wacker

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungwa-cker
eWDG, 1977

Bedeutung

veraltend, scherzhaft
1.
tüchtig, rechtschaffen
Beispiel:
er war ein wackerer Bursche
stark, übermäßig
Beispiele:
ein wackerer Esser, Zecher
[sie] zechten wacker [A. ZweigElfenbeinfächer48]
2.
tapfer
Beispiele:
ein wackerer Krieger
sich wacker schlagen, halten
Sie hatten wacker gekämpft in dem Scharmützel [TravenGeneral190]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wacker Adj. ‘tüchtig, rechtschaffen’, ahd. wackar ‘wach, wachend, wachsam, aufmerksam, munter’ (9. Jh.; vgl. wackarī f. ‘Wachsamkeit’, 8. Jh.), mhd. wacker ‘wach(sam), munter, frisch, tüchtig, tapfer’, mnd. wacker ‘wachsam, frisch, hurtig’, mnl. wacker, nl. wakker ‘wach, lebhaft, rüstig’, aengl. wacor ‘wach(sam)’, anord. vakr ‘wach, frisch, gesund, tüchtig’, schwed. vacker ‘schön, hübsch’ ist (wie bitter, lauter, munter) mit dem Suffix germ. -ra- (*wakra-) zu der unter ↗wecken (s. d.) angeführten Wurzel ie. *u̯eg̑- ‘frisch, stark sein’ gebildet. Es wird in seiner alten Bedeutung ‘munter’ abgelöst von wach, in der Bedeutung ‘aufmerksam’ von wachsam (s. ↗wachen). Aus dem Bezug von ‘frisch, munter, rüstig’ auf die körperliche und geistige Verfassung entwickelt sich ‘tüchtig, trefflich, rechtschaffen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
couragiert · keine Angst kennen · ↗kühn · ↗tapfer · wacker · ↗wagemutig  ●  ↗mutig  Hauptform · (echt) Eier in der Hose haben  ugs., salopp, fig. · weder Tod noch Teufel fürchten  geh., veraltet
Assoziationen
Synonymgruppe
bloß (ärgerlich oder warnend)  ugs., regional · ↗gefälligst (ärgerlich)  ugs. · ↗ja (lange Aussprache)  ugs. · ↗schön (ermahnend)  ugs. · wacker  ugs., ruhrdt.
Assoziationen
  • bitte (Aufforderung) · ↗freundlicherweise · könnten Sie (...) (vielleicht) · könntest du (...) (vielleicht) · wenn's Ihnen nichts ausmacht · wie wär's, wenn (...)  ●  ich wäre Ihnen (sehr) verbunden (wenn)  floskelhaft · ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie (...)  floskelhaft · sei so gut und (...)  floskelhaft · sei so nett und (...)  floskelhaft · tu mir die Liebe (und)  floskelhaft · wenn Sie (mir) bitte (...) würden  floskelhaft · wenn Sie (mir) freundlicherweise (...)  floskelhaft · Du bist ein Schatz!  ugs., floskelhaft · sei ein Schatz und (...)  ugs., floskelhaft · sei ein braves Mädchen und (...)  ugs., floskelhaft · sei ein guter Junge und (...)  ugs., floskelhaft · sind Sie (bitte) so nett (und)  ugs., floskelhaft

Typische Verbindungen
computergeneriert

Amateur Aufklärer Bursch Eidgenosse Gallier Gegenwehr Haudegen Kämpe Kämpfer Landmann Mitstreiter Mustang Recke Ritter Schwabe Streiter Tiroler Trinker Vorkämpfer Wahlkämpfer Wikinger ankämpfen ansingen dagegenhalten durchhalten fechten kämpfend mithalten mühen schlagen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wacker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der hatte sich wacker geschlagen, obgleich stimmlich offenbar nicht ganz auf gewohnter Höhe.
Der Tagesspiegel, 08.12.2000
Der fährt zur Zeit so gut wie keine Rennen, hält aber wacker seine Position.
Die Welt, 28.04.2000
Die wackere Frau erdrückte ihn fast mit ihrer mütterlichen Fürsorge.
Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 104
Das ist wacker und brav - aber es ist nicht wahr.
Tucholsky, Kurt: An Arnold Zweig, 15.12.1935. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1935], S. 16644
Um dieses wackeren Mannes willen dachte ich nun wesentlich besser von der Polizei als bisher.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26269
Zitationshilfe
„wacker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wacker>, abgerufen am 07.12.2019.

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