Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 2. Band, 1967

Erguß, der

Ergụß, der; Ergusses, Ergüsse
1. das Sichergießen: der E. des Blutes ins Gehirn führte zum Schlaganfall; die Jungen, die ihn … unter dem Erguß kindischer Tränen darum baten Kleist 3,207 (Kohlhaas)
2. Stelle, wohin sich etw. ergossen hat: er hatte sich durch den Sturz einen E. im Knie zugezogen; ein verkohlter Eichenast kam als Einschluß in dem Lavastrom vor, der als größter Erguß in der Auvergne gilt Urania 1962
3. /übertr./ Worte, die jmdm. in übersteigerter Form aus dem Innern dringen: geh. ein leidenschaftlicher, überschwenglicher, ekstatischer E. des Herzens, der Seele, Phantasie; es war ein plötzlicher Erguß von Schmerz … der ihm fast wohl tat Bahr Himmelfahrt 284; oft spött. seine lyrischen, poetischen Ergüsse fanden wenig Anklang; er ließ seine langatmigen, pathetischen Ergüsse schweigend über sich ergehen; Und wer ist Jachmann? fragt Pinneberg ungerührt von all diesen Ergüssen Fallada Kleiner Mann 100

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Zitationshilfe
„Erguß“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Erguß>, abgerufen am 21.01.2020.

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