Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 1. Band, 1967

Berg, der

Berg, der; -(e)s, -e
1. große, aus dem Gelände herausragende Bodenerhebung, Ggs. Tal: d. Fuß, Hang, Rücken, Kamm eines Berges; Sei mir gegrüßt, mein Berg mit dem rötlich strahlenden Gipfel Schiller Spaziergang; d. Umrisse, Konturen der Berge; eine Kette von Bergen; die Besteigung eines Berges; ein hoher, steiler, kahler, waldiger, verschneiter B.; geh. weit in der Ferne die blauen Berge; den B. hinan, hinauf, hinab, hinunter; ein B. erhebt sich, ragt empor; die Berge türmen sich übereinander, reichen bis in die Wolken; die Berge heben sich scharf gegen den wolkenlosen Himmel ab, verschwimmen im Dunst; geh. Hinten, südlich, blauten Berge A. Zweig Junge Frau 218; die Berge erglühen im Abendrot; der B. hat einen Hut, trägt eine Mütze (hat eine Schneekappe) Berg und Tal kommen nicht zusammen, aber die Leut (man kann sich unverhofft einmal begegnen) G. Keller 6,409 (Liebesbriefe) ; /sprichw./ wenn der B. nicht zum Propheten kommt, muß der Prophet zum Berge kommen (wenn der eine nicht zum Entgegenkommen bereit ist, muß es der andere sein) einen B. besteigen, erklettern, erklimmen; den B. hinan-, hinaufsteigen, hinab-, hinunterlaufen; Bergsport einen B. angehen (in Angriff nehmen, besteigen wollen) die Bergsteiger haben nach mühevoller Kletterei den B. bezwungen; jmdm. goldene Berge versprechen (jmdm. unerfüllbare Versprechungen machen) /sprichw./ der Glaube kann Berge versetzen (kann das Unmögliche möglich machen) ; die Jagdhütte steht hoch am B.; auf den B. steigen, klettern, süddt. österr. kraxeln ; Auf halbem Berg (auf halber Höhe des Berges) wußte sie ein Bildstöckchen Weismantel Riemenschneider 28; umg. mit etw. hinter dem B. halten nicht mit der Sprache herauswollen, etw. verheimlichen: er hielt mit seiner Meinung stets hinter dem B.; hinterm B. wohnen auch noch Leute (anderswo gibt es auch noch Leute, die etwas verstehen) ; die Nebel wallen über den Bergen; sie waren über die nächsten Berge nicht hinausgekommen (sie waren nicht weit gekommen) ; über B. und Tal wandern; umg. er ist bereits über den, über dem B. (er hat bereits das Schlimmste hinter sich) sie waren längst über alle Berge (sie waren längst weit weg, auf und davon) der Wildbach stürzt vom B. herab; wir schauten vom B. hinab ins Tal umg. er steht wie der Ochse vorm B. (er steht ganz ratlos, dumm da) ; zu Berge aufwärts: der Senner stieg zu Berge (bergauf) Binnenschiff. zu Berge (stromaufwärts) fahren /bildl./ umg. mir standen (vor Schreck) die Haare zu Berge (mir sträubten sich die Haare, ich war sehr entsetzt)
2. /im Pl./ Gebirge: er ist ein Sohn der Berge; wir durchstreiften die Berge; in den Bergen braut sich ein Gewitter zusammen; in die Berge fahren, wandern; Der alte Winter in seiner Schwäche / Zog sich in rauhe Berge zurück Goethe Faust I 907
3. /übertr./ umg. große, aufgehäufte Masse: ein B. (von) Schnee, Kisten; ein ganzer B. Bretter lagert auf dem Bauplatz; in der Registratur häuften sich Berge von Akten; die Gäste haben Berge von Kuchen verzehrt; Ein … Mädchen stopfte einen Berg Strümpfe Brecht Dreigroschenroman 274; er sitzt immer hinter Bergen von Büchern vergraben; auf den Verkaufstischen türmten sich die Stoffballen zu Bergen; erdrückende Masse: ein B. (von) Sorgen lastet auf uns; In New York aber erwartete ihn … ein Berg von Arbeit Kellerm. Tunnel 97
4. /im Pl./ Bergm. taubes Gestein: Berge aushalten (taubes Gestein aussondern) Berge versetzen (leergeförderte Abbaue mit taubem Gestein ausfüllen)

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Zitationshilfe
„Berg“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Berg>, abgerufen am 12.08.2020.

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