Bildung, die; -, -en
1. /ohne Pl./ Entfaltung und Prägung der geistig-seelischen Anlagen des Menschen, Erziehung: jmd. soll eine gründliche literarische, musikalische, künstlerische, polytechnische, naturwissenschaftliche, humanistische, seminaristische B. erhalten; die junge Dame scheint eine vorzügliche Bildung genossen zu haben Storm 8,28; der Abschluß seiner B. verzögerte sich;
2. /ohne Pl./ Ergebnis der Erziehung, Einheit von Haltung, Können und Wissen eines Menschen: jmd. besitzt eine gediegene, umfassende, höhere, akademische B.; das gehört zur allgemeinen B.; jmds. B. ist einseitig, lückenhaft; gutes Benehmen: sein Auftreten, Verhalten zeugt nicht gerade von großer B.; er ist ein Mann von B.; umg. er hat überhaupt keine, nicht die geringste B.
3. Entstehung: die B. von Knospen, Blüten, Blättern, Kristallen, Eiszapfen setzt ein; die lästige B. von Rauch, Ruß; die B. eines Moores schreitet voran; die B. neuer Wörter;
4. Schaffung, Gründung: die B. eines Ministeriums, Ausschusses; der Politiker wurde mit der B. eines neuen Kabinetts beauftragt; der Volksgesundheitsverein … zeigte seine Bildung an und ersuchte um eine Geldzuwendung Musil Mann 372
5. Gestalt, Form: die seltsamen Bildungen der Eisblumen am Fenster; Der Mann weidete sich einen Augenblick an der vollkommenen Bildung des jungen Weibes Heyse I 3,58; Das Hälschen war von der schönsten Bildung C. F. Meyer 3,244 (Hochzeit d. Mönchs) ; Zudem war ihre Stimme weich und von reiner Bildung Wasserm. Gänsemännchen 117; Gramm. im Deutschen gibt es viele Bildungen auf -er

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