Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 2. Band, 1967

Empfindung, die

Empfịndung, die; -, -en
das Empfinden, Gefühl
a) Wahrnehmung durch die Sinnesorgane: eine E. von Schmerz, Druck, Wärme; wenn wir nun zu den niederen Tieren hinabsteigen, wo ist die Grenze, bei der die Empfindung aufhört? Hat ein Wurm … eine Schmerzempfindung? Und darf man den Pflanzen eine Art Empfindung zuschreiben? Planck Scheinprobleme 14
b) Gemütsbewegung: eine E. von Freude, Stolz, Dankbarkeit, Bitterkeit, Zorn, Reue, Ekel; eine leidenschaftliche, warme, zarte, tiefe, düstere, schmerzliche, bittere, dankbare E. quoll in ihr hoch, stieg in ihm auf; wenn Harry … eine feine, edle Empfindung fühlte Hesse 4,226 (Steppenw., Tract.); geh. ich nehme an, daß du noch keine entscheidenden Empfindungen für Herrn Grünlich hegst (ihn noch nicht liebst) Th. Mann 1,103 (Buddenbr.) ; der Anblick erweckte vergessene Empfindungen in ihm; guten Empfindungen zugänglich sein; jmd. ist bewegt von zwiespältigen, geteilten, widerstrebenden Empfindungen; mit sehr gemischter Empfindung durchstöberte ich den … Garten Kügelgen Jugenderinnerungen 245; dieser neuerliche, gegen alle nationalen Empfindungen gerichtete Streich Kisch Marktplatz 102; die alten Empfindungen wurden durch das Bild wieder ausgelöst; abgestumpfte Empfindungen; voll E., mit viel E. spielen, deklamieren, sprechen; die Kraft der E.; die E. eines schicksalsschweren Momentes, einer verpaßten Gelegenheit haben;

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Zitationshilfe
„Empfindung“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Empfindung>, abgerufen am 28.02.2020.

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