was
GrammatikPronomen (entspricht als Neutr. dem personalen Mask. und Fem. »wer«)
Wortbildung mit ›was‹ als Letztglied: ↗irgendwas
eWDG, 1977

Bedeutungen

I.
1.
in Fragesätzen
a)
leitet einen direkten Fragesatz ein
Beispiele:
was ist das?
was bedeutet das, dieser Vorgang, dieses Wort, dein Verhalten?
was geht da vor sich?
was gibt es Neues?
was hast du gesagt, gemeint?
salopp was? (= wie bitte, was sagtest du?)
salopp was ist (los)?
was machst du am Sonntag?
was ist denn geschehen?
was hast du dort gesehen?
was suchst du denn?
[zu einem Kunden:] was bekommen Sie, darf es, soll es sein?
was ist aus ihm geworden?
was ist er von Beruf?
was soll ich tun?
was hältst du davon?
was meinst du dazu?
was soll man dazu sagen?
was weißt du von der Sache?
umgangssprachlich was fehlt dir? (= woran bist du erkrankt, welche Beschwerden hast du?)
umgangssprachlich was hast du? (= fehlt dir?)
umgangssprachlich was kann ich (denn) dafür?
scherzhaft was kostet die Welt? (= mich kann nichts zurückhalten)
in rhetorischen, formelhaften Fragen
umgangssprachlich drückt Gleichgültigkeit, Resignation aus
Beispiele:
was soll's, was soll (mir) das? (= das bringt nichts ein, hat keinen Sinn, Zweck)
was hilft's? (= da kann man nichts machen)
was tut's? (= schadet das?)
was ist schon dabei, wenn er mal zu spät kommt?
was weiß ich? (= es ist mir unbekannt, ich habe keine Ahnung)
er hat Bücher, Schallplatten und was weiß ich noch alles gekauft (= er hat alles mögliche gekauft)
zum Ausdruck ungläubiger Verwunderung
Beispiel:
»er ist mit der Arbeit schon fertig.« »Ach was, was du nicht sagst!«
in Verbindung mit Präpositionen für die Pronominaladverbien »woran«, »wodurch«, »wofür«, »womit«, »worum«, »wozu«
Beispiele:
an was denkst du? (= woran denkst du?)
für was hast du das vorgesehen? (= wofür hast du das vorgesehen?)
um was handelt es sich? (= worum handelt es sich?)
auf was hast du dich denn da eingelassen? (= worauf hast du dich denn da eingelassen?)
b)
leitet einen indirekten Fragesatz ein
Beispiele:
er fragte mich, was dies sei, dort geschehen sei
weißt du, was passiert ist?
c)
was für (ein)fragt nach der Qualität, der Eigenschaft von Personen oder Sachen   von welcher Art, Beschaffenheit
Beispiele:
was für ein Buch möchtest du?
was für ein Mensch, Tier ist das?
was sind das für Blumen?
was für Beschwerden habt ihr?
d)
umgangssprachlich Sonderbedeutungen
Beispiele:
was (= warum) rennst du denn so schnell?
was machen deine Eltern? (= wie geht es deinen Eltern?)
was macht deine Arbeit? (= wie kommst du mit deiner Arbeit voran?)
da staunst du aber, was? (= nicht wahr?)
2.
in Ausrufen; oft mit fragendem Charakter
a)
drückt Erstaunen aus
Beispiele:
was, das weißt du nicht?
was doch alles passieren kann!
was für (ein)
Beispiele:
was für ein schönes Geschenk!
was für ein Unsinn!
was hat sie für schönes Haar!
was für ein Glück, dass du gekommen bist!
b)
umgangssprachlich drückt Erstaunen, Ablehnung aus
Beispiele:
was du nicht sagst!
ach was!
was weißt denn du davon
was Wunder, dass das so gekommen ist (= ist es denn ein Wunder, dass das so gekommen ist)
c)
als verallgemeinerndes Pron.
Beispiele:
was glaubst du, wie schön das ist
was geht das mich an?
3.
was für (ein)verallgemeinert; gibt einem Gliedsatz konzessiven Sinn
Beispiele:
was für einen Grund er auch vorbringen mag, sie werden ihm nicht glauben
was er auch verbrochen hatte, seine Mutter verzieh ihm
II.
weist auf etw. Allgemeines hin, von dem etw. Näheres ausgesagt wird
1.
das Bezugswort kann auch wegfallen
Beispiele:
er hatte ihr nur (das) erzählt, gesagt, was ihr gefallen musste
das ist das Beste, was ihr tun könnt
alles, viel(es), einiges, manches von dem, was ich hier gesehen habe, werde ich mir gut merken
alles, was du tust, musst du dir vorher gut überlegen
was ich dir erzählt habe, bleibt aber unter uns
er weiß, was sich schickt, was dort vor sich geht
erzähle uns doch, was du alles erlebt hast
du kannst sagen, was du willst
tu, was du willst
tu, was du nicht lassen kannst
was er tun wird, ist noch ungewiss
was mich angeht, betrifft, so kannst du beruhigt sein, ich werde nichts verraten
salopp er schuftet, was das Zeug hält (= seine Kräfte hergeben)
salopp ich werde ihm zeigen, was eine Harke ist
er wollte etw. sagen, wusste aber nicht mehr was
sprichwörtlich was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen
sprichwörtlich was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten
in Verbindung mit Präpositionen für die Pronominaladverbien »woran«, »worauf«, »wodurch«, »wofür«, »womit«, »wovon«, »wozu«
umgangssprachlich
Beispiele:
das ist es, auf was du achten musst (= das ist es, worauf du achten musst)
sie zerbrach sich [Dativ] den Kopf darüber, von was er lebte (= sie zerbrach sich den Kopf darüber, wovon er lebte)
leitet einen weiterführenden Satz ein
Beispiele:
das Fußballspiel musste abgebrochen werden, was wir sehr bedauerten
da stehen Männer herum, Bauarbeiter, was man unter anderem an ihrer Kleidung erkennen kann
2.
Sonderbedeutungen
Beispiele:
es koste, was es wolle (= es koste, soviel es wolle)
er lief, was er konnte (= er lief, so schnell er konnte)
selten, umgangssprachlich mit Bezug auf eine Person
Beispiele:
was ein ganzer Kerl ist, den schreckt so etwas nicht (= wer ein ganzer Kerl ist, den schreckt so etwas nicht)
der Vater hatte einen Mantel an, und was der Junge war, der trug nur ein Hemd (= der Vater hatte einen Mantel an, und derjenige, welcher der Junge war, der trug nur ein Hemd)
süddeutsch die Person, was (= welche) eine Münchner Schauspielerin war [BrochDie Schuldlosen146]
III.
steht nie am Satzanfang
umgangssprachlich etwas
1.
bezeichnet ganz allgemein ein nicht näher Bestimmtes
a)
in subst. Verwendung
Beispiele:
hast du schon was von ihm gehört, erfahren?
hast du was für mich?
er hat was auf dem Herzen
ohne was zu sagen, ging sie weg
ich will dir mal was sagen
jetzt wollen wir mal von was anderem sprechen
ich denke nicht daran, was (= einen Teil) von deinem Geld zu nehmen
sie scheint was zu haben (= krank zu sein, Ärger, schlechte Laune zu haben)
ich glaube, jetzt ist was (= eine gute Sendung) im Fernsehen
na, das ist doch wenigstens was (= etw. Ordentliches)
sie machte ein Gesicht, als ob ich ihr was getan hätte (= sie beleidigt hätte)
sich [Dativ] was antun (= Selbstmord begehen)
das lasse ich mich was (= eine Menge) kosten
da war wieder mal was fällig (= da musste wieder mal etw. getan werden)
er tat, als ob das Wunder was (= etw. Besonderes) wäre
(so) waseine Art von
Beispiele:
er ist so was wie ein Künstler
ich nehme an, das in dem Zimmer ein Sofa steht oder so was (= etw. von dieser Art, etw. Ähnliches)
[er] hatte was wie Stolz und Leidenschaft im Gesicht [NollHolt2,9]
b)
attributiv vor substantivischem Adjektiv; vor Pronomen
Beispiele:
was Gutes, Schönes, Erfreuliches, Unangenehmes
beim Spiel gewonnen zu haben, na, das ist schon was Besonderes
das ist doch ganz was anderes
ich habe schon was anderes vor
2.
bezeichnet ein zwar nicht näher Bestimmbares, jedoch relativ Bedeutsames
Beispiele:
sie wird es noch zu was bringen
das will schon was heißen
wenn du das nicht lässt, kannst du was erleben
das macht was (= viel) aus, her
aus ihm ist was geworden (= er hat eine relativ gute Stellung erreicht, hat es zu etw. gebracht)
aus ihm wird mal was (= aus ihm wird einmal ein tüchtiger Mensch)
du solltest dich was schämen
der hat ganz schön was von mir zu hören bekommen (= dem habe ich meine Meinung gesagt)
3.
so wassolches   bezeichnet, sich auf das Vorangegangene beziehend, einen ganz bestimmten Vorgang oder Zustand
Beispiel:
so was kann schon mal vorkommen
oft im Ausrufesatz
drückt Entrüstung oder Enttäuschung aus
Beispiele:
so was! (= das ist ja allerhand!)
wie kannst du so was behaupten!
so was von Dummheit!
abwertend und so was nennt sich Ingenieur! (= und so einer nennt sich Ingenieur!)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wer · was
wer was Interr.pron. der Person und Sache. Die für das Maskulinum und Femininum geltende Form ahd. (h)wer (8. Jh.), mhd. wer zeigt als nur dt. Neubildung den aus dem Genitiv (h)wes (und wohl in Anlehnung an ↗er, s. d.) stammenden Vokal e; bewahrt ist auslautendes -r (aus germ. -z). Daneben stehen asächs. hwē (diphthongiert hwie), mnd. , , wi(e), mnl. nl. wie, aengl. hwā̌, engl. who, got. ƕas ‘wer’ mit (außergerm.) aind. káḥ ‘wer’, lit. kàs und die neutralen Formen ahd. (h)waʒ (8. Jh.), mhd. waʒ, asächs. hwat, mnd. mnl. nl. wat, aengl. hwæt, engl. what, anord. hvat, schwed. vad ‘was’ mit (außergerm.) aind. (vedisch) kád, lat. quod ‘was’, lit. kàd ‘weil, daß, so daß’, kadà, kàd ‘wann’. Auszugehen ist von ie. *ku̯os bzw. ie. *ku̯od (mit dem Dentalauslaut der pronominalen Endung des neutralen Nominativs und Akkusativs Sing., vgl. griech. , τό, ‘das’, aus *tód, *τόδ), Bildungen zum Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- (s. auch ↗wie und ↗wo). Zum gleichen Stamm stehen ferner got. ƕa ‘warum’, aind. kā́ f. (aus *ku̯ā-) ‘wer’, lat. quī (aus *ku̯oī), aslaw. kъto, russ. kto (кто) ‘wer’. Im Anord. fehlt der Nominativ der mask. Form. Anlautendes h- fällt im Ahd. vom 9. Jh. an ab. In den westgerm. Sprachen (außer dem Hd.) schwindet das (aus s entstandene) auslautende -r des Maskulinums.

Thesaurus

Synonymgruppe
was · ↗welches
Synonymgruppe
aus welchem Grund · ↗warum · ↗weshalb · ↗weswegen · ↗wieso  ●  was  ugs., selten · wie kommt es, dass...  ugs.
Assoziationen
  • wofür · ↗wozu · zu welchem Zweck  ●  für was  ugs.
Synonymgruppe
etwa nicht? · ja? · nicht wahr? · oder (etwa) nicht? · stimmt's?  ●  gell?  ugs., süddt. · ↗gelle  ugs., veraltend, süddt. · gelt?  ugs. · he? (regional vereinzelt)  ugs. · nicht?  ugs. · nä?  ugs., norddeutsch · näch?  ugs., ruhrdt. · oder? (norddt., süddt. verstreut)  ugs. · wa?  ugs., berlinerisch, regional, norddeutsch · was?  ugs. · woll? (Sauerland, bergisch)  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

anfangen angeht bedeutet betrifft bewirken braucht dazusagen denken erwarten erzählen essen genau glauben halten kostet kümmert lernen machen meinen nützt passiert raten sagen schert tun unternehmen verstehen vorhaben wissen wünschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›was‹.

Zitationshilfe
„was“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/was#1>, abgerufen am 24.02.2018.

Weitere Informationen …

was
GrammatikIndefinitpronomen
DWDS-Verweisartikel, 2015

Bedeutung

umgangssprachlich
Synonym zu etwas (Lesart 1, 2, 4)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

wer · was
wer was Interr.pron. der Person und Sache. Die für das Maskulinum und Femininum geltende Form ahd. (h)wer (8. Jh.), mhd. wer zeigt als nur dt. Neubildung den aus dem Genitiv (h)wes (und wohl in Anlehnung an ↗er, s. d.) stammenden Vokal e; bewahrt ist auslautendes -r (aus germ. -z). Daneben stehen asächs. hwē (diphthongiert hwie), mnd. , , wi(e), mnl. nl. wie, aengl. hwā̌, engl. who, got. ƕas ‘wer’ mit (außergerm.) aind. káḥ ‘wer’, lit. kàs und die neutralen Formen ahd. (h)waʒ (8. Jh.), mhd. waʒ, asächs. hwat, mnd. mnl. nl. wat, aengl. hwæt, engl. what, anord. hvat, schwed. vad ‘was’ mit (außergerm.) aind. (vedisch) kád, lat. quod ‘was’, lit. kàd ‘weil, daß, so daß’, kadà, kàd ‘wann’. Auszugehen ist von ie. *ku̯os bzw. ie. *ku̯od (mit dem Dentalauslaut der pronominalen Endung des neutralen Nominativs und Akkusativs Sing., vgl. griech. , τό, ‘das’, aus *tód, *τόδ), Bildungen zum Pronominalstamm ie. *ku̯o-, *ku̯e- (s. auch ↗wie und ↗wo). Zum gleichen Stamm stehen ferner got. ƕa ‘warum’, aind. kā́ f. (aus *ku̯ā-) ‘wer’, lat. quī (aus *ku̯oī), aslaw. kъto, russ. kto (кто) ‘wer’. Im Anord. fehlt der Nominativ der mask. Form. Anlautendes h- fällt im Ahd. vom 9. Jh. an ab. In den westgerm. Sprachen (außer dem Hd.) schwindet das (aus s entstandene) auslautende -r des Maskulinums.

Thesaurus

Synonymgruppe
was · ↗welches
Synonymgruppe
aus welchem Grund · ↗warum · ↗weshalb · ↗weswegen · ↗wieso  ●  was  ugs., selten · wie kommt es, dass...  ugs.
Assoziationen
  • wofür · ↗wozu · zu welchem Zweck  ●  für was  ugs.
Synonymgruppe
etwa nicht? · ja? · nicht wahr? · oder (etwa) nicht? · stimmt's?  ●  gell?  ugs., süddt. · ↗gelle  ugs., veraltend, süddt. · gelt?  ugs. · he? (regional vereinzelt)  ugs. · nicht?  ugs. · nä?  ugs., norddeutsch · näch?  ugs., ruhrdt. · oder? (norddt., süddt. verstreut)  ugs. · wa?  ugs., berlinerisch, regional, norddeutsch · was?  ugs. · woll? (Sauerland, bergisch)  ugs.
Assoziationen
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

anfangen angeht bedeutet betrifft bewirken braucht dazusagen denken erwarten erzählen essen genau glauben halten kostet kümmert lernen machen meinen nützt passiert raten sagen schert tun unternehmen verstehen vorhaben wissen wünschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›was‹.

Zitationshilfe
„was“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/was#2>, abgerufen am 24.02.2018.

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