waten

Grammatik Verb · watet, watete, ist/hat gewatet
Aussprache 
Worttrennung wa-ten
Wortbildung  mit ›waten‹ als Erstglied: Watvogel · watfähig  ·  mit ›waten‹ als Letztglied: durchwaten · hineinwaten · umherwaten · weiterwaten
eWDG

Bedeutungen

im Wasser oder auf nachgiebigem Untergrund einsinkend langsam gehen
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’
Beispiele:
durch Wasser, einen Fluss waten
sie wateten mühsam durch den Schlamm
in einem Bach, Teich, See waten
Grammatik: mit Hilfsverb ‘ist’/‘hat’
Beispiele:
er ist, hat eine weite Strecke im Moor gewatet
als habe er ... im Straßenschlamm gewatet [ U. BecherMänner40]
übertragen
Beispiele:
umgangssprachlichim Morast waten (= ein unmoralisches Leben führen)
wir müssen offenbar erst durch eine Periode der schlimmsten menschlichen Leiden waten (= sie überstehen) [ LuxemburgBriefe49]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

waten Vb. ‘auf nachgebendem Untergrund die Beine anhebend gehen’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. watan ‘waten, schreiten’ (um 1000), mhd. waten, waden ‘waten, schreiten, gehen’, mnd. mnl. wāden, nl. waden, aengl. wadan, engl. to wade, anord. vaða, schwed. vada (germ. *wadan) und das zugehörige Substantiv ahd. wat ‘Furt’ (9. Jh.), mnd. mnl. wat ‘seichte Stelle im Wasser’ (s. Watt1), nl. wad ‘Untiefe, seichte Stelle’, aengl. wæd ‘Furt, Wasser, See’, anord. vað ‘Furt, untiefe Stelle’, schwed. vad lassen sich vergleichen mit lat. vadum ‘seichte Stelle im Wasser, Furt’, (ablautend) vādere ‘wandern, (los)gehen’. Die Annahme einer Wurzel ie. *u̯ādh-, *u̯edh- ‘gehen, schreiten’ ist möglich. Stark flektierende Formen halten sich bis in nhd. Zeit, zumal im Part. Prät.

Thesaurus

Synonymgruppe
staken · staksen · stapfen · stelzen · waten
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · gehen · laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.

Typische Verbindungen zu ›waten‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›waten‹.

Verwendungsbeispiele für ›waten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Inzwischen waten wir schon mehr als drei Stunden durchs Watt, meine Hände sind klamm.
Die Zeit, 17.10.2012, Nr. 41
Um in sein Haus zu gelangen, müssen die Patienten durch tiefen Sand waten.
Der Tagesspiegel, 27.09.2003
Das deutsche Volk hat immer durch die tiefsten Wasser waten müssen.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 250
Anfänglich hatte es ihn befangen, als müsse er brusthoch gegen ein reißendes Wasser waten.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 145
Sie jagt über die Wege, sie watet durch das Wasser.
Meisel-Hess, Grete: Die Intellektuellen. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 10964
Zitationshilfe
„waten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/waten>, abgerufen am 23.10.2021.

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