Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Guß, der

Guß, der; Gusses, Güsse
1. Flüssigkeitsmenge, die gegossen wird, Wasserschwall: ein kräftiger, starker, kalter, warmer G.; jmdm. kalte Güsse verordnen; der Patient wurde mit kalten Güssen behandelt; das Wasser, das in breiten, klatschenden Güssen vom schrägen Dach schüttete G. Hermann Gebert 233; Immer neue Güsse / Bringt er [der Besen] schnell herein Goethe Zauberlehrl.; umg. (kurzer) heftiger Regen: das Gewitter war von einem starken, tüchtigen G. begleitet; wolkenbruchartige Güsse prasselten herunter; es sieht nach einem G. aus; /übertr./ Die Alternative zwischen Ordnung und Übergabe wirkte wie ein kalter Guß auf die entfesselten Gefühle Werfel Musa Dagh 619
2. das Gießen in eine Form: der G. einer Glocke, eines Standbildes, Maschinenteils; nach dem G. erkaltet, erstarrt das Material; Wohl! nun kann der Guß beginnen Schiller Glocke
3. das in Formen gegossene, erstarrte Material: ein gelungener, sauberer, fehlerhafter, rauher, legierter G.; ein G. aus Bronze, Eisen; der G. reißt, springt;
4. /übertr./ (wie) aus einem G. einheitlich, in sich geschlossen, vollendet: ein Werk, Gemälde, Mann, eine Ballade, Gestalt (wie) aus einem G.; eine wie aus einem G. wirkende Gestaltung, Inszenierung, Aufführung
5. Überzug auf Backwaren: Backwerk, eine Torte mit einem wohlschmeckenden, süßen, zuckrigen G. überziehen; einen G. zubereiten, auftragen;

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Zitationshilfe
„Guß“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Guß>, abgerufen am 27.11.2020.

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