watscheln

GrammatikVerb · watschelte, ist/hat gewatschelt
Aussprache
Worttrennungwat-scheln
Wortbildung mit ›watscheln‹ als Erstglied: ↗Watschelente · ↗Watschelgang  ·  mit ›watscheln‹ als Letztglied: ↗anwatscheln · ↗herbeiwatscheln · ↗hereinwatscheln · ↗herumwatscheln
 ·  mit ›watscheln‹ als Grundform: ↗watschelig
eWDG, 1977

Bedeutung

umgangssprachlich besonders von Schwimmvögeln   sich mit nachgezogenen, plumpen Füßen schwerfällig und nach der Seite schwankend fortbewegen
mit Hilfsverb ›ist‹
Beispiele:
die Enten sind in den Teich gewatschelt
der beleibte Wirt watschelte in die Gaststube
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
Beispiele:
er watschelte mit seinen krummen Beinen
er hat wie eine Ente gewatschelt
einen watschelnden Gang haben
Zwischen den Gartenmauern näherte sich watschelnd eine dicke, grausträhnige Matrone [H. Mann9,181]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

watscheln Vb. ‘schwankend, mit wackelnden, kurzen Schritten gehen’ (16. Jh.), wohl hervorgegangen (mit Velarverlust) aus einem Iterativum mit l-Suffix zu spätmhd. wakzen ‘bewegen’, gebildet zu frühnhd. wacken ‘hin und her schwanken, wanken’, das auch das Grundwort für ↗wackeln (s. d.) ist. Vgl. die frühe vermittelnde Form watzscheln (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) Bein nachziehen · ↗hinken · ↗humpeln · ↗lahmen  ●  ↗hatschen  ugs. · watscheln  ugs.
Assoziationen
  • verletztes Bein  ●  ↗Hinkebein  ugs. · kaputtes Bein  ugs.
  • Hinkebein · steifes Bein
  • einwärtsgehen · mit einwärtsgerichteten Füßen gehen  ●  ↗onkeln  ugs. · über den Onkel gehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bühne Eis Ente Entenmutter Gans Küken Pinguin Rasen Schwan Strand Teich Tier Ufer Vogel Wiese daher davon entlang her herum herumwatscheln hin hinterher hüpfen los umher unbeholfen vorbei zu zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›watscheln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Tiere drohten auf die viel befahrene Straße zu watscheln.
Die Welt, 19.04.2001
Wie eine Gruppe gut gefütterter Gänse sind die Spieler über den Platz gewatschelt.
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2000
Sie ging watschelnd, so wie sie immer ging, mit krummen Beinen und krummem Rücken, den langen Stock in der alten Hand.
Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 464
Nur zum Legen der Eier, die sie im Sande der Küste vergräbt, watschelt sie schwerfällig ans Land.
Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 420
Gott bewahre, da kam richtig die dicke Hermine in die Küche gewatschelt.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 321
Zitationshilfe
„watscheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/watscheln>, abgerufen am 21.08.2019.

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