Gold-, gold-:
-ader, die goldhaltige Ader im Gestein: nach einer G. suchen; /bildl./ das Herz, woran ich bei Emil nie gezweifelt habe, aber wovon wir so lange umsonst die Goldadern suchten Federer Berge 212;
-ammer, die unten goldgelber, sonst grüngrauer Fink;
-arbeit, die in Gold ausgeführte Arbeit: Vor allem umgibt sie sich mit den anspruchsvollsten Toilettesachen ... in übertrieben kostbarer, eingelegter Goldarbeit St. Zweig Balzac 458;
-artig /Adj./: ein g. Glanz;
-ausbeute, die: eine geringe G.;
-barren, der Barren aus unbearbeitetem Gold;
-barsch, der goldgänzender oder leuchtend zinnoberrot gefärbter Fisch der Tiefsee des Nordatlantik, der ein wichtiger Speisefisch ist, Rotbarsch;
-bestand, der: der G. eines Landes;
-bestickt /Adj./ mit Goldfäden bestickt: eine g. Livree, Uniform;
-betreßt /Adj./ mit Goldtressen: eine g. Livree, Mütze;
-blättchen, das Blättchen von ganz dünn ausgeschlagenem Gold, das bes. bei der Vergoldung verwendet wird;
-blond /Adj./: g. Haar; g. Zöpfe, Locken; g. Wimpern; ein g. Kind; ihr g. Kopf; Ihr reiches Haar war von jenem seltenen zarten Goldblond Kellerm. Tunnel 25;
-borte, die vgl. -brokat: die Decke war mit einer G. eingefaßt;
-braun /Adj./ leuchtend braun: der Blick seiner eigenartig goldbraunen Augen Th. Mann 1,434 (Buddenbr.); ein g. gebackenes Hähnchen;
-brille, die Brille mit einem goldenen Gestell;
-brokat, der Brokat, bei dessen Herstellung Goldfäden verwendet wurden: ein Kleid, Gardinen aus G.;
-bronze, die: die große Waage der Baleks, ein altertümliches, verschnörkeltes, mit Goldbronze bemaltes Ding Böll Waage 38;
-buchstabe, der; goldfarbener Buchstabe: ein Einbanddeckel mit Goldbuchstaben; die Goldbuchstaben des Firmenschildes, Grabsteines;
-deckung, die; Bank Deckung der umlaufenden Banknoten durch Goldbestände: daß wahrscheinlich jetzt Noten gedruckt würden ohne vorhandene Golddeckung H. Mann Zeitalter 314;
-draht, der; Draht aus echtem oder unechtem Gold: dünne, feine, echte Golddrähte;
-druck, der; ein wertvoller G.; der G. erfolgt häufig mit Blattgold; das Emblem ist in G. ausgeführt;
-echt /Adj./ umg. durch und durch aufrichtig: Die Trudel ist goldecht Fallada Jeder stirbt 101;
-ehrlich /Adj./ umg. durch und durch ehrlich: ein g. Mensch;
-faden, der Faden aus echtem oder unechtem Gold: eingewebte Goldfäden;
-farben /Adj./ von goldener Farbe: g. Tee; g. Schmetterlinge; in goldfarbene Kleider gekleidet, mit goldfarbenen Schuhen Böll Billard 56;
-fasan, der großer, an vielen Stellen prächtig goldgelb und orangerot gefärbter Fasan, der in Asien beheimatet ist; scherzh. mein G. (mein Liebling); naz. abwertend politischer Leiter: Es wurde ein Ärgernis für den Ortsbauernführer und die anderen Goldfasanen Welk Bulle 27; Goldfasanen hieß man diese politischen Leiter Goes Brandopfer 9;
-feder, die goldene Feder eines Füllhalters;
-feld, das Bergm. abbauwürdige Lagerstätte von Gold: auf der Insel wurden reiche Goldfelder entdeckt;
-fieber, das fieberhafter Drang, Gold zu suchen: vom G. ergriffen werden;
-finger, der Finger zwischen Mittelfinger und kleinem Finger, an dem gewöhnlich ein Ring getragen wird, Ringfinger;
-fisch, der von den Chinesen und Japanern gezüchtete, in Europa erst seit etwa 200 Jahren bekannte, goldglänzende Abart der Karausche; veraltend scherzh. heiratsfähiges junges Mädchen, von dem erwartet wird, daß es ein beträchtliches Vermögen in die Ehe mitbringt;
-fischglas, das;
-fuchs, der
   1. Pferd mit rotbraunem, goldglänzendem Fell
   2. veralt. Goldstück: Da mußte ich dem Wachtmeister ein paar Goldfüchse in die Hand drücken Welk Grambauer 368;
-führend /Adj./ Bergm. vgl. -haltig: g. Quarz, Schlamm; eine g. Sandschicht; ein g. Fluß; das g. Material kommt in einen Behälter;
-gefaßt /Adj./ mit Gold eingefaßt: ein g. Brillant, Rubin; g. Brillengläser;
-gehalt, der Gehalt an Gold: der G. einer Münze, Legierung;
-gelb /Adj./: g. reifer Weizen; g. Wein, Bienenhonig; diese Blumen blühen g.;
-geld, das vgl. -mark;
-gelockt /Adj./ geh. mit blonden Locken: Statt des weiß und roten goldgelockten Engelsköpfchens saß ein unförmlicher dicker Kopf auf einem winzig kleinen ... Leibe E. T. A. Hoffm. 3,282 (Serapionsbrüder);
-gerändert /Adj./ mit einem Goldrand: g. Porzellan; g. Glückwunschkarten;
-geschirr, das goldenes Tafelgeschirr;
-geschmeide, das geh. goldenes Geschmeide;
-gestickt /Adj./ mit Goldfäden gestickt: eine g. Uniform; daß der Alte Fritz nicht goldgestickt in Samt und Seide ... durch die Straßen fährt Zuchardt Spießrutenlauf 127;
-gewinnung, die: die verschiedenen Wege der G.;
-gier, die Gier nach Gold: von G. ergriffen werden;
-gierig /Adj./ gierig nach Gold: die g. Eroberer;
-glanz, der: der G. des Käfers;
-glänzend /Adj./: ein g. Fisch; das g. Fell des Pferdes; kleine goldglänzende, stahlblaue Fliegen standen flügelschwingend in der Luft Storm 1,11 (Immen- see);
-gräber, der jmd., der nach goldhaltigem Gestein gräbt;
-gräberei, die vgl. -gräber;
-grube, die umg. Quelle großen Reichtums, sehr ertragreiches Unternehmen: dieses Geschäft, Restaurant, der Steinbruch ist eine G.; er hat aus dem Laden eine wahre G. gemacht; er wollte diese G. nicht aufgeben;
-grün /Adj./: ein g. Käfer;
-grund, der /Pl. ungebräuchl./ goldfarbener Hintergrund von Mosaiken und Malereien, von dessen Fläche sich die Gestalten in anderen Farben abheben: der G. alter Ikonen;
-gulden, der hist. vgl. -stück;
-haar, das geh. Blondhaar;
-haarig /Adj./ geh. blondhaarig;
-hähnchen, das kleinster europäischer Singvogel, der der Grasmücke verwandt ist und bei grünlicher Farbe einen goldgelben Scheitel aufweist;
-haltig /Adj./ Gold enthaltend: g. Gestein; g. Sand;
-hamster, der Hamster mit goldbraunem Fell, der in Deutschland bes. zu Versuchszwecken gezüchtet wird;
-hungrig /Adj./ vgl. -gierig;
-junge, der umg. scherzh. lieber, netter Junge: dieser G. hat alles richtig gemacht; du bist mein G.; »Du bist schon ein Goldjunge«, sagte er Feuchtw. Lautensack 133; Jetzt verschwindest du hier, mein Goldjunge Borchert 138;
-käfer, der goldgrüner, metallisch glänzender Käfer, Rosenkäfer;
-käferschuh, der Schuh von der Farbe des Goldkäfers: von zierlichen Goldkäferschuhen mit Schnallen und Schleifen bis zu einfachen Lederschlappen für den Morgen G. Hermann Gebert 407;
-kette, die goldene Kette: ein Anhänger an einer G.; eine lange, dünne G.;
-kind, das vgl. -junge: das ist ein Goldkind von einer Frau Th. Mann 2,194 (Zauberb.);
-klumpen, der Klumpen von unbearbeitetem Gold;
-korn, das vgl. -klumpen: große, kleine Goldkörner finden; /bildl./ wieder milder gestimmt, ließ die Bollmannsche nun doch aus dem Füllhorn ihrer Erfahrungen die Goldkörner ihrer Weisheit herausquellen Zuchardt Spießrutenlauf 99;
-krone, die goldene Krone
   1. der Zahn erhält eine G.
   2. die G. des Königs;
-küste, die Küstenland von Ghana;
-lack, der im Garten blühender, halbhoher Kreuzblütler mit wohlriechenden goldgelben bis dunkelbraunen Blüten;
-lager, das Lagerstätte von Gold: die G. von Kalifornien; ein leicht auszubeutendes G.;
-land, das Land, in dem Gold zu finden ist: sie waren auf der Suche nach dem sagenhaften G.;
-legierung, die;
-leiste, die vergoldete Holzleiste für Bilderrahmen, Möbel, Tapetenabschlüsse: eine schmale G.;
-lockig /Adj./ geh. mit blonden Locken;
-macherei, die abwertend vgl. -macherkunst: obwohl dieser Mann, der Praxis zugewandt, selbst nicht mehr an die Goldmacherei glaubte Natur u. Heimat 1960;
-macherkunst, die hist. Alchimie;
-mädchen, das vgl. -junge;
-mark, die deutsche Mark vor dem 1. Weltkrieg: Prunkgemächer, die, hoch berechnet, mit Goldmark dennoch leicht zu bezahlen waren H. Mann Zeitalter 268;
-medaille, die Medaille aus vergoldetem Silber, die bei Olympischen Spielen als 1. Preis dem Sieger in jedem der ausgetragenen Wettkämpfe feierlich überreicht wird: sie kam mit zwei Goldmedaillen nach Haus;
-mine, die Mine, in der goldhaltiges Gestein abgebaut wird: eine südafrikanische G.; die Goldminen von Kanada;
-mundstück, das Mundstück einer Zigarette aus Goldpapier;
-münze, die goldene Münze: alte Goldmünzen sammeln;
-orfe, die häufig in Gartenteichen gehaltener, in der Färbung an den Goldfisch erinnernder Fisch;
-papier, das vergoldetes Papier: e. Weihnachtsstern, Krone aus G.;
-parität, die Wirtsch. vom Staat festgelegtes Verhältnis der nationalen Währung zum Gold;
-parmäne, die 〈engl.zu den Renetten gehörender, aromatischer Tafelapfel, dessen Schale eine goldgelbe Farbe mit roten Streifen aufweist;
-plättchen, das goldenes Plättchen;
-plattierung, die Veredlung von Metallen durch das Aufwalzen von Goldplättchen;
-plombe, die goldene Plombe in einem Zahn: daß man seine Goldplomben aufblitzen sah Kellerm. Totentanz 139;
-pokal, der goldener Pokal;
-probe, die Probe, bei der der Goldgehalt von goldenen Gegenständen ermittelt wird; /bildl./ Nichts aber bewährt besser den Charakter eines Menschen als die Goldprobe des Erfolgs und die Feuerprobe des Unglücks St. Zweig Heilung 100;
-rahmen, der vgl. -leiste;
-rand, der goldener Rand: Kaffeetassen, Gläser mit einem G.;
-rausch, der vgl. -gier;
-raute, die s. -rute;
-regen, der im Frühjahr goldgelb blühender Zierstrauch, der ein Schmetterlingsblütler mit dreifingrigen Blättern und herabhängenden Blütentrauben ist;
-reichtum, der: der G. eines Landes;
-reif, der goldener Reif: sie trug einen G. im Haar;
-renette, die großer bis mittelgroßer, regelmäßig gebauter Tafelapfel von goldgelber Farbe;
-reserve, die: die G. eines Landes;
-richtig /Adj./ umg. völlig richtig: etw. ist g.; deine Entscheidung, dieser Schritt war g.; außerdem ist das, was sie tut, so goldrichtig Kästner Lottchen 102; der linke Verteidiger hatte g. gespielt; salopp jmd. ist g. jmd. gefällt jmdm. sehr; jmd. hat völlig recht: Sie sind richtig, junge Frau, Sie sind goldrichtig Fallada Kleiner Mann 307;
-ring, der goldener Ring: ein glatter, schmaler, starker G.; einen G. tragen;
-rute, die mit goldgelben Rispen blühender, hoher Korbblütler, der im Hochsommer im Garten blüht und häufig verwildert;
-sand, der goldhaltiger Sand: der G. enthielt auch einige größere Goldkörner;
-schatz, der Schatz von Goldgeschmeide und -geschirr: ein verborgener G.; Er [der Drache] sitzt auf einem Goldschatz Kusenberg Nicht zu glauben 114;
-schläger, der Handwerker, der durch Walzen und Schlagen mit dem Hammer dünnste Goldblättchen herstellt, die zum Vergolden gebraucht werden;
-schmied, der künstlerisch geschulter Handwerker, der fein geformte Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände aus edlen Metallen fertigt;
Goldschmiede-:
-arbeit, die;
-kunst, die;
-werkstatt, die;

Gold-, gold-:
-schmuck, der goldener Schmuck;
-schnitt, der mit Blattgold vergoldete Schnittfläche eines Buches: ein verblaßter, abgegriffener G.; eine Geschenkausgabe in Leder mit G.;
-schrift, die vgl. -buchstabe: der Titel stand in G. auf dem Einbanddeckel; der Name leuchtete uns in G. entgegen; die G. ist verwittert;
-sohn, der umg. scherzh. liebster Sohn, Lieblingssohn: er war schon immer ihr G.; du bist der G.; der Goldsohn ward abgefertigt zur Reise von wegen Bruderzwistes Th. Mann 3,527 (Joseph);
-specht, der goldgelb und bräunlich gefärbter Specht Amerikas mit leicht gekrümmtem Schnabel;
-spitze, die vgl. -brokat;
-standard, der Wirtsch. Regelung des Geldwesens in einem Lande, bei der das Gold die Grundlage bildet, vgl. -währung;
-staub, der: zu den Sesseln, deren Füße mit Goldstaub bespritzt sind Weyrauch Dialog 237;
-stickerei, die Stickerei mit Goldfäden: die G. auf dem Gewand des Priesters;
-stoff, der vgl. -brokat;
-stück, das veralt. als Zahlungsmittel geltende goldene Münze: er hatte sein erstes G. verdient; ein Beutel voller Goldstücke; die Goldstücke zählen; /bildl./ salopp scherzh. lieber, netter Mensch: er, sie ist ein G.; du bist unser G.; wenn ich mir dieses Goldstück durch die Lappen gehen lassen würde Loest Sportgesch. 64;
-sucher, der vgl. -gräber;
-tochter, die vgl. -sohn;
-ton, der goldener Farbton: ein im G. gehaltenes Kleid; die auffällig blonde Haarfarbe, die Vater und Kind, beide im gleichen Goldton trugen Werfel Verdi 194;
-topas, der Amethyst oder Rauchquarz, der durch Glühen goldgelb gemacht wurde und dadurch dem echten Topas ähnelt;
-tresse, die vgl. -brokat: eine Livree mit Goldtressen;
-überzug, der goldener Überzug: der G. des Kaffeelöffels;
-umrändert /Adj./ vgl. -gerändert: Ruth hielt eine goldumränderte Glückwunschkarte Böll Billard 319;
-vorrat, der: der G. des Landes;
-waage, die /nur in der Wendung/ umg. ein Wort, die Worte auf die G. legen das Gesagte übergenau nehmen, wie es gar nicht gemeint war: unter Freunden legt man nicht jedes Wort, nicht alles auf die G.; Leg meine Worte nicht auf die Goldwaage Zuchardt Spießrutenlauf 188;
-währung, die Wirtsch. Währungssystem eines Landes, bei dem das Gold die Grundlage bildet, vgl. -standard: von der G. abgehen;
-wäsche, die das Waschen oder Schlämmen von goldhaltigem Sand oder Gestein, wobei die Goldkörner zu Boden sinken und zurückbleiben;
-wäscher, der vgl. -wäsche;
-wäscherei, die vgl. -wäsche;
-wasser, das wasserheller Gewürzlikör mit Zusätzen von kleinen Flittern aus echtem Blattgold: Der Tuschel ... erzählte immer noch einen Witz, ließ Goldwasser kommen Grass Blechtrommel 90;
-zahn, der goldener Zahn

Stück, das; -(e)s, -e /- / landsch. salopp Stücker
   1. /Pl. -e; Verkl.: Stückchen/ einzelner (willkürlich, gewaltsam abgetrennter) Teil eines Ganzen: das Hochwasser hat große Stücke vom Ufer abgerissen; sie zerriß den Brief und warf die Stücke ins Feuer; ein S. (von etw.) abbeißen; [worauf der Pudel den Zucker zerbiß] und nun Stück für Stück gemächlich auffraß Renn Kindheit 127; Alle ... schnitten mit dem Messer Stücke Fleisch [aus dem gefallenen Pferd] heraus Renn Krieg 364; ein Stückchen Pappe; ich habe ein schönes S. Fleisch, Lendenbraten, Wurst, geräucherten Schinken gekauft; umg. er hat das größte S. erwischt⌉; ein S. frisches Brot; ein (kurzes, langes) S. Bindfaden, Draht; ein S. vom Fleisch abschneiden; hast du ein S. von dem Stoffübrig?; landsch. Käse, Wurst im, am S. (nicht in Scheiben geschnitten, nicht aufgeschnitten) kaufen⌉; in Stücke: einen Brief in (kleine) Stücke (zer)reißen; Es wurden Arbeiter ... beim Sprengen in Stücke gerissen Kellerm. Tunnel 140; alles in Stücke schlagen wollen; Kartoffeln, Fleisch, Schinken in kleine Stücke schneiden; Sie werfen mit Fußtritten die Amphora um, die in Stücke geht (entzweigeht) Brecht Cäsar 127; der Teller zerbrach in tausend Stücke; /übertr./ umg. sich für jmdn. in Stücke reißen lassen (sich für jmdn. völlig aufopfern, alles für jmdn. tun)⌉; ich konnte ein S., Stückchen Himmel, ein S. des Himmels sehen; der Autor will ein S. Vergangenheit lebendig machen; sie hat ein S., Stückchen Welt gesehen; die Möbelbedeuteten ihm ein S. Heimat; ich habe leider nur ein S. von dem Vortrag gehört; in wilder Fahrt hörte Hermann Stücke (Bruchstücke) von Sätzen Seghers Ausflug 91; denn er [Thälmann] ist ein Stück von uns Turek Wende 111; /bei Mengenangabe meist Pl. Stück/ einzelner (abgetrennter) Teil eines Ganzen, der selbst ein Ganzes, eine Einheit bildet, in sich abgegrenzter, geschlossener Teil eines Ganzen: Kuchen in Stücke schneiden; ein (großes, kleines, dickes, dünnes) S. Kuchen; ein halbes S. Torte; er aß drei S., Stücke (von dem) Pflaumenkuchen; ein S. Schokolade; Die Betten der Nachbarn nahm er auseinander und trug Stück um Stück in die Höfe J. Roth Hiob 252; er konnte ganze Stücke (Abschnitte, Passagen) aus derOdyssee auswendig
   2. /Pl. -e; bei Mengenangabe meist Pl. Stück; Verkl.: Stückchen/ bestimmte Menge eines Stoffes, Materials, einer Substanz, die ein in sich begrenztes Ganzes bildet (und eine handelsübliche Form, Abmessung hat): ein S. Zucker; er nahm zwei S. (Zucker) in den Kaffee; ein S. Seife; ein S. (250 Gramm abgepackte) Butter; zwei S., Stücke Butter; das Format dieses S. (Bogen) Papiers, dieses Stückes Papier; das Rückenteil und die Ärmel sind aus, in einem S. geschnitten; ein S. (abgegrenzte Fläche) Land besitzen; ein paar junge Bäume umschlossen das Herz des Gartens, das Stückchen Rasen Seghers Ausflug 56; ein ausgefuchst freches Stück Prosa Mutterspr. 1959; umg. ein schönes S. Geld(ziemlich) viel Geld: das hat ein schönes, ordentliches, hübsches S. Geld gekostet; ein schönes S. Geld verdienen; ein großes S. Arbeit viel Arbeit, eine große Anstrengung: ein großes, schweres, ordentliches S. Arbeit lag noch vor uns; das war kein leichtes S. Arbeit; hier ist noch ein (gutes) S. Arbeit zu leisten; salopp jmdn. wie ein S. Dreck, Mist behandeln; er ist ein richtiges S. Malheur (er ist ein beklagenswerter Mensch, der immer Pech hat, dem immer ein Mißgeschick passiert)
   3. /Pl. -e/ einzelner (wertvoller) Gegenstand meist aus einer größeren Menge von gleichartigen Gegenständen, bes. Kleidungsstück, Einrichtungsgegenstand /aus dem Kontext ergibt sich meist die nähere Bestimmung des Gegenstandes/ Bei jedem neuen Stück, das für den Jungen angeschafft werden mußte, der ... erstaunlich viel Kleidung und Schuhzeug verbrauchte Bredel Väter 91; während er Stück für Stück seiner Kleidung mit der des Hauptmanns tauschte Wiechert Erzählungen 50; abscheuliche neue Möbel standen unbekümmert zwischen wundervollen alten Stücken Musil Mann 285; das Wiedereintreffen des Stückes [des Koffers] im Bäder- Hotel Th. Mann 9,496 (Tod in Venedig); der Ring war ein seltenes,sehr schönes S.; die wertvollsten Stücke der Sammlung; umg. dieser Mantel, Teppich ist mein bestes, schönstes S.; /übertr./ salopp scherzh. Vater, unser bestes S. (der uns liebste Mensch); ich war mit meinem besten S. (meinem Mann, Freund; meiner Frau, Freundin) im Kino⌉; /Pl. Stück bei einer Mengenangabe, in der Stück die Grundeinheit der Menge bezeichnet/ »wieviel Eier möchten Sie haben?« »Zwölf S.«; die Produktion von Klappfahrrädern wurde gegenüber dem Vorjahr um 50 000 S. erhöht; die Zigarren kosten 60 Pfennig das S.; Am Ende des Jahres 1873 gab es in Deutschland etwa 7 Mio Schweine. 40 Jahre danach ... zählte man mehr als 25 Mio Stück Urania 1963; umg. /von Menschen/ Kinder habe ich auch, drei Stück Werfel Bernadette 538; landsch. salopp /Pl. Stücker; nur im Pl./ Stücker acht ungefähr acht: Dabei bin ich ... ein Freund von Uhren gewesen, manchmal hatte ich Stücker zwanzig in meiner Wohnung Welk Grambauer 246; das ist schon lange her, so Stücker zehn bis fünfzehn Jahre; so Stücker zehn, zwölf sind dagewesen; »wieviel Kinder hat er?« »Stücker drei (drei
   4. /Pl. -e/
   a) Theaterstück, Drama: ein S. schreiben; ein S. von N inszenieren, einstudieren, spielen, aufführen; das S. wird in der Bearbeitung von N gegeben; ein S. vom Spielplan absetzen; umg. das S. ist durchgefallen⌉; ein erfolgreiches, bekanntes, neues, modernes S.; die Stücke von Bertolt Brecht, Max Frisch; Diese Stücke [Die Räuber und Fiesco] hatten uns beide sehr begeistert Renn Kindheit 195; Wer war eher, der Schauspieler oder der Dichter, welcher ihm Stücke schrieb? Th. Mann 11,39
   b) /Verkl.: Stückchen/ Musikstück, bes. kleinere Instrumentalkomposition: auf dem Klavier ein S. von N spielen, üben; ein S. für Klavier; Stücke für Kinder; der Postillon blies ... ein munteres Stückchen E. T. A. Hoffm. 3,422 (Serapionsbrüder)
   
5. a) /Pl. Stück/ ein S. Vieh ein einzelnes zum Vieh gezähltes Tier: In Mahnkes Stall liegen die Kühe, zehn Stück Rindvieh Bobrowski Boehlendorff 65; einige S. Vieh; ein S. Wild
   b) /Pl. -e/ fachspr. ein S. ein einzelnes Tier aus einer Menge Tiere derselben Art, Exemplar /aus dem Kontext ergibt sich die nähere Bestimmung des Tieres/ Die Tiere [Hausziegen] waren meist braun gefärbt, doch sahen wir auch schwarze ... Stücke Urania 1962; während weibliche Stücke des Blauwals eine Körpermasse von 170 t erreichen können Urania 1964
   6. /ohne Pl./ salopp derb meist abwertend Mensch: er ist ein faules, dummes S.; sie kam einfach an das Fenster, dieses freche Stück Waggerl Jahr 82; wie redet dieses S. mit mir!
   7. /Verkl.: Stückchen/ ein S., geh. ein S. Weg(e)s⌉ eine gewisse Teilstrecke eines Weges /nur adv./: ich bringe dich noch ein S., Stückchen; geh. ich begleite dich noch ein S. Weg(e)s⌉; ein S. /bezeichnet eine gewisse Strecke, eine unbestimmte Entfernung, einen unbestimmten Grad/ etwas, ein wenig, nicht sehr viel: bis zum Bahnhof müssen wir noch ein S. gehen; ein S. spazierengehen; wir sind ein gutes S. vorangekommen; das Gras ist ein kleines, umg. ein hübsches, ganzes⌉ S. gewachsen; umg. er ist ein Stückchen (ein bißchen) größer als ich⌉; die Zuversicht ... machte Albert Kump um ein gut Stück unternehmender Victor Schriften 3,94
   8. /in Verbindung mit bestimmten Adjektiven/ salopp abwertend das ist (denn doch) ein starkes S. (eine Unverschämtheit, unerhört); gestern hat er sich ja wieder mal ein tolles, freches S. geleistet; umg. veraltend Stückchen Streich: dann hat die Kathl angefangen, von unseren Possen zu erzählen ... aus Deiner Zeit noch, auch von Dir ein paar Stückchen E. Strauss Freund Hein 137
   9. /in festen Verbindungen/ umg. aus freien Stücken von sich aus, freiwillig: etw. aus freien Stücken tun; große Stücke auf jmdn. halten (jmdn. sehr schätzen)⌉; in allen Stücken in jeder Hinsicht, in jedem Punkt: [er] hielt ... eine so ausgezeichnete und witzige Rede, daß er in allen Stücken Recht bekam Th. Mann 1,488 (Buddenbr.); in manchen Stücken hast du es dir zu leicht gemacht; landsch. in, an einem S. ununterbrochen, ohne Unterbrechung: es hat in einem S. geregnet; ich habe die ganze Nacht an einem S. geschlafen; den Urlaub in einem S. (zusammenhängend) nehmen
zu 1 /in Verbindung mit Hinweisen auf das Ganze, z. B./ Braten-, Brot-, Fleisch-, Haut-, Kuchen-, Torten-, Wurststück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Einzelteile von Schlachtvieh, z. B./ Bauch-, Brust-, Kamm-, Lenden-, Rippenstück; /ferner in/ Ansatz-, Anstands-, Bestand-, Bruch-, Haupt-, Hefe-, Herz-, Kern-, Kopf-, Mittel-, Mund-, Rand-, Rest-, Schluß-, Schwanz-, Spreng-, Teil-, Verbindungs-, Verschluß-, Vorder-, Zwischenstück zu 1 u. 2 Rasenstück zu 2 /in Verbindung mit Hinweisen auf den Stoff, das Material, die Substanz, z. B./ Fels(en)-, Gebäck-, Gras-, Holz-, Stoff-, Zuckerstück zu 3 /in Verbindung mit Hinweisen auf die größere Menge, die Gesamtheit, z. B./ Akten-, Bekleidungs-, Einrichtungs-, Fracht-, Gepäck-, Kleidungs-, Möbel-, Uniform-, Wäschestück; /in Verbindung mit Hinweisen auf Geld, z. B./ Einmark-, Einpfennig-, Geld-, Groschen-, Mark-, Talerstück; /ferner in/ Abfall-, Ausstellungs-, Beleg-, Beute-, Beweis-, Blumen-, Dekorations-, Einzel-, Erb-, Erinnerungs-, Ersatz-, Fund-, Futter-, Gegen-, Gesellen-, Gold-, Guß-, Hand-, Kupfer-, Lese-, Museums-, Muster-, Parade-, Plunder-, Pracht-, Prüf-, Prunk-, Renommier-, Sammel-, Schmuck-, Schrift-, See-, Seiten-, Silber-, Versatz-, Werk-, Wert-, Zierstück; Achsel-, Schulterstücke zu 3 u. 4 a Ausstattungs-, Familien-, Schaustück zu 3 u. 6 Dreckstück zu 3 u. 8 Meister-, Probestück zu 4 a Bauern-, Boulevard-, Bühnen-, Erfolgs-, Erstlings-, Gegenwarts-, Gesellschafts-, Konversations-, Kriminal-, Lehr-, Lokal-, Parabel-, Rühr-, Spektakel-, Tendenz-, Theater-, Volks-, Zeitstück zu 4 a u. b Charakter-, Kinder-, Lieblings-, Repertoire-, Salon-, Unterhaltungs-, Zugstück zu 4 a u. 8 Zauberstück zu 4 b Gesang(s)-, Klavier-, Konzert-, Musik-, Orchester-, Ton-, Übungs-, Vortragsstück zu 4 b u. 8 Virtuosenstück zu 6 Mist-, Schand-, Weib(s)stück zu 8 Akrobaten-, Artisten-, Bravour-, Buben-, Gangster-, Gauner-, Glanz-, Helden-, Husaren-, Kabinett-, Kunst-, Piraten-, Schelmen-, Taschenspieler-, Wag(e)stück dazu Früh-, Grundstück

Zitationshilfe
„Goldstück“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Goldst%C3%BCck>, abgerufen am 17.12.2018.

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