Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 2. Band, 1967

Friede, der

Friede, der; -ns, -n
s. Frieden

WDG, 2. Band, 1967

Frieden, der

Frieden, der; -s, - /Nom. Sg.auch Friede/
1. /ohne Pl./ vertraglich geregelter Zustand zwischen den Staaten, der ein Zusammenleben in Ruhe und Sicherheit auf der Grundlage des Völkerrechts gewährleistet, Ggs. Krieg: ein guter, gerechter, wahrer F.; ein beständiger, langer, dauerhafter, ewiger F.; d. Festigung, Schutz des Friedens; geh. e. Bollwerk, Hort des Friedens; e. Bastion, Insel des Friedens; dicht. die Sonne des Friedens; der Kampf für den F.; Die Kameradschaft zwischen Häftlingen und Wärtern beruht auf … der gleichen Sehnsucht nach Frieden A. Zweig Grischa 114; es ist immer noch kein F.; sein ganzes Leben diente dem F.; den F. wollen, wünschen, ersehnen, bringen, lieben; dem Gegner F. anbieten; den F. zwischen zwei Staaten vermitteln; mit dem Feind F. schließen; den F. erkämpfen, erzwingen, bewahren, (er)halten, sichern, verteidigen, retten, (wieder)herstellen; Militarismus und Faschismus gefährden den F.; den F. bedrohen, stören, verletzen, brechen; für den F. arbeiten, eintreten, kämpfen; der Aggressor hetzte gegen den F.; Kunst und Wissenschaft gedeihen nur im F. das war, geschah noch (mitten) im F. (in der Friedenszeit) alle Völker wollen in F. und Freiheit leben; über den F. verhandeln, wachen; den Sieger um F. bitten es geht um Krieg oder F.; zum F. mahnen endlich kam es zum F.
2. vertraglicher Friedensschluß: ein ehrenvoller, günstiger, sofortiger F.; der Westfälische F. von 1648; den F. diktieren, unterzeichnen, verkünden; über den F. verhandeln;
3. /ohne Pl./ hist. obrigkeitlich garantierter Schutz der Person und ihres Eigentums: die Städte gaben den durchreisenden Kaufleuten F. und Geleit; Euch schützt des Königs Frieden Schiller Jungfr. v. Orleans IV 13
4. /ohne Pl./ völlig ungestörter, harmonischer Zustand
a) Eintracht, Ggs. Zwietracht, Streit: der tägliche, eheliche F.; ob nicht ein Dritter seinen häuslichen Frieden störe Musil Mann 538; zwischen uns herrscht F.; dem F. ist nicht zu trauen; die Kinder halten nicht fünf Minuten lang F., geben keinen F. (zanken sich immer) seinen F. mit jmdm. machen (den Streit mit jmdm. beenden) ; er stiftete F. zwischen ihnen; den F. untergraben; in F. miteinander arbeiten, auskommen; sie gingen in F. auseinander; Es kann der Frömmste nicht im Frieden bleiben, / Wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt Schiller Tell IV 3; ein Leben in Ruhe und F. führen; mit jmdm., mit aller Welt in F. und Freundschaft leben; bibl. Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden; /sprichw./ F. ernährt, Unfrieden verzehrt
b) geh. (heitere) Ruhe: ein beschaulicher, innerer, stiller F.; der F. der Natur, des Herzens; im F. seines Heims; ein Abend voll tiefen Friedens; Süßer Friede, / Komm, ach komm in meine Brust! Goethe Wandrers Nachtl.; ein himmlischer F. überkam ihn; keinen F. (vor jmdm.) finden, haben; ich will nur meinen F.; umg. laß uns gefälligst in F. (störe uns nicht)! um des lieben Friedens willen (um endlich Ruhe zu haben) gab er nach
c) Rel. geh.: Friede sei mit euch! /Segensspruch/; ruhe in F.! /Grabspruch/; in F. sterben; geh. verhüll. in den ewigen F. eingehen (sterben) dicht. Friede seiner Asche!

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Zitationshilfe
„Frieden“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Frieden>, abgerufen am 25.01.2020.

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