Bewụßtsein, das; -s, /ohne Pl./
1.
a) das Wissen, die Gewißheit um etw.: in dem erhebenden B., seine Pflicht getan zu haben; mit dem stolzen B. seiner Kraft, Überlegenheit; er war von dem freudigen B. erfüllt, durchdrungen, damit einer guten Sache zu dienen; das B. seiner Schuld, seines Versagens bedrückte ihn sehr; das Bewußtsein ihrer Schönheit macht es ihr unmöglich zu dienen Hebbel II 3,4; etw. kommt jmdm. zu(m) B. etw. wird jmdm. bewußt, jmd. weiß um etw.: plötzlich kam es ihr zu B., daß …; erst später kam es ihm voll zum B., was der Freund mit jener Andeutung gemeint hatte; e. Empfindung, Gefühl dringt jmdm. ins B., tritt in jmds. B.; Der dumpfe Schmerz im Hinterkopf schob sich langsam in sein Bewußtsein Andres Portiuncula 198 diese Erkenntnis hatte sich in seinem B. festgesetzt (blieb ihm stets bewußt) sie versuchte, sich das Geschehene, Erlebte wieder ins B. zurückzurufen (es sich wieder bewußt zu machen) mit B. /seltener für bewußt / wissentlich: etw. nicht mit B. erlebt haben; das Gehörte hatte er nicht mit B. aufgenommen; etw. mit vollem B. (absichtlich) sagen, tun es werde doch kein Maler … mit Bewußtsein dieselben Verzeichnungen wieder [in das Bild] hineinmalen Storm 8,184
b) Psych. Gesamtheit aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch der Außenwelt und seiner selbst bewußt wird: die Enge, Weite des Bewußtseins; eine Vorstellung, Empfindung liegt unter der, tritt über die Schwelle des Bewußtseins; Med. die Spaltung, Störung des Bewußtseins
c) Philos.
α) dial. Mat. Ergebnis des Prozesses der ideellen Widerspiegelung der Wirklichkeit, die sich im menschlichen Gehirn vollzieht
β) Idealism. das die Wirklichkeit als Erscheinung konstituierende immaterielle transzendentale Subjekt /nach Kant/
2. Gesamtheit der politischen, philosophischen, religiösen, künstlerischen oder ähnlichen Überzeugungen des Menschen, die von ihm bewußt vertreten werden: das nationale, geschichtliche B. eines Volkes; der Redner, Schriftsteller appellierte an das vaterländische, moralische, religiöse B. seiner Landsleute; heute wird die Gewaltanwendung bei der Kindererziehung vom öffentlichen Bewußtsein scharf abgelehnt Tageszeitung 1954; dial. Mat. sein Verhalten zeugt von einem hohen, geringen gesellschaftlichen B.; die weitere Entwicklung des sozialistischen Bewußtseins der Werktätigen; das politische, ideologische B. der Massen stärken, heben; Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt Marx Polit. Ökonomie 13
3. volle Herrschaft über seine Sinne, Besinnung, Ggs. Ohnmacht: jmdm. schwindet das B.; jmd. verliert das B.; der Verunglückte lag ohne B. am Unfallort, kam erst im Krankenhaus wieder zu(m) B.; der Schwerverletzte wurde durch künstliche Beatmung wieder zu(m) B. gebracht, erlangte das B. nicht wieder; erst nach Stunden kehrte ihr das B. zurück; er mußte bei vollem B. operiert werden;

Bewußt-,

Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG) …