Glück, das; -(e)s, -e /Pl. ungebräuchl./
1. /ohne Pl./ zufälliges, überraschendes Zusammentreffen günstiger Umstände in einer Situation, die man selbst nicht beeinflussen kann, Begünstigung durch besondere Zufälle, Ggs. Pech: ein großes, unerhörtes, salopp unverschämtes G.; er hat G. bei dem Sturz gehabt; wir hatten noch einmal G. (im Unglück); scherzh. G. muß der Mensch haben!; Sie haben gehabt weder Glück noch Stern Volksl., Es fiel ein Reif in der Frühlingsnacht er hat viel G. (Erfolg) bei den Frauen, in der Liebe gehabt damit hast du bei mir kein G. (erreichst du nichts) umg. jmd. ist ein Hans im G., salopp hat mehr G. als Verstand (ist ein Glückspilz) sein G. versuchen, probieren, erproben; sich auf sein G. verlassen; jmdm. G. zu etw. wünschen; du kannst wirklich von G. sagen, reden, daß …; mit etw. sein G. machen (mit etw. großen Erfolg haben) etw. ist jmds. G., etw. ist ein wahres G., ein G. etw. ist sehr günstig für jmdn.: es war mein G., daß ein Arzt zur Stelle war; das ist dein G., daß du pünktlich bist!; es ist ein (wahres) G., daß ich genug Geld eingesteckt habe; ein G., daß es nicht regnet!; zum G. zu jmds. Vorteil, glücklicherweise: zum G. habe ich genug Geld eingesteckt; zum G. war die Tür offen, hatte das Geschäft noch auf; zum G. trug sie festes Schuhwerk; bei dem Unfall wurde zum G. niemand verletzt; auf gut G. ohne die Garantie eines günstigen Ausganges, Erfolges: er ging auf gut G. los; ich werde es auf gut G. versuchen; Auf gut Glück betrat ich eine von ihnen Kusenberg Nicht zu glauben 26; /sprichw./ Unglück im Spiel, G. in der Liebe; G. auf! /Bergmannsgruß/ ; G. ab! /Gruß der Flieger vor dem Start/
2. /ohne Pl., nur mit best. Art./ Personifikation von 1, Fortuna: das G. ist blind; das blinde, launische, wechselhafte G.; jmd. ist ein Kind des Glücks (jmdm. fällt alles mühelos zu) jmd. ist ein Stiefkind des Glücks; das G. lacht, lächelt, winkt jmdm., begünstigt jmdn., ist jmdm. günstig, hold, gnädig, gewogen, ist mit jmdm., ist gegen jmdn., hat jmdm. den Rücken gekehrt, hat sich gegen jmdn. gewendet, hat jmdn. verlassen; Bedenkt, wie schnell des Glückes Rad sich dreht Schiller Wallenst. Tod IV 7; Das Glück hat gegen dich entschieden Brecht Rundköpfe 4
3. freudig-bewegter Zustand, in dem man sich befindet, wenn man die ersehnten ideellen oder materiellen Güter erlangt hat: das G. des jungen Paares, der jungen Mutter, der Familie, Kinder; das G. der ganzen Menschheit; Das Glück im Winkel Suderm. /Titel/; es ist ein G., Kinder zu haben; ein junges, stilles, tiefes, hohes, reines, inneres, äußeres, ungetrübtes, unverdientes, dauerndes, kurzes, häusliches, bürgerliches, verlorenes G.; Höchstes Glück der Erdenkinder / Sei nur die Persönlichkeit Goethe 2,97 (Divan) ; Ich habe genossen das irdische Glück Schiller Piccolomini III 7; du bist mein (ganzes) G. (machst mich glücklich) ihm ist das G. nicht in den Schoß gefallen; nichts trübte ihr G.; das G. erjagen, erringen wollen; Lerne nur das Glück ergreifen, / Denn das Glück ist immer da! Goethe Willst du immer weiter schweifen; etw. bringt jmdm. G.; das wird dir kein G. bringen; er konnte sein G. nicht fassen; sein G. verscherzen, von sich stoßen; sein G. mit Füßen treten (grob mißachten) ich will deinem G. nicht im Wege stehen (will dich nicht hindern, nach deinem Willen zu handeln) scherzh. sie schwamm in G., strahlte vor G., war trunken von, vor G.; dann würde man sie eben zu ihrem Glück zwingen müssen Musil Mann 864; G. und Freude herrschten; in G. und Unglück zusammenstehen; in G. und Wohlstand, Reichtum leben /sprichw./ G. und Glas, wie leicht, bald bricht das!; jeder ist seines Glückes Schmied

gluck
umg. /lautnachahmend
a) für den Ruf der Henne/
b) für das Geräusch einer aus einer Flasche fließenden Flüssigkeit/ Gluck-gluck machte der Wacholder, als er eingegossen ward, gluck-gluck sang er, als er mir durch die Kehle rann Kusenberg Nicht zu glauben 144

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