warten

GrammatikVerb · wartete, hat gewartet
Aussprache
Worttrennungwar-ten
Wortbildung mit ›warten‹ als Erstglied: ↗Wartehalle · ↗Wartehäuschen · ↗Warteliste · ↗Warteraum · ↗Warterei · ↗Wartesaal · ↗Warteschlange · ↗Wartestellung · ↗Wartezeit · ↗Wartezimmer · ↗wartepflichtig
 ·  mit ›warten‹ als Letztglied: ↗abwarten1 · ↗auswarten · ↗durchwarten
eWDG, 1977

Bedeutung

an einem Ort, in einem Zustand, in einer Situation kürzere oder längere Zeit bleiben in der Annahme, im Hinblick darauf, dass etw. eintreten wird, was diese Situation ändert, beendet
Beispiele:
lange, geduldig, angstvoll, gelassen, vergeblich warten
die Qual des Wartens
ich habe drei Stunden, über ein Jahr, bis elf Uhr, bis gegen Abend gewartet
er musste lange warten, bis er an der Reihe war
die Zahl der Wartenden
ich werde warten, bis du zurückkommst
wie lange willst du noch warten?
jmdn. warten lassen
warten Sie bitte einen Augenblick!
warte doch, ich komme sofort
an der Ecke, im Lokal, im Vorzimmer warten
jahrelang wartete er in der Abgeschiedenheit
umgangssprachlich da kannst du lange warten (= da wartest du auf etw., das nie eintreten wird)
salopp, umgangssprachlich da kannst du warten, bis du schwarz wirst (= da wartest du auf etw., das nie eintreten wird)
abgeblasst
Beispiele:
umgangssprachlich warte (mal) (= einen Moment), das werden wir gleich haben
umgangssprachlich, scherzhaft na warte, wartʼ (nur), dir werd(e) ich helfen! (= Drohung)
auf jmdn., etw. warten
Beispiele:
sie hatte vier Jahre auf den Verlobten, auf seine Rückkehr gewartet (= hoffend bis zu seiner Rückkehr ausgeharrt)
ich werde auf dich warten
auf Post, ein Zeichen (von jmdm.) warten
auf eine günstige Gelegenheit warten
er lag und wartete auf den Schlaf
die Verkäufer warteten auf Kundschaft
auf den Zug, Bus, auf Anschluss, auf die Abfertigung warten
er blieb in der Tür stehen, wartete auf Antwort
ich warte auf eine Erklärung von dir!
der Schauspieler wartete in der Garderobe auf seinen Auftritt
sie begannen mit der Arbeit, ohne auf Anweisungen zu warten
auf kleinere Reparaturen kann gewartet werden (= kleinere Reparaturen werden umgehend erledigt, sodass der Kunde solange dableiben kann)
ich warte um zehn an der Ecke auf dich (= ich erwarte dich um zehn an der Ecke)
wenn du dich beeilst, warte ich auf dich (= bleibe ich, bis du fertig bist)
umgangssprachlich, spöttisch auf dich, darauf habe ich gerade noch gewartet! (= du kommst, das kommt mir ungelegen!)
mit Gen.
veraltet
Beispiel:
niemand schien seiner (= auf ihn) zu warten
mit etw. (auf jmdn., etw.) wartenetw. noch nicht tun, bis jmd. eintrifft, etw. eintritt
Beispiele:
wir werden mit dem Essen auf dich warten
er soll damit warten, bis wir kommen
mit der Renovierung warten wir noch (ein Jahr)
jmd., etw. lässt auf sich wartenjmd. trifft, etw. tritt über Erwarten lange nicht ein
Beispiele:
der Briefträger lässt heute (lange) auf sich warten
der Regen, Frühling lässt auf sich warten
die Folgen ließen nicht lange auf sich warten
übertragen
Beispiel:
umgangssprachlich, scherzhaft ach, die Arbeit kann warten (= kann später gemacht werden)
etw. wartet (auf jmdn., etw.)
Beispiele:
zu Hause wartet eine Überraschung auf dich (= zu Hause gibt es eine Überraschung für dich)
ich muss gehen, auf mich wartet noch viel Arbeit (= ich muss gehen, ich habe noch viel Arbeit)
mit Gen.
veraltet
Beispiel:
was wird ihrer dort wohl warten? (= was wird dort wohl sein?)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

warten · Wärter · Wartung · aufwarten
warten Vb. ‘verweilen, bleiben, bis etw. Bestimmtes eintritt, harren, pflegen’, ahd. wartēn (8. Jh.), mhd. warten ‘spähen, (aus)schauen (nach), wahrnehmen, Anwartschaft haben, sich vorsehen, sorgen, pflegen’, asächs. wardon ‘sich hüten, sorgen für, schützen’, mnd. warden ‘erwarten, Anwartschaft haben, besorgen, sich hüten’, mnl. waerden, aengl. weardian ‘hüten, bewahren, zurückbleiben’, engl. to ward (älter) ‘bewahren, schützen, verteidigen’, anord. varða ‘abgrenzen, schützen, warten, verantworten’, schwed. vårda ‘pflegen, schonen’ ist wie das unter ↗Warte (s. d.) behandelte Substantiv zu der unter ↗wahren (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Die Ausgangsbedeutung ‘seinen Blick auf etw. richten’ geht über in ‘achthaben, sorgen, pflegen’, auch ‘seinen Blick auf das Begehrte richten, das man zu erhalten hofft’, und führt zu der heute allgemein üblichen Bedeutung ‘harren’, zuerst bei Notker (um 1000). Im zuletzt genannten Sinne verdrängt warten das alte starke Verb ahd. bītan (8. Jh.), mhd. bīten, nhd. (bis ins 17. Jh.) beiten ‘warten’, asächs. bīdan, mnd. mnl. bīden, aengl. bīdan, engl. to bide, anord. bīða, got. beidan. Wärter m. ‘Aufseher, Wächter, Pfleger’, ahd. wartāri (9. Jh.; vgl. turiwartāri ‘Türwärter, Pförtner’, um 800), mhd. warter, werter. Wartung f. ‘Pflege’, in alter Sprache auch ‘das Ausschauen, Achthaben auf etw., Wache’ (15. Jh.). aufwarten Vb. ‘bedienen’, mhd. ūfwarten ‘achten auf, dienen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) gedulden · (sich) in Geduld fassen · (sich) in Geduld üben · ↗abpassen · ↗abwarten · ↗ausdauern · ↗ausharren · ↗beharren · ↗harren · ↗zuwarten  ●  warten  Hauptform · nicht ungeduldig werden  ugs. · ↗teufen  ugs., plattdeutsch, regional
Assoziationen
Synonymgruppe
(in einer Schlange) warten · ↗(sich) anstellen · ↗(sich) einreihen · (sich) in die Schlange stellen · ↗anstehen  ●  Schlange stehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · ↗pflegen · ↗unterhalten · warten  ●  in Schuss halten  ugs.
Synonymgruppe
(darauf) warten, dass (etwas geschieht) · (darauf) warten, dass jemand/etwas kommt · warten (auf)
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf jemanden) warten · ↗(jemanden) erwarten · ↗(mit jemandem) rechnen
Assoziationen
  • jedem Moment kommen (müssen/können) · jeden Moment hier sein (müssen/werden)
  • (darauf) warten, dass (etwas geschieht) · (darauf) warten, dass jemand/etwas kommt · warten (auf)
Zitationshilfe
„warten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/warten#1>, abgerufen am 27.05.2019.

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warten

GrammatikVerb · wartete, hat gewartet
Aussprache
Worttrennungwar-ten (computergeneriert)
formal verwandt mitWart
Wortbildung mit ›warten‹ als Erstglied: ↗Wartefrau · ↗Wartfrau · ↗Wärter
 ·  mit ›warten‹ als Letztglied: ↗abwarten2 · ↗aufwarten
eWDG, 1977

Bedeutung

etw., besonders technische Anlagen, Geräte, zu ihrer Erhaltung (ständig) pflegen, betreuen
Beispiele:
Maschinen, Geräte warten
der Wagen muss gut gewartet werden
das Pflegen und Warten der Anlagen
eine größere Anzahl von Tieren pflegen, versorgen
Beispiel:
Bauten, in denen eine Arbeitskraft 3000 bis 5000 Schweine warten kann [Tageszeitung1960]
gehoben, veraltend jmdn. warten
Beispiele:
er hätte sie für sein Haus benutzt, zum Warten der Kinder [SeghersTransit5,231]
Meine Töchter sollen dich warten schön [GoetheErlkönig]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

warten · Wärter · Wartung · aufwarten
warten Vb. ‘verweilen, bleiben, bis etw. Bestimmtes eintritt, harren, pflegen’, ahd. wartēn (8. Jh.), mhd. warten ‘spähen, (aus)schauen (nach), wahrnehmen, Anwartschaft haben, sich vorsehen, sorgen, pflegen’, asächs. wardon ‘sich hüten, sorgen für, schützen’, mnd. warden ‘erwarten, Anwartschaft haben, besorgen, sich hüten’, mnl. waerden, aengl. weardian ‘hüten, bewahren, zurückbleiben’, engl. to ward (älter) ‘bewahren, schützen, verteidigen’, anord. varða ‘abgrenzen, schützen, warten, verantworten’, schwed. vårda ‘pflegen, schonen’ ist wie das unter ↗Warte (s. d.) behandelte Substantiv zu der unter ↗wahren (s. d.) genannten Wurzel gebildet. Die Ausgangsbedeutung ‘seinen Blick auf etw. richten’ geht über in ‘achthaben, sorgen, pflegen’, auch ‘seinen Blick auf das Begehrte richten, das man zu erhalten hofft’, und führt zu der heute allgemein üblichen Bedeutung ‘harren’, zuerst bei Notker (um 1000). Im zuletzt genannten Sinne verdrängt warten das alte starke Verb ahd. bītan (8. Jh.), mhd. bīten, nhd. (bis ins 17. Jh.) beiten ‘warten’, asächs. bīdan, mnd. mnl. bīden, aengl. bīdan, engl. to bide, anord. bīða, got. beidan. Wärter m. ‘Aufseher, Wächter, Pfleger’, ahd. wartāri (9. Jh.; vgl. turiwartāri ‘Türwärter, Pförtner’, um 800), mhd. warter, werter. Wartung f. ‘Pflege’, in alter Sprache auch ‘das Ausschauen, Achthaben auf etw., Wache’ (15. Jh.). aufwarten Vb. ‘bedienen’, mhd. ūfwarten ‘achten auf, dienen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) gedulden · (sich) in Geduld fassen · (sich) in Geduld üben · ↗abpassen · ↗abwarten · ↗ausdauern · ↗ausharren · ↗beharren · ↗harren · ↗zuwarten  ●  warten  Hauptform · nicht ungeduldig werden  ugs. · ↗teufen  ugs., plattdeutsch, regional
Assoziationen
Synonymgruppe
(in einer Schlange) warten · ↗(sich) anstellen · ↗(sich) einreihen · (sich) in die Schlange stellen · ↗anstehen  ●  Schlange stehen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich einer Sache) widmen · ↗pflegen · ↗unterhalten · warten  ●  in Schuss halten  ugs.
Synonymgruppe
(darauf) warten, dass (etwas geschieht) · (darauf) warten, dass jemand/etwas kommt · warten (auf)
Assoziationen
Synonymgruppe
(auf jemanden) warten · ↗(jemanden) erwarten · ↗(mit jemandem) rechnen
Assoziationen
  • jedem Moment kommen (müssen/können) · jeden Moment hier sein (müssen/werden)
  • (darauf) warten, dass (etwas geschieht) · (darauf) warten, dass jemand/etwas kommt · warten (auf)
Zitationshilfe
„warten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/warten#2>, abgerufen am 27.05.2019.

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