Fessel, 1die; -, -n
ketten-, bandartiges Gerät, mit dem man jmdn., etw. fesseln kann: einem Verbrecher, Gefangenen Fesseln anlegen (ihn fesseln) er hatte Fesseln an den Händen, Füßen; jmdm. die Fesseln abnehmen, abstreifen; sich von seinen Fesseln befreien; die Fesseln sprengen, lösen, abwerfen, durchschneiden, durchfeilen; jmdn. in Fesseln legen, dicht. schlagen, werfen; da führen sie Franz Biberkopf durch die Tür raus mit ner Fessel am linken Arm Döblin Alexanderpl. 437; /bildl./ zwanghafte Bindung: die F. der Ehe, des Berufes; ein Land befreit sich von den Fesseln der Fremdherrschaft; sich aus den Fesseln des scholastischen Denkens befreien; die wirtschaftliche Entwicklung des zaristischen Rußland wurde in Fesseln gehalten; jmdn. ketten Fesseln an eine Frau; Wie konnte ich hoffen, die Fesseln zu zerreißen, die mich an Nina binden? Rinser Mitte 294; eine Verpflichtung als F. empfinden, tragen

Fessel, 2die; -, -n
Teil des Fußes der Huftiere zwischen erstem Zehenglied und Mittelfuß: die feinen, starken Fesseln eines Pferdes; eine zierliche Fuchsstute, goldbraun mit weißen Fesseln A. Zweig Einsetzung 153; Wenn sie [die Rinder] bockig stehenbleiben wollten, faßte Wolf sie so schmerzhaft an den Fesseln, daß sie doch wieder weitergingen Scharrer Hirt 101; Teil des menschlichen Beines zwischen Wade und Fußgelenk: sie hat schlanke, dicke Fesseln

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