Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Haken, der

Haken, der; -s, -
1. /Verkl.: Häkchen/ winklig oder rund gebogenes Metall- oder Holzteilchen, das als Haltevorrichtung dient
a) um einen Gegenstand aufzuhängen: den Hut, Mantel an einen H. hängen, vom H. nehmen; das Bild hängt am H.; im Fleischerladen hing ein halbes Schwein an einem H.; Würste an H. aufhängen; einen H. in die Wand schlagen;
b) um Kleidungsstücke zuzuhaken: H. und Öse; einen H. an den Rockbund, die Jacke annähen; den H. in die Öse, eine Schlinge einhängen;
c) um Fische zu fangen, Angelhaken: An seinem Haken schnellte eine Forelle Fussenegger Antlitz 167 Andreas [ein Fischer] holte sein Zeug herbei, um ein paar Haken zu drehen Seghers 1,34 (Aufstand)
d) um einen Gegenstand zu ergreifen, festzuhalten und heranzuziehen: mit einem langen H. (einer langen Stange, die an einem Ende einen Haken hat) zog er das Boot ans Land, die Äste zu sich nieder
e) /bildl./ Jägerspr. einen H. schlagen (plötzlich und scharf, bes. auf der Flucht, die Richtung ändern)
f) /übertr./ umg. Schwierigkeit: die Sache hat einen H.; das ist dabei der H.; hier liegt, steckt der H.; /sprichw./ was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten (was aus jmdm. wird, zeigt sich schon in seiner frühesten Jugend)
2. Boxen Schlag, der mit angewinkeltem Arm geführt wird: den Gegner mit einem linken, rechten H. treffen;
3. /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Jägerspr.
a) die oberen Eckzähne des Rotwildes
b) obere und untere Eckzähne der Bache
c) Fangzähne des Fuchses, Marders

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Zitationshilfe
„Haken“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Haken>, abgerufen am 13.05.2021.

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