Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

Bendel, das

Bendel, das
/nur in der Wendung/ salopp jmdn. am B. haben (jmdn. beherrschen) vgl. Band

WDG, 1. Band, 1967

Band, das

1Band, das; -(e)s, Bänder/ Bande /Verkl.: Bändchen, Bändel, Bendel/
I. /Pl.Bänder/ das Verbindende, Verknüpfende
1. sehr schmales Gewebe mit festem Rand: ein B. aus Seide, Atlas, Taft, Samt, Kunststoff; fünf Meter B. kaufen; ein einfaches, glattes, breites, schmales, schlichtes, bemaltes B.; seidene, goldne, bunte Bänder (zur Verzierung); sie trug ein B. im Haar, als Gürtel, um den Hut; das B. zur Schleife schlingen, knoten, binden; etw. mit einem Bändchen zusammenbinden; ein B. ein-, durchziehen; das B. hat sich verknotet; zu jedem Orden gehört ein B.; das B. der Ehrenlegion; einen Orden am B. um den Hals, auf der Brust tragen; ein Bändchen im Knopfloch haben das Blaue B. (des Ozeans) /Auszeichnung für das schnellste Fahrgastschiff zwischen Europa und Amerika/: das Schiff wurde Inhaber des Blauen Bandes; /bildl./ dicht. Frühling läßt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte Mörike Er ist's; das silberne, gewundene B. des Flusses; das helle, endlose B. der Autobahn; salopp jmdn. am Bändel, Bendel haben jmdn. beherrschen: sie hat ihn (ganz fest) am Bändel, Bendel;
2. /übertr./
a) /Sg. ungebräuchl./ elastischer Strang aus Bindegewebe, der im Körper Verbindungen herstellt: die Bänder sind (übermäßig) gedehnt, müssen (operativ) verkürzt werden;
b) mechanisch bewegter, breiter Streifen zur Beförderung einzelner Werkstücke an die verschiedenen Arbeitsplätze: das laufende B.; am laufenden B. arbeiten, stehen; am B. dürfen keine Stockungen eintreten /übertr./ umg. am laufenden B. fortwährend, ohne Unterbrechung: heute waren Störungen, gab es Ärger am laufenden B.;
c) dünner, schmaler, mit Eisenpulver imprägnierter Streifen aus Kunststoff zur magnetischen Aufzeichnung und Wiedergabe von Schall: e. Rede, Diskussion, Sendung auf B. aufnehmen; eine Meldung auf B. sprechen; ein B. besprechen; das B. läuft, läuft ab; das B. umspulen, zurücklaufen lassen, löschen;
d) Handw. Metallstreifen, der zwei Teile fest und zugleich beweglich verbindet: die Bänder an Tür-, Fensterflügeln; die Tür war aus den Bändern gerissen worden;
e) Böttch. Faßreifen; /übertr./ jmd. ist aus Rand und B. (geraten), kommt außer Rand und B. jmd. benimmt sich hemmungslos: durch die Musik geriet die ganze übermütige Schar aus Rand und B.; die Kinder gerieten vor Freude, der junge Mann kam vor Wut außer Rand und B.;
II. /Pl.Bande; Sg. ungebräuchl.; ohne Verkl./ geh. das Festbindende, die Fessel: in Ketten und Banden liegen; man schlug, legte ihn in Bande; Ich bin gefangen, ich bin in Banden Schiller Stuart III 1; Bindung: die (natürlichen, unzerreißbaren) Bande des Blutes, der Ehe, Liebe, Gemeinschaft; Bande der Freundschaft, des Vertrauens knüpfen; zärtliche, familiäre, verwandtschaftliche, brüderliche, langjährige Bande fesselten ihn; alle drückenden, unerträglichen, erniedrigenden Bande lösen, abschütteln, zerreißen, zersprengen; die Auflösung aller Bande; frei von allen Banden;

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Zitationshilfe
„Band“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Band>, abgerufen am 24.09.2020.

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