Bewe̱gung, 1die; -, -en,
zu bewegen
1. /entsprechend der Bedeutung 1 von bewegen/ das Bewegen, die Orts-, Lageveränderung
a) /allgemeiner Art; Pl. ungebräuchl./ eine beschleunigte, rückläufige B.; die B. durch ein Zahnradsystem übertragen; Wärme in B. umsetzen; Einen kleinen Schiebkarren, den wir … für die Bewegung (den Transport) von Steinen und Erde brauchten Paulsen Aus meinem Leben 75; seine zahlreichen Verpflichtungen, beruflichen Aufgaben halten ihn ständig in B.; der Arzt hat mir viel B. an der frischen Luft verordnet; umg. sich nach dem Essen, vor dem Schlafengehen noch etwas B. machen, verschaffen (noch etwas spazierengehen) er brachte sein Blut durch einige Kniebeugen in B.; bei dem Bergrutsch gerieten gewaltige Erdmassen in B.; sich in B. setzen losgehen, -fahren: d. Zug, Wagen, Kolonne setzte sich langsam in B.; umg. ich setzte mich in Richtung Bahnhof in B.; etw. in B. setzen etw. in Tätigkeit setzen: e. Motor, Pumpe, Glocke in B. setzen; Man konnte nicht wegen einer solch unbedeutenden Sache den ganzen Polizeiapparat in Bewegung setzen Fallada Jeder stirbt 181; /übertr./ umg. er setzte alle Hebel, Himmel und Hölle in B. (bot alles auf)
b) /spezieller Art, bes. von Gliedmaßen/ eine bedächtige, gelassene, hastige, heftige, blitzschnelle B. machen; mit der Hand eine einladende, galante, unschlüssige, abwehrende, wegwerfende, herrische, drohende B. vollführen; [der Leutnant] beschreibt mit eben dieser weißbehandschuhten Rechten eine … verbindliche Bewegung Th. Mann 7,8 (Königl. Hoheit) ; durch eine ungeschickte, fahrige, jähe B. des Armes stieß er die Vase um; mit einer leichten, kurzen B. des Kopfes warf sie das Haar aus der Stirn; er stellte sich mit abgemessenen, eckigen, linkischen Bewegungen den Anwesenden vor; im Scherz jmds. charakteristische Bewegungen nachahmen; die anmutigen, harmonischen, schwungvollen, rhythmischen, pantomimischen Bewegungen des Tanzpaares bewundern;
2. innere Bewegtheit: sie versuchte vergebens, die B. in ihrem Innern zu verbergen, zu unterdrücken; sein Gesicht verriet seine große innere B.; diese Worte lösten eine starke B. bei den Zuhörern aus
a) Rührung, Ergriffenheit: in tiefer, schmerzlicher B. standen die Hinterbliebenen am Grabe des Verstorbenen; beim Abschied zitterte ihre Stimme vor innerer B.; [ich war] nahe daran … von meiner inneren Bewegung mich zu Tränen fortreißen zu lassen Heyse III 1,258
b) Erregung: mit heftiger, leidenschaftlicher B. wurde das große Ereignis überall besprochen; in zärtlicher, freudiger B. eilte sie ihm entgegen;

Bewe̱gung, 2die; -, -en
Bestrebung einer (organisierten) größeren Anzahl von Menschen, ein gemeinsames Programm zu verwirklichen: sich einer politischen, sozialen B. anschließen; die revolutionäre, patriotische, nationale B. erfaßte breite Schichten des Volkes; der Kampf gegen die Atombombe hat sich zu einer weltweiten B. ausgedehnt; die jungen Schriftsteller schlossen sich zu einer neuen literarischen B. zusammen; die religiösen Bewegungen des Mittelalters; eine B. ins Leben rufen; an der Spitze, in der vordersten Reihe einer B. stehen; im Geiste einer B. handeln; Anhänger, Gegner einer B. sein; eine B. entsteht, kommt auf, greift um sich, spaltet sich auf; /naz. auch/ Partei: die nationalsozialistische B.; [die Baronin] sprach stets von der Bewegung, nie von der Partei Kellerm. Totentanz 18

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