Augen-, augen-:
-abstand, der Abstand, der zwischen den Mittelpunkten der Hornhäute beider Augen liegt;
-arzt, der Facharzt für Augenkrankheiten;
-aufschlag, der: ein frommer A.; darum vollführt er wenigstens einen hübschen Augenaufschlag zum Plafond Th. Mann 9,277;
-ausdruck, der: Studmann erinnert sich ... an einen gewissen Augenausdruck aus Angst und irrer Frechheit Fallada Wolf 1,317;
-bad, das das Baden des Auges: ein A. mit Borwasser verordnen;
-binde, die: eine schwarze A. tragen; die A. abnehmen;
-̣blick, -blịck, der sehr kurze Zeitspanne, Moment: einen A., bitte!; ein unvergeßlicher, großer, erhebender, ergreifender, kurzer, flüchtiger, gefährlicher, entscheidender A.; der Irre hat lichte Augenblicke (denkt manchmal klar); einen A. (lang) verdutzt sein, zögern, schweigen; sich einen A. gedulden, setzen; sich für einige Augenblicke entschuldigen; sie starrte mich einige Augenblicke verwundert an; dem A. leben; den A. nutzen; jeder A. ist kostbar; sich keinen A. besinnen; ich habe das noch keinen A. bedauert; es ist kein A. zu verlieren; keinen A. sicher sein, still sitzen; einige Augenblicke später; in Augenblicken der höchsten Spannung; der Eingebung des Augenblicks folgen; das ist Sache eines Augenblicks; Werd ich zum Augenblicke sagen:/ Verweile doch! du bist so schön! Goethe Faust I 1699; Zeitpunkt: im ersten, selben, gleichen, richtigen, geeigneten, passenden, nächsten, letzten A.; in einem unbewachten, beliebigen, solchen A.; er kann jeden A. (sogleich) kommen; umg. alle Augenblicke (fortwährend);
-̣blicklich, -blịcklich /Adj./
   1. sofort: ich werde das a. erledigen; wenn du nicht a. kommst, dann ...; a. fortgehen, aufhören; jmdn. a. erkennen, holen; sofortig: eine a. Entscheidung fordern; a. Hilfe finden; er sah sich nach irgendwelcher, nach augenblicklicher Labung um Th. Mann 9,533 (Tod in Venedig)
   2. momentan, gegenwärtig: ich bin dazu a. nicht in der Lage; mir fällt a. der Name nicht ein; die a. herrschende Stimmung; der a. Zustand; die a. Lage; plötzlich eintretend: der a. Eingebung folgen; vorübergehend: sich in einer a. Verlegenheit, Notlage befinden;
-̣blicks, -blịcks /Adv./ veraltend sofort: er wird a. erscheinen, zurückkehren; eine Nachricht a. überbringen; Diese [Brücke] wird, auf sein Verlangen,/ Aufgezogen augenblicks Platen 2,43; Martin Grambauer beschloß augenblicks, ein Titan zu werden Welk Heiden 197;
-blinze(l)n, das: ein pfiffiges, schelmisches, vergnügtes, verständnisvolles A.;
-braue, die Haarbogen über dem Auge: buschige, starke, ergraute Augenbrauen; Aber unter den schwarzen Augenbrauen hervor schoß sie gestrenge Blicke im Saal umher Keller 7, 217; die Augenbrauen hoch-, empor-, herauf-, zusammenziehen, in die Höhe, nach oben ziehen; die Augenbrauen auszupfen, ausrasieren, nachziehen;
-deckel, der umg. vgl. -lid: (halb) geschlossene A.; salopp mit den Augendeckeln klappern, klimpern;
-diagnose, die unwissenschaftliche Methode zur Erkennung von Krankheiten aus der Beschaffenheit der Regenbogenhaut;
-diener, der veralt. Heuchler, Kriecher: wo mir sonst ein ganzes Heer geschäftiger Augendiener entgegenstürzte Lessing Galotti IV 3;
-entzündung, die;
-fällig /Adj./ geh. in die Augen fallend, auffällig: ein a. Unterschied, Zusammenhang; [sie] übersahen ihn mit augenfälliger Absicht Liliencron 15,46;
-fältchen, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./: Er verzieht das Gesicht gramvoll, doch die Augenfältchen lächeln Steinberg Tag 343;
-farbe, die;
-fehler, der: einen A. haben;
-gläser, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ veraltend /Sammelbezeichnung für Brille, Lorgnon, Zwicker,Monokel/;
-heilkunde, die;
-höhe, die /nur in der festen Verbindung/ in A. in Höhe der Augen: etw. hängt in A.; etw. in A. an-, aufbringen;
-höhle, die: tiefe Augenhöhlen; ein Riese mit blutigen, leeren Augenhöhlen C. F. Meyer 1,326;
-klappe, die schwarze Schutzklappe für das Auge;
-klinik, die Klinik für Augenkranke;
-krank /Adj./;
-leiden, das: durch sein A. war er oft am Lesen verhindert;
-licht, das geh. Sehkraft: das A. verlieren, einbüßen; des Augenlichtes beraubt werden; Während er sprach, war ihm wie einem Blinden zumute, der plötzlich das Augenlicht wiederfindet Kasack Stadt 296;
-lid, das: müde, schwere, geschlossene, halbgeöffnete, gerötete Augenlider; die Augenlider heben, senken;
-maß, das Fähigkeit, mit dem Auge ein Maß zu bestimmen: er hat ein gutes, richtiges, schlechtes A.; etw. nach dem A. (nach Schätzung) teilen; Und er packte ein, was er so brauchte:/ ... Weißbrot nach dem Augenmaß Brecht Entstehung d. Buches Taoteking;
-mensch, der Mensch, der Eindrücke vorwiegend mit den Augen sammelt: Die Unterscheidung zwischen den Typen des Augen- und des Ohrenmenschen Th. Mann 6,240 (Faustus);
-merk, das; -(e)s, /ohne Pl./ geh.
   1. Aufmerksamkeit: /meist in festen Wendungen/ sein (besonderes, veralt. vornehmstes, vorzüglichstes⌉) A. auf etw., jmdn. richten (etw., jmdn. besonders beachten); das A. auf etw., jmdn. lenken, heften; jmdm. sein A. zuwenden; junge Mädchen ... waren das Ziel seines Augenmerks nie gewesen Wasserm. Wahnschaffe 2,225
   2. veralt. Ziel: Die Schützen ... nahmen die weißen Kreuze der Herren und Ritter zum Augenmerk Ranke 2,220; Anliegen: Sein einziges Ziel und Augenmerk schien es, seinen Herrn ... zu bedienen Eichendorf 2,37;
-muskel, der;
-optiker, der: ein staatlich geprüfter A.;
-paar, das: viele fremde Augenpaare starrten ihn an, beobachteten ihn; Und wie von Wehmutstränen/Erglänzte ihr Augenpaar Heine 1,107;
-pulver, das umg. kleine, undeutliche Schrift, die die Augen sehr angreift;
-rand, der: dunkle, tiefe, gerötete Augenränder haben;
-ring, der vgl. -schatten;
-salbe, die;
-schatten, der Schatten unter den Augen;
-schein, der /ohne Pl./ eigenes Anschauen, persönlicher Eindruck: wie der A. zeigt, lehrt; der (bloße, erste) A. genügt; sich durch den A. von etw. überzeugen (lassen); der A. trügt; /häufig in der Wendung/ etw., jmdn. in A. nehmen etw., jmdn. betrachten, ansehen: e. Bauwerk, Kunstgegenstand genau, prüfend in A. nehmen; jmdn. selbst in A. nehmen; Jur. amtliche Besichtigung: einen (gerichtlichen) A. vornehmen;
-scheinlich /Adj./ geh. offenbar: a. hat es ihm gefallen; Als ... der Wagen anhielt, trat von der Haustreppe die Magd in augenscheinlicher Hast heran Storm 7,127; veralt. sichtbar: mir den Schatz ein wenig nachzuweisen und augenscheinlich zu machen G. Keller 6,_274;
-schirm, der Schutzschirm für die Augen: einen grünen A. tragen;
-schmaus, der scherzh. äußerst erfreulicher Anblick, vgl. -weide: die Auslagen in den Geschäften sind ein wahrer A.;
-schwäche, die: an einer A. leiden; eine A. haben;
-spiegel, der Med. kleiner Spiegel zur Untersuchung der Netzhaut;
-spiel, das Spiel, Geplänkel mit den Augen: Da bemerkten wir denn das Augenspiel zwischen Frau von Trübenau und dem gewandtesten der Liebhaber Hauff 4,22;
-sprache, die Ausdruck der Empfindungen und Gedanken durch die Augen: als hätte er die Augensprache der beiden ... nicht bemerkt Andres Portiuncula 191;
-sprosse, die Jägerspr. s. Augsproß;
-stern, der dicht. Auge: ohne ihre großen Augensterne von Klaus Heinrichs Gesicht zu wenden Th. Mann 7,213 (Königl. Hoheit); /übertr./ vertraul. das Liebste: du bist mein A.;
-tropfen, die /nur im Pl./ Tropfen für erkrankte Augen;
-trost, der geh. Trost, innere Freude;
-übel, das veraltend vgl. -leiden;
-wasser, das veralt.
   1. dicht. Tränen: Er wischte sich die letzte Spur Augenwasser aus dem Gesicht Strittmatter Wundertäter 357
   2. vgl. -tropfen: ein fahrender Arzt, der ... den Weibern Augenwasser gibt, daß sie blind werden Hauff 3,141 (Lichtenstein);
-weide, die wohltuender, erfreulicher Anblick: das ist eine wahre A.!; Das Lebensmittelregal, eine Augenweide für jede Hausfrau L. Frank 2,23;
-wimper, die: lange, schwarze, gebogene Augenwimpern; die Augenwimpern senken; In seinen Augenwimpern hingen noch Tränen K. Mann Mephisto 366;
-wink, der: [sie] zeigt mit einem Augenwinke auf das Kind O. Ludwig 1,265 (Himmel u. Erde); Dem Alban folgten die Dienstleute auf einen Augenwink Auerbach 7,32;
-winkel, der: jmdm. einen Blick aus den Augenwinkeln zuwerfen; jmdn. aus den Augenwinkeln beobachten; während das Schläfenhaar ... seitlich zu den Augenwinkeln hingestrichen war Th. Mann 9,733 (Mario);
-zahn, der umg. Eckzahn;
-zeuge, der Person, die auf Grund persönlicher Wahrnehmung einen Tatvorgang schildern kann: der Bericht von Augenzeugen; A. (eines Ereignisses) sein; sich auf Augenzeugen berufen; etw. als A. miterleben;
-zeugenbericht, der
zu -merk: Hauptaugenmerk

Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Augenfarbe“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Augenfarbe>, abgerufen am 17.11.2018.

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