Stück, das; -(e)s, -e /- / landsch. salopp Stücker
   1. /Pl. -e; Verkl.: Stückchen/ einzelner (willkürlich, gewaltsam abgetrennter) Teil eines Ganzen: das Hochwasser hat große Stücke vom Ufer abgerissen; sie zerriß den Brief und warf die Stücke ins Feuer; ein S. (von etw.) abbeißen; [worauf der Pudel den Zucker zerbiß] und nun Stück für Stück gemächlich auffraß Renn Kindheit 127; Alle ... schnitten mit dem Messer Stücke Fleisch [aus dem gefallenen Pferd] heraus Renn Krieg 364; ein Stückchen Pappe; ich habe ein schönes S. Fleisch, Lendenbraten, Wurst, geräucherten Schinken gekauft; umg. er hat das größte S. erwischt⌉; ein S. frisches Brot; ein (kurzes, langes) S. Bindfaden, Draht; ein S. vom Fleisch abschneiden; hast du ein S. von dem Stoffübrig?; landsch. Käse, Wurst im, am S. (nicht in Scheiben geschnitten, nicht aufgeschnitten) kaufen⌉; in Stücke: einen Brief in (kleine) Stücke (zer)reißen; Es wurden Arbeiter ... beim Sprengen in Stücke gerissen Kellerm. Tunnel 140; alles in Stücke schlagen wollen; Kartoffeln, Fleisch, Schinken in kleine Stücke schneiden; Sie werfen mit Fußtritten die Amphora um, die in Stücke geht (entzweigeht) Brecht Cäsar 127; der Teller zerbrach in tausend Stücke; /übertr./ umg. sich für jmdn. in Stücke reißen lassen (sich für jmdn. völlig aufopfern, alles für jmdn. tun)⌉; ich konnte ein S., Stückchen Himmel, ein S. des Himmels sehen; der Autor will ein S. Vergangenheit lebendig machen; sie hat ein S., Stückchen Welt gesehen; die Möbelbedeuteten ihm ein S. Heimat; ich habe leider nur ein S. von dem Vortrag gehört; in wilder Fahrt hörte Hermann Stücke (Bruchstücke) von Sätzen Seghers Ausflug 91; denn er [Thälmann] ist ein Stück von uns Turek Wende 111; /bei Mengenangabe meist Pl. Stück/ einzelner (abgetrennter) Teil eines Ganzen, der selbst ein Ganzes, eine Einheit bildet, in sich abgegrenzter, geschlossener Teil eines Ganzen: Kuchen in Stücke schneiden; ein (großes, kleines, dickes, dünnes) S. Kuchen; ein halbes S. Torte; er aß drei S., Stücke (von dem) Pflaumenkuchen; ein S. Schokolade; Die Betten der Nachbarn nahm er auseinander und trug Stück um Stück in die Höfe J. Roth Hiob 252; er konnte ganze Stücke (Abschnitte, Passagen) aus derOdyssee auswendig
   2. /Pl. -e; bei Mengenangabe meist Pl. Stück; Verkl.: Stückchen/ bestimmte Menge eines Stoffes, Materials, einer Substanz, die ein in sich begrenztes Ganzes bildet (und eine handelsübliche Form, Abmessung hat): ein S. Zucker; er nahm zwei S. (Zucker) in den Kaffee; ein S. Seife; ein S. (250 Gramm abgepackte) Butter; zwei S., Stücke Butter; das Format dieses S. (Bogen) Papiers, dieses Stückes Papier; das Rückenteil und die Ärmel sind aus, in einem S. geschnitten; ein S. (abgegrenzte Fläche) Land besitzen; ein paar junge Bäume umschlossen das Herz des Gartens, das Stückchen Rasen Seghers Ausflug 56; ein ausgefuchst freches Stück Prosa Mutterspr. 1959; umg. ein schönes S. Geld(ziemlich) viel Geld: das hat ein schönes, ordentliches, hübsches S. Geld gekostet; ein schönes S. Geld verdienen; ein großes S. Arbeit viel Arbeit, eine große Anstrengung: ein großes, schweres, ordentliches S. Arbeit lag noch vor uns; das war kein leichtes S. Arbeit; hier ist noch ein (gutes) S. Arbeit zu leisten; salopp jmdn. wie ein S. Dreck, Mist behandeln; er ist ein richtiges S. Malheur (er ist ein beklagenswerter Mensch, der immer Pech hat, dem immer ein Mißgeschick passiert)
   3. /Pl. -e/ einzelner (wertvoller) Gegenstand meist aus einer größeren Menge von gleichartigen Gegenständen, bes. Kleidungsstück, Einrichtungsgegenstand /aus dem Kontext ergibt sich meist die nähere Bestimmung des Gegenstandes/ Bei jedem neuen Stück, das für den Jungen angeschafft werden mußte, der ... erstaunlich viel Kleidung und Schuhzeug verbrauchte Bredel Väter 91; während er Stück für Stück seiner Kleidung mit der des Hauptmanns tauschte Wiechert Erzählungen 50; abscheuliche neue Möbel standen unbekümmert zwischen wundervollen alten Stücken Musil Mann 285; das Wiedereintreffen des Stückes [des Koffers] im Bäder- Hotel Th. Mann 9,496 (Tod in Venedig); der Ring war ein seltenes,sehr schönes S.; die wertvollsten Stücke der Sammlung; umg. dieser Mantel, Teppich ist mein bestes, schönstes S.; /übertr./ salopp scherzh. Vater, unser bestes S. (der uns liebste Mensch); ich war mit meinem besten S. (meinem Mann, Freund; meiner Frau, Freundin) im Kino⌉; /Pl. Stück bei einer Mengenangabe, in der Stück die Grundeinheit der Menge bezeichnet/ »wieviel Eier möchten Sie haben?« »Zwölf S.«; die Produktion von Klappfahrrädern wurde gegenüber dem Vorjahr um 50 000 S. erhöht; die Zigarren kosten 60 Pfennig das S.; Am Ende des Jahres 1873 gab es in Deutschland etwa 7 Mio Schweine. 40 Jahre danach ... zählte man mehr als 25 Mio Stück Urania 1963; umg. /von Menschen/ Kinder habe ich auch, drei Stück Werfel Bernadette 538; landsch. salopp /Pl. Stücker; nur im Pl./ Stücker acht ungefähr acht: Dabei bin ich ... ein Freund von Uhren gewesen, manchmal hatte ich Stücker zwanzig in meiner Wohnung Welk Grambauer 246; das ist schon lange her, so Stücker zehn bis fünfzehn Jahre; so Stücker zehn, zwölf sind dagewesen; »wieviel Kinder hat er?« »Stücker drei (drei
   4. /Pl. -e/
   a) Theaterstück, Drama: ein S. schreiben; ein S. von N inszenieren, einstudieren, spielen, aufführen; das S. wird in der Bearbeitung von N gegeben; ein S. vom Spielplan absetzen; umg. das S. ist durchgefallen⌉; ein erfolgreiches, bekanntes, neues, modernes S.; die Stücke von Bertolt Brecht, Max Frisch; Diese Stücke [Die Räuber und Fiesco] hatten uns beide sehr begeistert Renn Kindheit 195; Wer war eher, der Schauspieler oder der Dichter, welcher ihm Stücke schrieb? Th. Mann 11,39
   b) /Verkl.: Stückchen/ Musikstück, bes. kleinere Instrumentalkomposition: auf dem Klavier ein S. von N spielen, üben; ein S. für Klavier; Stücke für Kinder; der Postillon blies ... ein munteres Stückchen E. T. A. Hoffm. 3,422 (Serapionsbrüder)
   
5. a) /Pl. Stück/ ein S. Vieh ein einzelnes zum Vieh gezähltes Tier: In Mahnkes Stall liegen die Kühe, zehn Stück Rindvieh Bobrowski Boehlendorff 65; einige S. Vieh; ein S. Wild
   b) /Pl. -e/ fachspr. ein S. ein einzelnes Tier aus einer Menge Tiere derselben Art, Exemplar /aus dem Kontext ergibt sich die nähere Bestimmung des Tieres/ Die Tiere [Hausziegen] waren meist braun gefärbt, doch sahen wir auch schwarze ... Stücke Urania 1962; während weibliche Stücke des Blauwals eine Körpermasse von 170 t erreichen können Urania 1964
   6. /ohne Pl./ salopp derb meist abwertend Mensch: er ist ein faules, dummes S.; sie kam einfach an das Fenster, dieses freche Stück Waggerl Jahr 82; wie redet dieses S. mit mir!
   7. /Verkl.: Stückchen/ ein S., geh. ein S. Weg(e)s⌉ eine gewisse Teilstrecke eines Weges /nur adv./: ich bringe dich noch ein S., Stückchen; geh. ich begleite dich noch ein S. Weg(e)s⌉; ein S. /bezeichnet eine gewisse Strecke, eine unbestimmte Entfernung, einen unbestimmten Grad/ etwas, ein wenig, nicht sehr viel: bis zum Bahnhof müssen wir noch ein S. gehen; ein S. spazierengehen; wir sind ein gutes S. vorangekommen; das Gras ist ein kleines, umg. ein hübsches, ganzes⌉ S. gewachsen; umg. er ist ein Stückchen (ein bißchen) größer als ich⌉; die Zuversicht ... machte Albert Kump um ein gut Stück unternehmender Victor Schriften 3,94
   8. /in Verbindung mit bestimmten Adjektiven/ salopp abwertend das ist (denn doch) ein starkes S. (eine Unverschämtheit, unerhört); gestern hat er sich ja wieder mal ein tolles, freches S. geleistet; umg. veraltend Stückchen Streich: dann hat die Kathl angefangen, von unseren Possen zu erzählen ... aus Deiner Zeit noch, auch von Dir ein paar Stückchen E. Strauss Freund Hein 137
   9. /in festen Verbindungen/ umg. aus freien Stücken von sich aus, freiwillig: etw. aus freien Stücken tun; große Stücke auf jmdn. halten (jmdn. sehr schätzen)⌉; in allen Stücken in jeder Hinsicht, in jedem Punkt: [er] hielt ... eine so ausgezeichnete und witzige Rede, daß er in allen Stücken Recht bekam Th. Mann 1,488 (Buddenbr.); in manchen Stücken hast du es dir zu leicht gemacht; landsch. in, an einem S. ununterbrochen, ohne Unterbrechung: es hat in einem S. geregnet; ich habe die ganze Nacht an einem S. geschlafen; den Urlaub in einem S. (zusammenhängend) nehmen
zu 1 /in Verbindung mit Hinweisen auf das Ganze, z. B./ Braten-, Brot-, Fleisch-, Haut-, Kuchen-, Torten-, Wurststück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Einzelteile von Schlachtvieh, z. B./ Bauch-, Brust-, Kamm-, Lenden-, Rippenstück; /ferner in/ Ansatz-, Anstands-, Bestand-, Bruch-, Haupt-, Hefe-, Herz-, Kern-, Kopf-, Mittel-, Mund-, Rand-, Rest-, Schluß-, Schwanz-, Spreng-, Teil-, Verbindungs-, Verschluß-, Vorder-, Zwischenstück zu 1 u. 2 Rasenstück zu 2 /in Verbindung mit Hinweisen auf den Stoff, das Material, die Substanz, z. B./ Fels(en)-, Gebäck-, Gras-, Holz-, Stoff-, Zuckerstück zu 3 /in Verbindung mit Hinweisen auf die größere Menge, die Gesamtheit, z. B./ Akten-, Bekleidungs-, Einrichtungs-, Fracht-, Gepäck-, Kleidungs-, Möbel-, Uniform-, Wäschestück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Geld, z. B./ Einmark-, Einpfennig-, Geld-, Groschen-, Mark-, Talerstück; /ferner in/ Abfall-, Ausstellungs-, Beleg-, Beute-, Beweis-, Blumen-, Dekorations-, Einzel-, Erb-, Erinnerungs-, Ersatz-, Fund-, Futter-, Gegen-, Gesellen-, Gold-, Guß-, Hand-, Kupfer-, Lese-, Museums-, Muster-, Parade-, Plunder-, Pracht-, Prüf-, Prunk-, Renommier-, Sammel-, Schmuck-, Schrift-, See-, Seiten-, Silber-, Versatz-, Werk-, Wert-, Zierstück; Achsel-, Schulterstücke zu 3 u. 4 a Ausstattungs-, Familien-, Schaustück zu 3 u. 6 Dreckstück zu 3 u. 8 Meister-, Probestück zu 4 a Bauern-, Boulevard-, Bühnen-, Erfolgs-, Erstlings-, Gegenwarts-, Gesellschafts-, Konversations-, Kriminal-, Lehr-, Lokal-, Parabel-, Rühr-, Spektakel-, Tendenz-, Theater-, Volks-, Zeitstück zu 4 a u. b Charakter-, Kinder-, Lieblings-, Repertoire-, Salon-, Unterhaltungs-, Zugstück zu 4 a u. 8 Zauberstück zu 4 b Gesang(s)-, Klavier-, Konzert-, Musik-, Orchester-, Ton-, Übungs-, Vortragsstück zu 4 b u. 8 Virtuosenstück zu 6 Mist-, Schand-, Weib(s)stück zu 8 Akrobaten-, Artisten-, Bravour-, Buben-, Gangster-, Gauner-, Glanz-, Helden-, Husaren-, Kabinett-, Kunst-, Piraten-, Schelmen-, Taschenspieler-, Wag(e)stück dazu Früh-, Grundstück

Famịlien-, famịlien-
zu Familie 1:-ähnlichkeit, die; Ähnlichkeit von Personen, die zur gleichen Familie gehören: die zwei Cousinen haben eine gewisse F.; Je mehr ich Sie ansehe ... um so unverkennbarer wird mir ja nun die Familienähnlichkeit G. Hauptm. 3,242;
-album, das Album mit Familienbildern: im F. blättern;
-angehörige, der; u. die: mit allen Familienangehörigen verreisen;
-angelegenheit, die: sie mußte wegen einer dringenden F. Urlaub nehmen;
-anhang, der /ohne Pl./ alle Personen, die zur Familie gehören, Verwandte: er hatte keinen F.;
-anschluß, der; Anschluß an eine Familie: F. suchen; die Hausangestellte hat F. (wird in den Kreis der Familie einbezogen);
-ausflug, der; gemeinsamer Ausflug der Familie: am Sonntag haben wir einen F. ins Grüne vor;
-bad, das veralt. für Angehörige beiderlei Geschlechts zugelassene öffentliche Badeanstalt: an einem Tag, heiß dunstig, mit Gewühle im Familienbad Grass Katz 19;
-bande, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ geh.: alte F. wieder anknüpfen;
-besitz, der: der Schmuck ist alter F.; die meisten der Münzen, Gemälde, die in der Ausstellung gezeigt werden, stammen aus F.;
-bild, das Bild, das die ganze Familie oder einzelne Mitglieder der Familie zeigt: das F. wurde zu unserem letzten Familientreffen aufgenommen; er zeigte uns die Familienbilder, weil wir seine Angehörigen kennenlernen sollten; in dem Schloß hängen mehrere lebensgroße, in Öl gemalte Familienbilder;
-blatt, das veralt. Zeitung, die aus unterhaltenden und belehrenden Beiträgen besteht: Ulrich fühlte sich ... an schöne Frauen in verschollenen Jahrgängen deutscher Familienblätter erinnert Musil Mann 22;
-chronik, die; eine F. schreiben; Der Vater hatte die Familienchronik kurz nach seiner Verheiratung angelegt Becher 4,104 (Abschied);
-ehre, die; bei allen seinen Unternehmungen war er auf die F. bedacht; durch die Beleidigung seiner Schwester fühlte er sich in der F. gekränkt, getroffen;
-ereignis, das; (freudiges) Ereignis in der Familie: wir treffen uns immer zu Familienereignissen;
-erziehung, die; Erziehung der Kinder innerhalb der Familie;
-fahrt, die; vgl. -ausflug: eine F. machen; Fahrpreisermäßigung für Familienfahrten;
-feier, die; Feier, die aus einem familiären Anlaß stattfindet und meist nur im Kreis der Familie abgehalten wird: eine kleine, große F.; die F. fand in der Wohnung statt, wurde in einem Restaurant abgehalten; den Freund, gute Bekannte zu einer F. einladen;
-feierlichkeit, die; vgl. -feier;
-fest, das; Fest, das im Kreis der Familie begangen wird: die Geburtstage der Familienmitglieder, Weihnachten als F. feiern;
-festlichkeit, die; vgl. -feier;
-foto, das; umg. vgl. -bild: ein vergilbtes F.; ein Album mit Familienfotos;
-geheimnis, das; auch war darin etwas Beschämendes ... über das unschuldige Kind Familiengeheimnisse ausforschen zu wollen Kafka Schloß 192; scherzh. das ist, bleibt F.!;
-gerecht /Adj./ Neupräg. für eine Familie passend, geeignet: eine f. Wohnung; der Bau f. Heime;
-gericht, das; umg.
   1. Gericht, Rechtsprechung vor der Familie: es mußte mehrfach F. über sie (ab)gehalten werden
   2. rechtsprechende Gemeinschaft, die sich aus Familienmitgliedern zusammensetzt: einen Familienangehörigen vor das F. zitieren;
-geschichte, die; Vorkommnisse in der Familie: sie erzählte mir ihre F. bis in alle Einzelheiten; bei jedem Besuch mußten wir uns die alten Familiengeschichten anhören;
-gesetz, das; Neupräg. DDR: das Familiengesetz beraten;
-gesetzbuch, das; Neupräg. DDR: der Entwurf, die Annahme des neuen Familiengesetzbuches;
-glück, das;
-grab, das; Grabstelle, in der alle Familienmitglieder beigesetzt werden: ein F. kaufen;
-gruft, die; vgl. -grab;
-haupt, das; vgl. -oberhaupt;
-heim, das; der Bau von Familienheimen;
-idyll, das; am Schimpansenkäfig konnte man sich an einem seltenen F. erfreuen;
-interesse, das; auf die Familie gerichtetes Interesse: im F. gab er seinen Plan auf;
-krach, der; salopp: der Besuch mußte sich den F. mit anhören;
-kreis, der; Kreis der Menschen, die zur Familie gehören: die Hochzeit fand nur im engen, engsten F. statt; einen Abend im F. verbringen; jmdn. in den F. aufnehmen, einbeziehen;
-lastenausgleich, der; Neupräg. BRD Zuwendungen, die kinderreichen Familien von Arbeitgebern, staatlichen und öffentlichen Institutionen gewährt werden;
-leben, das; Zusammenleben innerhalb der Familie: ein gutes, glückliches, vorbildliches F. führen; Sinn für ein schönes F. haben; Er meinte, er eigne sich nicht fürs Familienleben Kästner Lottchen 126;
-minister, der; Neupräg. BRD Minister für Familienangelegenheiten;
-mitglied, das;
-name, der; zum Vornamen hinzutretender Eigenname, den die Eltern, Söhne und unverheirateten Töchter einer Familie gemeinsam haben: die Bedeutung der Familiennamen erforschen, untersuchen;
-oberhaupt, das; Alle hatten in sein Lachen eingestimmt ... aus Ehrerbietung gegen das Familienoberhaupt Th. Mann 1,6 (Buddenbr.);
-papiere, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./: Wir hatten eine ganze Truhe voll Familienpapieren Renn Kindheit 190;
-politik, die;
   1. vom Staat im Hinblick auf die Familie betriebene Politik: durch die neuen Maßnahmen in der F. ist der Schutz der Familie gewährleistet
   2. Maßnahmen, die der eigenen oder einer bestimmten Familie Vorteile bieten: F. treiben; er ist für seine F. bekannt;
-rat, der;
   1. Beratung innerhalb der Familie: über etw., ein Familienmitglied F. halten
   2. Rat, der sich aus Familienmitgliedern zusammensetzt: den F. einberufen; er mußte sich dem Beschluß des Familienrates beugen;
-recht, das Gesamtheit der Rechtsbestimmungen auf dem Gebiet der Ehe, Vormundschaft und Verwandtschaft;
-roman, der; Roman, der eine Familie in den Mittelpunkt stellt: ein skandinavischer F.; die 'Buddenbrooks' von Thomas Mann ist ein F.;
-schmuck, der: ein kostbarer, alter F.; er war so in finanzielle Schwierigkeiten geraten, daß er den F. verkaufen mußte;
-segen, der: umg. scherzh. der F. hängt schief (die Eintracht in der Familie ist gestört);
-sinn, der; Sinn für die Familie: einen ausgeprägten F. haben, besitzen; Macheath hat einen starken Familiensinn bekundet Brecht Dreigroschenroman 438;
-stammbuch, das die Heiratsurkunde enthaltendes Buch, das Eheleuten bei der Eheschließung vom Standesamt übergeben wird und in dem weitere, den Familienstand betreffende Eintragungen amtlich vorgenommen werden können: die Geburt des Sohnes in das F. eintragen lassen;
-stand, der; Verhältnis einer Person im Hinblick auf einen Ehepartner: jmdn. nach Alter und F. fragen; F.: verheiratet;
-stolz, der;
   1. Stolz der Familie: Seine Heldentaten ... belebten immer aufs neue den Familienstolz G. Hauptm. 3,74
   2. Stolz auf die Familie: Familienstolz und Kastengeist waren in uns ungewöhnlich stark ausgeprägt O. M. Graf Mitmenschen 102;
-stück, das
   1. Gegenstand, der sich in der Familie vererbt hat: die Uhr ist ein altes, ehrwürdiges F.
   2. Bühnenstück, das eine Familie in den Mittelpunkt stellt: ein F. schreiben, aufführen;
-szene, die; vgl. -tragödie: es spielten sich bei ihnen unglaubliche Familienszenen ab;
-tag, der; Tag, an dem alle Familienmitglieder zusammenkommen: zu Ostern wollen wir einen F. abhalten;
-tisch, der; Tisch, an dem die Familie gemeinsam die Mahlzeiten einnimmt, sich versammelt: der Vater hat, führt den Vorsitz am F.; er bat seine Gäste, am festlich gedeckten F. Platz zu nehmen; das Zusammensitzen um den abendlichen Familientisch E. Strauss Spiegel 179;
-tradition, die: Wir Hochstädters dienen alle beim Salzburger Hausregiment. Eine Art Familientradition Weiskopf 1,436 (Abschied v. Frieden);
-tragödie, die: die Zeitung berichtete von einer entsetzlichen F.;
-tratsch, der; salopp abwertend Gerede, Geschwätz über Familienangelegenheiten: sie mußte sich den F. ihrer Nachbarin anhören;
-treffen, das vgl. -tag;
-unterhalt, der; Unterhalt für die Familie: die Eltern müssen beide für den F. arbeiten; den F. von einem geringen Einkommen bestreiten müssen;
-unterstützung, die; Unterstützung, die einer Person zusätzlich für ihre Familie gewährt wird: einen Antrag auf F. stellen;
-vater, der: er ist ein guter, fürsorglicher, umsichtiger, strenger, glücklicher F.; der Mann ist verheiratet und F.; Friedrich war alles eher als ein Familienvater B. Frank Trenck 77;
-verband, der: der Biber lebt in Kolonien oder im F.;
-verhältnisse, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Verhältnisse in der Familie: in geregelten, zerrütteten Familienverhältnissen leben; die F. waren bei ihm sehr verwickelt;
-vermögen, das: das F. wurde nach dem Tode der Eltern unter den Geschwistern aufgeteilt; er war Alleinerbe des Familienvermögens;
-vorstand, der; vgl. -oberhaupt;
-wappen, das: Das ... ziselierte Schild mit dem Familienwappen über dem Eingang Seghers 6,272 (Die Toten);
-weise /Adv./ in ganzen Familien: man schloß sich f. zu kleinen Wanderkapellen zusammen; sie verließen f. das Land;
-zerwürfnis, das vgl. -zwist;
-zusammenführung, die; Neupräg. Zusammenführung der Familienmitglieder, die durch den zweiten Weltkrieg und seine Folgen auseinandergerissen worden sind: die F. beantragen; die F. getrennt lebender Ehegatten;
-zuwachs, der: F. (ein Kind) erwar ten, bekommen; scherzh. im Elefantenhaus des Tierparks hat sich F. eingestellt;
-zwist, der; geh.: er hatte ihn aus einem alten F. heraus angezeigt


Zitationshilfe
„Familienstück“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Familienst%C3%BCck>, abgerufen am 16.11.2018.

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