Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

Baum, der

Baum, der; -(e)s, Bäume /Verkl.: Bäumchen, Bäumlein/
1. größtes und stärkstes Gewächs auf unserer Erde mit einem einzigen Stamm aus Holz, mit Zweigen, die Blätter oder Nadeln tragen, und mit einer Krone: im Herbst fällt das Laub von den Bäumen; der Herbstwind fegte die bunten Blätter von den Bäumen; die trockenen Nadeln fallen von selbst von dem Baume ab; dieser B. hat schon mehrere Jahre nichts getragen, ist eingegangen, muß umgehauen, geschlagen, niedergelegt werden; im Frühling schlagen die Bäume aus, blühen, bekommen neue Blätter, müssen verschnitten, versetzt werden; die Bäume breiten ihre Äste aus, wiegen sich im Winde, ächzen im Sturm, geh. spenden Schatten⌝; junge Bäume anpflanzen; das Bäumchen muß man anbinden; den B. abernten, kappen, veredeln; Kinderspiel Bäumchen wechseln; auf einen B. klettern; /bildl./ salopp scherzh. das ist, um auf die Bäume zu klettern (um den Verstand zu verlieren) die Axt an den B. legen; eine Leiter an einen B. anlegen; an einen B. anprallen; sich unter einen B. setzen; d. Laub, Blätter, Zweige, Äste, Blüten, Früchte, Wurzeln, Rinde eines Baumes; ein junger, alter, knorriger, blühender, entlaubter, kahler, gesunder, kranker, toter, hohler, morscher, verdorrter, abgestorbener, eingegangener, umgestürzter B.; unsere heimischen Bäume; diese Eiche ist ein tausendjähriger B.; ein Wald von herrlichen, breitästigen Bäumen; unter uralten Bäumen; Bäume können über hundert Meter hoch werden; er ist groß und stark wie ein B., hält sich gerade wie ein B.; bibl. der B. der Erkenntnis (der Baum im Paradies, von dem zu essen Adam und Eva verboten war) /bildl./ Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, / Und grün des Lebens goldner Baum Goethe Faust I 2039; /übertr./ umg. Bäume ausreißen (können) (sehr kräftig sein, sich sehr stark fühlen) er reißt keine Bäume aus (ist nicht sehr leistungsfähig) er sieht den Wald vor Bäumen nicht (übersieht das Wichtigste vor unwichtigen Einzelheiten) /sprichw./ es ist dafür gesorgt, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen (allem ist eine natürliche Grenze gesetzt) auf einen Hieb fällt kein B. (große, schwere Arbeit erfordert Ausdauer) alte Bäume soll man nicht verpflanzen (alten Menschen soll man keine neue Umgebung zumuten)
2. umg. Tanne, Fichte, die zum Weihnachtsfest geschmückt wird, Weihnachtsbaum: wir wollen morgen den B. schmücken; die Kerzen am B. anstecken; sie wollten dieses Jahr keinen großen B., nur ein kleines Bäumchen; der Baum brennt ab (die Weihnachtskerzen des Tannenbaumes brennen nieder) Storm 1,181; die Kinder plünderten den B.; landsch. den B. abputzen (den Christbaumschmuck abnehmen)

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Zitationshilfe
„Baum“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Baum>, abgerufen am 27.07.2021.

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