waschen

GrammatikVerb · wäscht, wusch, hat/ist gewaschen
Aussprache
Worttrennungwa-schen
Wortbildung mit ›waschen‹ als Erstglied: ↗Waschanlage · ↗Waschanstalt · ↗Waschbecken · ↗Waschbenzin · ↗Waschbeton · ↗Waschblau · ↗Waschbluse · ↗Waschbottich · ↗Waschbrett · ↗Waschbär · ↗Waschbürste · ↗Waschcreme · ↗Waschcrème · ↗Wascherei · ↗Waschfass · ↗Waschfrau · ↗Waschgarnitur · ↗Waschgefäß · ↗Waschgeschirr · ↗Waschgold · ↗Waschgut · ↗Waschhaus · ↗Waschkessel · ↗Waschkleid · ↗Waschkommode · ↗Waschkorb · ↗Waschküche · ↗Waschlappen · ↗Waschlauge · ↗Waschmaschine · ↗Waschmittel · ↗Waschmuschel · ↗Waschpilz · ↗Waschprogramm · ↗Waschpulver · ↗Waschraum · ↗Waschsamt · ↗Waschschaff · ↗Waschschüssel · ↗Waschseide · ↗Waschseife · ↗Waschstützpunkt · ↗Waschtag · ↗Waschtisch · ↗Waschtoilette · ↗Waschtrog · ↗Waschutensil · ↗Waschverfahren · ↗Waschvollautomat · ↗Waschwanne · ↗Waschwasser · ↗Waschweib · ↗Waschzettel · ↗Waschzeug · ↗Waschzuber · ↗waschaktiv · ↗waschbar · ↗waschecht · ↗waschfest
 ·  mit ›waschen‹ als Letztglied: ↗abwaschen · ↗aufwaschen · ↗auswaschen · ↗durchwaschen · ↗fortwaschen · ↗herauswaschen · ↗reinwaschen · ↗unterwaschen · ↗vorwaschen · ↗wegwaschen · ↗weißwaschen
 ·  mit ›waschen‹ als Grundform: ↗Waschen · ↗verwaschen  ·  formal verwandt mit: ↗Gewäsch · ↗Gewäsche · ↗Wäschewaschen · ↗frischgewaschen · ↗neuwaschen
eWDG, 1977

Bedeutungen

1.
etw., jmdn., sich mit Wasser (und einem Reinigungsmittel) reinigen, säubern
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
a)
Beispiele:
ein Wäschestück, Bekleidungsstück waschen
die Wäsche mit der Waschmaschine waschen
die Bluse ist tadellos weiß gewaschen
wir waschen heute (= haben heute Wäsche)
der Stoff ist beim Waschen eingelaufen
Frau Marreck, die ... zu Grubenbeamten und anderen reichen Leuten waschen ging [MarchwitzaJugend25]
bildlich
Beispiel:
umgangssprachlichvor anderen seine schmutzige Wäsche waschen (= missliche private Angelegenheiten vor anderen ausbreiten)
b)
einen Körperteil, jmdn., sich wascheneinen Körperteil, seinen, jmds. Körper reinigen
Beispiele:
das Gesicht, die Hände, Füße waschen
das Kind ist immer sauber gewaschen
sich [Dativ] die Haare, den Kopf waschen
sich gründlich, kalt, warm, von Kopf bis Fuß, von oben bis unten waschen
bildlich
Beispiele:
seine Hände in Unschuld waschen (= sich keine Schuld beimessen)
saloppden Pelz gewaschen kriegen (= einen Regenguss abbekommen)
saloppjmdm. den Kopf waschen (= jmdn. scharf tadeln)
umgangssprachlichmit allen Wassern gewaschen sein (= durchtrieben sein)
sprichwörtlicheine Hand wäscht die andere (= wenn jmd. etw. für den anderen tut, erwartet er von ihm dasselbe für sich)
salopp etw., das sich gewaschen hatetw., das nicht zu unterschätzen ist
Beispiele:
das war eine Rüge, die sich gewaschen hatte (= war eine derbe Rüge)
Preise, die sich gewaschen haben (= hohe Preise)
Es ist ein Briefchen, das sich gewaschen hat [Kellerm.Totentanz49]
c)
etw. durch ein Lösungsmittel, besonders Wasser, von Verunreinigungen befreien
Beispiele:
das Geschirr, die Gläser waschen (= spülen)
eine Wunde waschen (= auswaschen)
einen Wagen waschen (= die Karosserie säubern)
etw. durch Wasser, Lösungsmittel von anderen Bestandteilen befreien
Beispiele:
BergmannsspracheKohle, Erz waschen (= nass aufbereiten)
BergmannsspracheGold waschen
Chemieein Gas waschen (= durch eine Flüssigkeit leiten und so reinigen)
2.
etw. wäscht über etw.etw. schwemmt über etw. hinweg
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
die Wogen waschen über das Deck
Das Schlagwasser wäscht über den Bordrand [WeisenbornMädchen22]
etw. wäscht jmdn., etw. über etw.etw. schwemmt jmdn., etw. über etw. hinweg
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiel:
die Wellen haben ihn über Bord gewaschen
3.
etw. aus, von etw. waschenetw. aus, von etw. spülen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘hat’
Beispiele:
die Brandung wäscht Sand aus den Klippen
der Regen wusch den Staub von den Straßen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

waschen · Wäsche · Waschlappen · Waschzettel
waschen Vb. ‘mit Wasser reinigen’, ahd. wascan (8. Jh.), mhd. waschen, weschen, asächs. waskan, mnd. waschen, mnl. wasscen, nl. wassen, aengl. wæscan, wascan, waxan, engl. to wash (germ. *waskan). Herkunft nicht eindeutig geklärt. Im Sinne von ‘im Wasser hin und her bewegen’ mit sk-Suffix zu der unter ↗Wasser (s. d.) angegebenen Wurzelerweiterung (germ. *watsk-) und nachfolgender Erleichterung der dreifachen Konsonanz? Oder (Seebold 539) zu kelt. *wāsk- ‘drücken’, vgl. mir. fáiscid ‘drückt, drückt aus, wringt’, kymr. gwasgu ‘pressen, drücken’? Wäsche f. ‘Vorgang, Tätigkeit des Waschens, Gesamtheit der zu waschenden Stücke’, ahd. wesca ‘Waschung, Waschmittel’ (11. Jh.), mhd. wesche ‘das Waschen, zu waschende Stücke’; vgl. ahd. wasca ‘Waschung’ (9. Jh.), ‘Waschmittel’ (11. Jh.). Waschlappen m. ‘zur Reinigung (des Körpers) dienender Lappen’ (17. Jh.), ‘schwacher, energie- und charakterloser Mensch’ (19. Jh.). Waschzettel m. ‘beigegebenes Verzeichnis der zur Wäsche bestimmten Stücke’ (Anfang 18. Jh.), übertragen (ironisierend) ‘Veröffentlichung literarischer Nichtigkeiten’ (1830, besonders auf die Kleinarbeit der Goetheforschung bezogen), dann ‘einem Schriftwerk beigegebener zusammenfassender und erläuternder Text’, besonders ‘Begleitreklame im Buchhandel’ (2. Hälfte 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
spülen · waschen
Synonymgruppe
abwaschen · waschen
Synonymgruppe
(die) Wäsche machen · (die) Wäsche waschen  ●  (seinen) Waschtag haben  fig. · (bei jemandem) ist Waschtag  ugs., fig. · waschen  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Drogengeld Geschirr Haar Hand Kartoffel Pelz Schwarzgeld Seife Teller Unschuld Waschmaschine Wasser Wäsche abwaschen auswaschen bügeln duschen füttern gründlich herauswaschen kochen kämmen putzen rasieren reinigen reinwaschen schneiden schälen trocknen wegwaschen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›waschen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber weil wir das rohe Obst mit den Händen berühren, müssen wir sie gründlich waschen.
Bild, 27.07.2005
Aber es ist gesund zu weinen, das wäscht den Staub aus den Augen.
Der Tagesspiegel, 27.12.2000
Wir wuschen uns im selben Eimer, wir schliefen in demselben Bett.
Tucholsky, Kurt: Eine kleine Geburt. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1931], S. 3208
Er spürte erstaunt, daß seine Hand davon feucht wurde, aber er nahm sich nicht die Zeit, die Hände zu waschen.
Baum, Vicky: Menschen im Hotel, München: Droemersche Verlagsanstalt 1956 [1929], S. 380
Eva ist meist vom Staub sehr angestrengt, muß sich die Augen waschen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1925. In: ders., Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1925], S. 154
Zitationshilfe
„waschen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/waschen>, abgerufen am 06.12.2019.

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