wann

Aussprache
Wortbildung mit ›wann‹ als Letztglied: ↗irgendwann
eWDG, 1977

Bedeutungen

I.
Grammatik: adverbiell
1.
fragt nach dem Zeitpunkt, zu dem jmd. etw. tut, zu dem etw. geschieht   zu welcher Zeit, um welche Zeit?
a)
Grammatik: leitet einen direkten Fragesatz ein
Beispiele:
wann wirst du bei uns eintreffen?
wann wird deine Arbeit beendet sein?
wann passt es dir am besten?
wann ist das geschehen?
wann ist dieses Buch erschienen?
wann bist du geboren?
wann wurde Amerika entdeckt?
seit wann gehst du zur Schule?
(von wann) bis wann dauert die Vorstellung?
von wann an können wir mit dir rechnen?
b)
Grammatik: leitet einen indirekten Fragesatz ein
Beispiele:
können Sie mir sagen, wann die Vorstellung zu Ende ist?
ich weiß nicht, wann der Zug eintrifft
sage mir, wann es dir passt
2.
fragt nach der Bedingung, Voraussetzung für jmdn., etw.   unter welcher Bedingung?
Beispiele:
wann kann eine Prüfung als bestanden gelten?
wann ist das parkende Auto vorschriftsmäßig beleuchtet?
3.
dann und wannhin und wieder, ab und zu
Beispiele:
dann und wann hatte sie zu uns herübergesehen
er hat uns dann und wann besucht
II.
veraltet wenn
Grammatik: konjunktional, leitet einen temporalen Gliedsatz ein
Beispiele:
Sie würden gehen, wann ich gehe, nicht früher [TravenBaumwollpflücker13]
Bin ich müde vom Studieren, / Wann der Mond tritt sanft herfür, / Pfleg' ich dann zu musizieren [Eichendorff1,17]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wann · wenn
wann Adv. wenn Konj. sind (wie ↗dann, ↗denn, s. d.) ursprünglich umlautlose und umgelautete Form desselben Wortes und daher in älterer Sprache bedeutungs- und funktionsgleich, ahd. (h)wanne (8. Jh.), (h)wenne (9. Jh.) Adv. ‘wann, irgendwann einmal’, in der Fügung ahd. sō (h)wanne (sō) Konj. (um 800), zunächst temporal ‘sobald, sooft’, dann konditional ‘falls, unter der Bedingung, daß, wenn’, mhd. wanne, wenne Adv. ‘wann’, Konj. (entsprechend mhd. swanne, swenne) ‘wann irgend, wann auch, sobald, wenn’, asächs. hwanna, mnd. wanne, wenne, ostmnl. wanne, aengl. hwanne, hwonne neben hwenne, hwænne, engl. when (nur temporal). Als Bildungen ohne erweiterndes -ne begegnen asächs. hwan, mnl. wan ‘wann, wenn’ und got. ƕan ‘wann, wie, bis zu welchem Grade’. Alle Formen sind mit n-Formans zu dem unter ↗wer (s. d.) angeführten Pronominalstamm germ. *hwa-, ie. *ku̯o-, *ku̯e- gebildet. Die heute geltende Unterscheidung in wann Adv. ‘zu welcher Zeit, unter welcher Bedingung’ und wenn Konj. (konditional) ‘unter der Bedingung, daß’, (temporal) ‘sobald, sooft’, (konzessiv) wenn … auch (gleich, schon) oder Wunschsätze einleitend ‘ich wünschte, daß’ entwickelt sich im 18. Jh. (vgl. Gottsched, wann ‘quando’, wenn ‘si’), setzt sich endgültig aber erst im 19. Jh. durch.

Thesaurus

Synonymgruppe
wann · zu welchem Zeitpunkt · zu welcher Zeit
Synonymgruppe
bei was · in welchem Fall · wann

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über das WANN und WO sollte nicht mehr gestritten werden, dafür um so heftiger über das WIE.
Die Welt, 01.09.2003
Der Karneval der Kulturen geht heute Mittag erst richtig los WANN?
Der Tagesspiegel, 30.05.2004
WIE, WO und WANN dürfen wir in Berlin eigentlich WAS einkaufen?
Bild, 02.06.1999
WIE, WO und WANN dürfen wir in Berlin eigentlich WAS am Sonntag einkaufen?
Bild, 30.07.1999
WANN wird in Hellabrunn wieder ein Falkenterzel auf dem Lederhandschuh sitzen?
Süddeutsche Zeitung, 23.05.1998
Zitationshilfe
„wann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wann>, abgerufen am 19.11.2019.

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