Fetzen, der; -s, - /Verkl.Fetzchen/
1. umg. abgerissenes Stück
a) unregelmäßig gerissenes Stück, bes. von Papier und Stoff: ein F. Stoff, Papier, Fleisch; ein schmutziger, blutiger F. (Stoff); einen Brief in (tausend) kleine F. zerreißen; die F. verbrennen, in alle Winde verstreuen; von den Wänden hingen Fetzen einer uralten Ledertapete Raabe I 1,586 (Hungerpastor) ; die F. eines zerlesenen Buches; jmd. umwickelt die wunden Füße mit alten F.; das Auto mit einem öligen F. putzen /bildl./ salopp jmdm. hängen die Kleider in F. vom Leibe; d. Anzug, Kleid ist nur noch ein F.; der Rock wird bald in F. gehen (auseinanderfallen) sie prügelten sich, diskutierten, daß die F. flogen (sie prügelten sich, diskutierten hart)
b) /übertr.; im Pl./ umg. unzusammenhängende Stücke, Bruchstücke: aus dem Haus drangen F. von Gesang, eines Gesprächs; es waren nur schattenhafte Fetzen von Überlegungen Rinser Mitte 274
2. österr. umg. Scheuertuch
3. vulg. Schimpfw. liederlicher Mensch: jetzt hältst du aber deinen dreckigen Mund, du Fetzen, sonst hau ich dir eine in die Fresse Brecht Dreigroschenoper II 3

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