Gott, der; -es, Götter
höchstes und verehrungswürdiges, außerhalb der realen Welt gedachtes Wesen in einer Religion, bes. der christlichen: der G. der Christen, Juden; die germanischen, griechischen, heidnischen Götter; der dreieinige, liebe G.; ein allmächtiger, gütiger, gerechter, lebendiger, persönlicher, unbekannter G.; wie ein junger G.; G. Vater und Sohn; G., der Herr; Es gibt keinen Gott, denn: Entweder hat Gott die Welt geschaffen oder nicht Büchner Danton III; Gott ist den Sündern gnädig Suderm. 6,42 (Reise nach Tilsit) ; ich habe nie von dem geträumt, was sie Gott nennen Nossack Spirale 100; Ich kenne nichts Ärmeres / Unter der Sonn als euch, Götter! Goethe Prometheus; /sprichw./ der Mensch denkt, G. lenkt; G. gibt's den Seinen im Schlaf; hilf dir selbst, so hilft dir G.; d. Reich, Name, Lob, Gnade Gottes; Gottes Gebote halten; /sprichw./ Gottes Mühlen mahlen langsam; Gottes Wort verkünden (predigen) die Mutter Gottes; wie die Schafsnatur des Christen in seiner Gleichheit mit dem Lamm Gottes Marx Kapital 1,57; in Gottes Namen handeln; Es ist bestimmt in Gottes Rat Volksl.; um Gottes Lohn; vor Gottes Thron; G. loben, preisen, fürchten, lieben, anrufen; G. leugnen, lästern; G. dienen; sich G. allein anvertrauen; seinem G. ganz ergeben sein; G. sei Lob und Dank für die Rettung; an G. glauben Man glaubt nicht mehr an Gott J. Roth Radetzkymarsch 192; Wir wollen trauen auf den höchsten Gott Schiller Tell II 2; geh. verhüll. jmd. ist bei G., ruht in G. (ist gestorben und beerdigt) hier ruht in G. … /Inschrift auf Grabsteinen/ ; mit G.!; zu G. bitten, beten, flehen /übertr./ abwertend jmd., etw. ist jmds. G. jmd. liebt jmdn., etw. kritiklos: der Junge, das Geld ist ihr G.; umg. großer, allmächtiger G.!, o G.!, salopp ach, du lieber G.! /Ausrufe der Bestürzung, Erregung/ umg. G. behüte!, um Gottes willen! /Ausrufe der Ablehnung, Abwehr/ ; G. sei Dank!, G. sei's gedankt!, salopp G. sei's getrommelt und gepfiffen! /Ausrufe der Erleichterung/ ; du bist wohl (ganz und gar) von G. verlassen, von allen Göttern verlassen! /Ausrufe der Mißbilligung/ derb G. verdamm' mich! /Fluch/ ; geh. veraltend G. befohlen! /Abschiedsgruß/ ; landsch. grüß (dich) G.!, veralt. G. zum Gruß! /Grußformeln/ ; Doch ich muß gehen und – Gott zum Gruß, Meister Dill! Weismantel Riemenschneider 129; salopp daß G. erbarm' /drückt eine negative Kritik aus/: er spielte, daß G. erbarm' (spielte jämmerlich) ; umg. gnade dir G.! /drückt eine Drohung aus/ : wenn du zu spät kommst, dann gnade (dir) G.!; leider Gottes (leider, zu meinem Bedauern) ging meine Uhr falsch tue das in Gottes Namen (meinetwegen) das war weiß G. (wirklich) nicht einfach salopp G. weiß wo, wohin, wer, was, wen /drückt die Unkenntnis des genauen Sachverhaltes aus/: er ist jetzt G. weiß wo; sie läuft deshalb G. weiß wohin; das hat nun G. weiß wer; sie redete G. weiß was; ich habe G. weiß wen (alles) gefragt; sie hat es G. weiß wem gegeben; umg. das wissen die Götter das ist ganz unbestimmt: wie hoch der Gewinn sein wird, das wissen die Götter; Ob er ihn wiedersehen würde, wußten nur die Götter Kellerm. Totentanz 469; es war ein Bild für (die) Götter (ein ergötzlicher Anblick) salopp dem lieben G. den Tag (ab)stehlen (faulenzen) den lieben G. einen guten, frommen Mann sein lassen (unbekümmert in den Tag hinein leben) jmd. lebt wie G. in Frankreich (lebt im Überfluß)

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