Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 2. Band, 1967

Existenz, die

Existẹnz, die; -, -en
lat.
1. /Pl. ungebräuchl./ Dasein, Vorhandensein: des Volkes Ringen um seine nationale E.; die E. zweier Staaten; er leugnete die E. des Kindes; die reichlichen Niederschläge ermöglichen die E. von Flüssen; Er ahnt nicht, daß ich sie durch meine bloße Existenz zu Widerspruch und Widerstand reize Rinser Mitte 316; Leben: eine kümmerliche E. fristen; er führte eine dunkle, klägliche E.; um die nackte E. kämpfen; Und diese beiden Bildnisse zusammen … zeichneten beide ungeschminkt meine trostlose Existenz Hesse 4,253 (Steppenw.)
2. abwertend Mensch: /meist mit Attribut/ eine fragwürdige, zweifelhafte, dunkle, verdächtige E. (Mensch, dessen Lebensumstände zwielichtig, undurchsichtig sind) verpfuschte, salopp verkrachte⌝, verfehlte Existenzen (Menschen, die in ihrem Berufsleben Schiffbruch erlitten haben) [eine Werkstatt] in der, besonders nachmittags, allerlei nicht besonders respektable Existenzen herumsaßen Brecht Kalendergesch. 150; Ich bin im Verlauf meines sündenbeladenen Lebens mit mancherlei Existenzen aneinandergeraten Wasserm. Wahnschaffe 1,365
3. /Pl. ungebräuchl./ materielle Grundlage, um leben zu können: eine kümmerliche, sorgenfreie, gesicherte, auskömmliche E. haben; um seine E. ringen; sich eine neue E. aufbauen; jmdm. eine sorgenlose E. verschaffen; jmdn. um seine E. bringen; daß er keinerlei Aussicht hätte, sich in dieser Gegend eine Existenz zu gründen Welk Hoher Befehl 554

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Zitationshilfe
„Existenz“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Existenz>, abgerufen am 24.01.2020.

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