Gesịchts-:
-ausdruck, der Miene: ein ernster, verstimmter, gekränkter, gelangweilter, sorgenvoller, unruhiger G.; ihr G. veränderte sich;
-bildung, die Gestalt, Form des Gesichts: der G. nach ist er ein Mongole; seine Gesichtsbildung, sein blonder, lockiger Schnurrbart unter der kurz aufgeworfenen Nase ließen ihn durchaus nicht italienischen Schlages erscheinen Th. Mann 9,476 (Tod in Venedig);
-farbe, die: eine rote, dunkle, gelbe, fahle, salopp käsige⌉, blasse, ungesunde G. haben;
-feld, das Blickfeld: In völliger Ruhe umfaßt das Gesichtsfeld des Menschen nahezu 180 Grad Urania 1958; etw. in sein G. bekommen, bringen; in jmds. G. treten, sein; etw. aus dem G. verlieren; /bildl./ er ist seit Jahren aus meinem G. verschwunden;
-form, die vgl. -bildung;
-hälfte, die;
-haut, die: eine glatte, faltige G.;
-kreis, der
   1. Gebiet, das man ohne Ortsveränderung überschaut: jmd. entschwindet jmdm. aus dem G.; ein Paar, das, so lang es im Gesichtskreise der Anwesenden verblieb, mit Lachen und Getuschel begleitet wurde Fontane I 3,292 (Irrungen); /übertr./ geistige Weite eines Menschen: einen weiten, engen G. haben; etw. erweitert, verengt jmds. G.; das liegt außerhalb, jenseits seines Gesichtskreises
   2. veralt. Horizont: Da, am Gesichtskreis flackert hell empor / Ein kleiner Stern Grillp. Des Meeres u. d. Liebe Wellen III; Gegen den Himmel standen am Rande des Gesichtskreises drei Pappeln aufgereckt Doderer Lederbeutelchen 54;
-lähmung, die Muskellähmung im Gesicht;
-maske, die
   1. Larve, Maske, die vor dem Gesicht getragen wird: Die allgemeine Gewohnheit vornehmer Damen, in den Straßen von Paris eine Gesichtsmaske zu tragen Rehfisch Hexen 219
   2. Mittel zur Gesichtspflege, das nach dem Auftragen erstarrt und eine starke Durchblutung der Haut bewirkt: eine G. anwenden, auftragen, entfernen;
-muskel, der: jmds. Gesichtsmuskeln zucken, arbeiten, sind angespannt;
-packung, die vgl. -maske 2;
-pflege, die;
-plastik, die Med. operative Veränderung des Gesichtes: eine G. ausführen;
-punkt, der Punkt, von dem aus etw. betrachtet, beurteilt wird: etw. unter einem bestimmten, anderen G. sehen; etw. von verschiedenen Gesichtspunkten aus beurteilen; vom pädagogischen, ärztlichen G. aus; ein Zimmer nach rein praktischen Gesichtspunkten einrichten; das ergibt ganz neue Gesichtspunkte; es kommt auf den G. an; diesen G. darf man nicht vergessen, außer acht lassen; einen G. besonders hervorheben;
-rose, die Med. im Gesicht lokalisierte Form der Wundrose;
-schnitt, der vgl. -bildung: Gesichtsschnitt und Kleidung bezeichneten sie als Fremde Wasserm. Wahnschaffe 1,181;
-sinn, der Sehvermögen: der G. bestimmter Tiere ist sehr schwach; Den Raum nehmen wir doch mit unseren Organen wahr, mit dem Gesichtssinn und dem Tastsinn Th. Mann 2,95 (Zauberb.);
-täuschung, die optische Täuschung;
-wasser, das wohlriechende Flüssigkeit zur Gesichtspflege;
-winkel, der Winkel, den die von den äußersten Punkten eines Gegenstandes zum Auge verlaufenden Linien bilden, Sehwinkel; /bildl./ Gesichtspunkt: etw. unter einem anderen, zu engen G. sehen, betrachten, beurteilen; das ist nur unter diesem einen G. zu verstehen; es kommt auf den G. an; es ist nur der falsche Gesichtswinkel eines jungen, unerfahrenen Mädchens Kafka Schloß 406;
-zug, der /Sg. ungebräuchl./ Zug im Gesicht, Gesichtsausdruck: scharf ausgeprägte, schwermütige, verfallene, ebenmäßige Gesichtszüge; eine große blonde Frau mit steifen hölzernen Gesichtszügen Storm 4,41 (Pole Poppensp.); Ich bin niemals ein Meister in der Beherrschung der Gesichtszüge gewesen Nossack Spirale 59


Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Gesichtsfarbe“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Gesichtsfarbe>, abgerufen am 24.01.2018.

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