unter ↗Woge (s. d.) angeführte Substantiv ahd. waga (um 1000), mhd. wage ‘Bewegung’. Alle Formen gehören zu der unter ↗bewegen (s. d.) verzeichneten Wurzel ie. *u̯eg̑h- ‘bewegen, ziehen, fahren’. wacklig Adj. ‘schwankend, wackelnd’ (17. Jh.), zuvor wacklet, wagklich (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
wackeln (mit) · ↗wedeln
Assoziationen
Sport
Synonymgruppe
wackeln  ●  geigeln  ugs., österr. · ↗torkeln  ugs.
Oberbegriffe
Synonymgruppe
beben · ↗schwabbeln · ↗wabbeln · wackeln · ↗zittern
Synonymgruppe
(sich) gelockert (haben) · (zu viel) Spiel haben · instabil sein · kippelig sein · ↗kippeln · locker sein · lose sein · wackeln · wackeln wie ein Lämmerschwanz · wacklig sein · zu locker sitzen
Assoziationen
  • auf wackeligen Füßen stehen · keinen festen Stand haben · kippelig sein · nicht fest stehen · wackelig auf den Füßen stehen · wackelig sein · wackelig stehen · wackeln
Synonymgruppe
auf wackeligen Füßen stehen · keinen festen Stand haben · kippelig sein · nicht fest stehen · wackelig auf den Füßen stehen · wackelig sein · wackelig stehen · wackeln
Assoziationen
  • auf unsicheren Füßen stehend · ↗instabil · ↗kipp(e)lig · nicht fest · nicht standfest · ↗unsicher · ↗unstabil · ↗wacklig  ●  ↗wackelig  ugs.
  • (sich) gelockert (haben) · (zu viel) Spiel haben · instabil sein · kippelig sein · ↗kippeln · locker sein · lose sein · wackeln · wackeln wie ein Lämmerschwanz · wacklig sein · zu locker sitzen
Synonymgruppe
schwanken · ↗taumeln · ↗torkeln · ↗trudeln · ↗wanken  ●  wackeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehr Arsch Bude Busen Handkamera Heide Hintern Hüfte Kopf Ohr Po Popo Pudding Schwanz Stammplatz Stuhl Thron Trainerstuhl Wand Zeigefinger bedenklich bedrohlich gewaltig her herum herumwackeln herwackeln hin wackeln wanken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wackeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Lena hörte auf, im Rhythmus mit dem Kopf zu wackeln.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 199
Mehrmals scheint der "Tisch" zu wackeln - aber er kippt nicht.
Bild, 01.06.1999
Hier wackelt zwar die Kamera, dort ist der Ton nicht immer abgestimmt, aber immer wird die Geschichte atmosphärisch dicht erzählt.
Der Tagesspiegel, 12.02.1998
Man wackelt nämlich fast so viel, wie man zu selbstsicher ist.
Spoerl, Alexander: Mit der Kamera auf du, München: Piper 1957, S. 120
Sein Kopf hat gewackelt und dann ist er wieder hingefallen und auf allen Vieren weitergekrochen.
Langhoff, Wolfgang: Die Moorsoldaten, Stuttgart: Verl. Neuer Weg 1978 [1935], S. 95
Zitationshilfe
„wackeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wackeln>, abgerufen am 08.12.2019.

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