Dichtung1, die; -, -en Vorrichtung, um etw. dicht, undurchlässig zu machen: eine neue D. in den Wasserhahn einlegen; ob er nicht die Dichtungen in die Fenster einnageln wollte Seghers 4,316 (Siebtes Kreuz); eine D. gegen Zugluft, Schall; sie sperrten den Keller gegen den Zutritt des Grundwassers durch eine D. ab
dazu /in Verbindung mit Hinweisen auf das, was gedichtet wird, z. B./ Kolben-, Rohr-, Schlauchdichtung; /in Verbindung mit Materialbezeichnungen, z. B./ Asbest-, Filz-, Gummidichtung; /ferner in/ Ab-, Verdichtung

Dichtung2, die; -, -en
   1. mit starker Empfindungs-, Erlebnis- und Ausdrucksfähigkeit geschaffenes sprachliches Kunstwerk: eine lyrische, epische, dramatische, romantische, realistische, revolutionäre, politische, moderne, ernste, lehrhafte, unterhaltende, heitere D.; eine echte, unvergängliche D.; das Wesen, die Gestalten einer D.; eine D. erfüllt, begeistert jmdn.; eine D. verstehen, erleben, nachempfinden; in die Schönheiten einer D. eindringen; Dichtung und Wahrheit Goethe /Buchtitel/; umg. was er sagt, ist bloße D. (stimmt nicht mit der Wirklichkeit überein)
   2. /ohne Pl./ die Gesamtheit, das gesamte Gebiet des dichterischen Schaffens: die D. der europäischen Völker; im Reich der D.
zu 1 u. 2 /in Verbindung mit Dichtungsgattungen, z. B./ Balladen-, Dramen-, Roman-, Spruchdichtung; /in Verbindung mit Hinweisen auf den Inhalt, z. B./ Heimat-, Kampf-, Liebes-, Märchen-, Natur-, Tendenz-, Volksdichtung; /in Verbindung mit Personen, z. B./ Arbeiter-, Bauern-, Helden-, Spielmannsdichtung; /in Verbindung mit Zeitbegriffen, z. B./ Alters-, Jugenddichtung; /ferner in/ Barock-, Bühnen-, Dialekt-, Funk-, Gelegenheits-, Mundart-, Nach-, Tondichtung

Zitationshilfe
„Dichtung“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Dichtung>, abgerufen am 22.01.2018.

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