Blei1-, blei1-
zu Blei1 1:-dach, das
   1. lastend gleich einem durchglühten Bleidach drückte die Wolkendecke Viebig Berl. Novellen 32
   2. /Sg. ungebräuchl./ hist. berüchtigtes Staatsgefängnis des alten Venedig unter dem Dach aus Blei: schrecklicher als die Bleidächer und die Marterkammern Mommsen Röm. Geschichte 1,162;
-erz, das Erz, das Blei enthält;
-farbe, die Chem. giftige, als Farbe verwendete Verbindung von Blei;
-farben /Adj./: ein b. Himmel, See; ein bleifarbenes altes Gesicht H. Mann 6,165 (Jugend Henri Quatre);
-farbig /Adj./;
-gewicht, das: ein B. stemmen; /bildl./ Umsonst hängen wir die Bleigewichte der Sorgen, der Hoffnung ... an unsere Sohlen Fallada Wolf 1,35;
-glanz, der bleigraues, metallisch glänzendes Bleierz;
-glas, das bleihaltiges Glas;
-grau /Adj./: b. Wolken; b. Nebel, Himmel, Wasser; Das Kind war bleigrau im Gesicht Wasserm. Wahnschaffe 2,180;
-haltig /Adj./: b. Erz, Farbe;
-hütte, die Techn. Hütte zur Verarbeitung von Bleierzen;
-kammer, die
   1. Chem. mit Bleiplatten ausgekleideter Raum zur Herstellung von Schwefelsäure
   2. /Sg. ungebräuchl./ hist. vgl. -dach 2: [es ist grausam] ihn in den dumpfen Bleikammern ... festhalten zu wollen B. v. Arnim 6,162;
-kammerverfahren, das Chem. Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure in Bleikammern;
-klumpen, der;
-kristall, das stark glänzendes Bleiglas, das leicht zu schleifen ist: eine Vase aus B.;
-kugel, die: Bleikugeln gießen; mit Bleikugeln spielen, schießen;
-lot, das an einer Schnur befestigtes Stück Blei, das als Lot dient;
-platte, die;
-rohr, das: Bleirohre legen;
-schwer /Adj./ schwer wie Blei: ein b. Gegenstand; /übertr./ Sorgen lasten b. auf ihm; meine Füße sind, mein Kopf ist b.; jmdm. liegt es b. in den Gliedern; Bleischwerer Schmerz beengte meine Brust O. M. Graf Mitmenschen 131;
-soldat, der als Kinderspielzeug dienender kleiner Soldat aus Blei: mit Bleisoldaten spielen; dastehen wie die Bleisoldaten;
-vergiftung, die Vergiftung des Körpers, die durch Aufnahme bleihaltiger Verbindungen hervorgerufen wird;
-weiß, das weiße Malerfarbe, die Blei enthält


Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Bleifarbe“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Bleifarbe>, abgerufen am 23.04.2018.

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