Öl-, öl-:
-anstrich, der Anstrich mit Ölfarbe: der Ö. des Sockels;
-artig /Adj./: eine ö. Flüssigkeit;
-baron, der abwertend durch Besitz von Ölquellen reich gewordener Kapitalist;
-baum, der immergrüner knorriger Baum des Vorderen Orients und der Mittelmeerländer mit lederartigen Blättern und grünen, später schwarzblauen Steinfrüchten, den Oliven, Olivenbaum;
-behälter, der;
-beheizt /Adj./ Neupräg.: ö. Räume;
-beheizung, die Neupräg.;
-bild, das vgl. -gemälde;
-bohrung, die;
-druck, der gedruckte Wiedergabe eines Ölgemäldes: ein schlechter, billiger, guter Ö.;
-druckbremse, die Techn. hydraulische Bremse, die durch Öl oder eine ölartige Flüssigkeit betätigt wird;
-farbe, die mit Firnis angerührte und mit Terpentinöl verdünnte Farbe, die weitgehend Wasser verträgt: ein Anstrich mit Ö.; ein mit Ö. gemaltes Bild; Ölfarben auf die Leinwand auftragen;
-feld, das Geol. Gebiet, in dem nach Erdöl gebohrt wird: die Bohrtürme auf dem Ö.;
-feuerung, die Neupräg. Feuerung, die als Brennstoff Öl verwendet: die moderne Ö.;
-film, der aus einer öligen Flüssigkeit bestehende feine Schicht, Haut: auf dem Wasser hatte sich ein Ö. gebildet, schwamm ein dünner, dichter Ö.;
-fleck, der: d. Kleid, Anzug hatte Ölflecken bekommen; ein großer Ö. auf der Straße, dem Wasser;
-förderung, die Geol.;
-frucht, die Pflanze mit ölhaltigem Samen: Ölfrüchte anbauen; Sonnenblume und Raps sind Ölfrüchte;
-funzel, die umg. abwertend;
-gehalt, der: der Ö. der Sonnenblume;
-gemälde, das von einem Künstler in Öl gemaltes Bild: ein wertvolles Ö.;
-gemisch, das Gemisch aus verschiedenen Ölen;
-gewinnung, die;
-götze, der salopp sich stumm verhaltender und verständnislos dreinblickender Mensch: er steht, sitzt da wie ein Ö.; Dieser Ölgötze hat Ihnen Ihre Beatrice weggenommen Th. Mann 2,828 (Zauberb.);
-hafen, der Hafen für Öltanker;
-haltig /Adj./ Öl enthaltend: ein ö. Samen;
-haut, die
   1. vgl. -film: das Wasser ist von einer Ö. bedeckt
   2. umg. vgl. -mantel: eine Ö. tragen;
-heizung, die Neupräg. Heizung mit Ölfeuerung;
-höffig /Adj./ Geol. reiche Ausbeute an Erdöl versprechend: ein ö. Gebiet, Raum;
-industrie, die Neupräg. die Erdöl gewinnende und verarbeitende Industrie;
-kanister, der; leere Ö.;
-kanne, die;
-konzern, der;
-krug, der;
-kuchen, der zusammengepreßter Rückstand bei der Ölgewinnung aus Samen oder Früch- ten;
-lager, das; /Pl. -lager/;
-lampe, die; eine Ö. wurde angezündet, erhellte die Treppe;
-lappen, der mit Öl getränkter Lappen;
-leitung, die;
-lieferant, der; die Sonnenblume ist ein wichtiger Ö.;
-magnat, der;
-mantel, der Umhang, Mantel aus wasserdichtem Gewebe;
-meßstab, der Techn. Meßstab zur Feststellung des Ölstandes;
-mühle, die; Die Kerne werden dazu geschält und in großen Ölmühlen zerquetscht, und aus dem entstandenen Brei wird das Öl herausgepreßt Natur u. Heimat 1960;
-palme, die Palme tropischer Gebiete, aus deren Früchten und Samen Öl gewonnen wird;
-papier, das mit pflanzlichem oder mineralischem Öl getränktes, wasserdichtes Papier: gelbes Ö.;
-pest, die Neupräg. Schicht von Öl, die von einem beschädigten oder gestrandeten Tanker stammt und Wasser und Küste verunreinigt: eine neue Ö. drohte der Nordseeküste; der Kampf gegen die Ö.;
-pflanze, die Pflanze, deren Samen oder Früchte Öl enthalten;
-presse, die vgl. -mühle;
-quelle, die Quelle von Erdöl: neue Ölquellen erschließen;
-raffinerie, die Raffinerie für Erdöl;
-reichtum, der: der Ö. eines Gebietes;
-rückstand, der: die Ölrückstände auf Flüssen, auf dem Meeresspiegel;
-saat, die Samen der Ölfrucht: die Ölsaaten sind die Grundstoffe für die Margarineerzeugung;
-sardine, die in Speiseöl eingelegte Sardine;
-sardinenbüchse, die;
-säure, die Chem. ungesättigte Fettsäure, die sich, an Glyzerin gebunden, in vielen pflanzlichen und tierischen Ölen befindet;
-scheich, der Neupräg. Scheich, in dessen Herrschaftsgebiet Erdöl gefördert wird und der dadurch zu großem Reichtum gelangt ist;
-schicht, die vgl. -film;
-sockel, der mit Ölfarbe gestrichener Sockel einer Wand: den Ö. in der Küche neu streichen;
-spur, die Spur von ausgelaufenem Öl auf Straßen und Gewässern;
-stand, der Stand des Öles in der Ölwanne;
-tank, der;
-tanker, der: die Schiffswerft baut zwei neue Ö.;
-tuch, das wasserdichte Packleinwand;
-vorkommen, das: die bekanntesten Ö. der Welt; ein reiches, großes, neues Ö. entdecken;
-wanne, die Techn. Wanne am unteren Teil vom Kurbelgehäuse eines Motors, in der sich das umlaufende Öl sammelt;
-wechsel, der Erneuerung des Schmieröles im Motor eines Kraftwagens;
-zeug, das wasserdichte Oberbekleidung der Seeleute;
-zweig, der Zweig des Ölbaumes; /Sinnbild des Friedens/: die weiße Taube mit dem Ö.; Und sie [die Schildkröte] trug in dem winzigen Rachen / Einen zierlichen Ölzweig Brecht Gedichte 157


Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Ölfarbe“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/%C3%96lfarbe>, abgerufen am 23.04.2018.

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