Hand, die; -, Hände
1. /Verkl.Händchen, Händlein/ Glied des Menschen und Affen, das mit seinen fünf Fingern zum Greifen und Halten dient und den unteren Teil des Armes bildet: die linke H.; die rechte, Kinderspr. schöne H.; eine große, kleine, breite, dicke, plumpe, fleischige, schwielige, kräftige, harte, knochige, grobe, magere, weiche, schlaffe, welke H.; eine blasse, weiße, warme, kühle, fiebrige, feine, zierliche H.; die verarbeitete, dürre Hand des alten Landarbeiters Fallada Jeder stirbt 524; behaarte, dickgeäderte, gepflegte, abgearbeitete, aufgesprungene, blaugefrorene, zerschundene, behandschuhte, beringte Hände; die sichere H. des Meisters; geh. die begnadete H. des Künstlers; die fünf Finger der H.; der Druck, die Linien der H.; sie lebten von ihrer Hände Arbeit; seine Hände sind sauber, geschickt; Mil. Hände hoch! /Aufforderung, sich zu ergeben/ ; die H. greift, faßt, packt (zu); die Hände öffnen sich, strecken sich, schließen sich; seine H. tastet im Dunkel nach dem Schalter; die Hände liegen ruhig auf dem Tisch, umg. fahren hastig umher; seine Hände arbeiten schnell und genau; ihn schmerzt die H.; umg. mir tun die Hände weh; die Hände zittern; seine Hände fliegen vor Aufregung; die H. ermüdet, schläft ein, erstarrt; seine Hände hingen schlaff herunter A. Zweig Junge Frau 67; die Hände öffnen, schließen; die Hände nach etw., jmdm. ausstrecken; die Hände in die Höhe, zum Himmel, zur Abstimmung, Abwehr heben; Wer dazu stimmt, erhebe seine Hände Schiller Tell II 2; am Ziel riß der Läufer vor Freude die Hände hoch; die Hände vor den Mund, über den Kopf halten; die Hände auf die Brust, auf die Schulter, hinter den Rücken, über die Augen legen; er legte (grüßend) die H. an die Mütze; die Hände in die Taschen stecken, in die Seiten stemmen; die Hände aufstützen, kreuzen; die Hände zum Gebet, umg. über dem Bauch falten; die Hände hinter dem Nacken verschränken; daß immer zwei von uns die Hände miteinander verflochten Bergengr. Pelageja 56; die Hände vors Gesicht schlagen; sie schlugen vor Verwunderung die Hände über dem Kopf zusammen sich /Dat./ vergnügt die Hände reiben; jammernd die Hände ringen; die H. zur Faust ballen, gegen die Stirn pressen; die Hände verkrampfen; er nahm die Hände von den Augen, vom Tisch; die Hände zurückziehen, loslassen, frei bekommen, frei haben; er stieß meine H. von sich; sie ließen die Hände sinken, fallen; jmdm. herzlich beide Hände (zum Gruß) geben, hinhalten, entgegenstrecken; geh. sie bot, reichte ihm liebenswürdig die H.; sie überließ ihm die H.; jmdm. (zum Dank) die H. drücken; sie schüttelten sich beim Abschied kräftig die Hände; jmdm. (ehrerbietig) die H. küssen; österr. küß die H.! /Gruß/ ; der Lehrer führte dem Kind beim Schreiben die H.; der Hund leckte seinem Herrn die H.; jmds. ausgestreckte, geh. dargebotene H. fassen, halten, nehmen; ich ergriff seine hilfreiche H.; jmds. H. streicheln; kalte Hände haben; er hat die H. am Steuer, auf der Klinke; die Hände waschen; sich /Dat./ die Hände (an der Schürze) abtrocknen, abwischen; wir wärmten uns /Dat./ die Hände am Ofen; er hat sich /Dat./ die linke H. verstaucht; er hatte sich /Dat./ die Hände mit Blut befleckt; jmdn., sich an der H., an den Händen halten sie … hielten sich fest an beiden Händen gefaßt G. Hermann Gebert 431; ich friere an den Händen; jmdn. an die H. nehmen (führen) das Goldstück lag auf der flachen H. der Akrobat konnte auf den Händen laufen; jmdn. auf die H. schlagen; sich auf die H. stützen; jmdm. etw. aus der H. nehmen, reißen er schlug ihm das Messer aus der H.; ich legte die Feder aus der H.; die Alte las aus der H.; umg. aus der H. (ohne Besteck) essen jmdn. bei der H. nehmen, halten die Kinder faßten sich bei den Händen; sie ließ das Halsband durch ihre Hände gleiten; hinter der vorgehaltenen H. flüstern, gähnen; jmdm. etw. in die H. drücken, geben er ließ das Halsband in ihre Hände gleiten; etw. in die H. nehmen; den Kopf in die Hände stützen, vergraben; in seine erstarrten Hände blasen, hauchen; sie klatschten begeistert in die Hände; etw. in der H., in den Händen haben, halten, tragen; Herr von Trotta wog das Schreiben in der Hand J. Roth Radetzkymarsch 317; den Füller in der H., schrieb er; sie gingen H. in H. (hielten sich bei den Händen) ein Schlag, Stoß mit der H. ein Bursche mit langen, starken Händen; ein Mädchen mit schmalen, zarten Händen; mit der H. winken, umg. herumfuchteln, auf etw. zeigen; die Augen mit der H. bedecken; mit den Händen in den Hosentaschen dastehen; sich /Dat./ mit der H. vor die Stirn schlagen, umg. über das Gesicht fahren; die Schimpansen schwingen sich mit den Händen flink von Baum zu Baum; etw. mit beiden Händen halten, ergreifen; er hatte den Aal mit der bloßen H. gefangen; Geld, Zettel mit gierigen, abwertend fahrigen Händen zusammenraffen; mit gefalteten Händen beten; Ich … schöpfe mit der hohlen Hand das gelbe Wasser Remarque Im Westen 219; eine Arbeit mit ruhiger, sicherer H. ausführen; der Arzt operierte mit behutsamen, vorsichtigen Händen; etw. mit roher, verbrecherischer H. zerstören; jmdn. mit zärtlichen, zitternden Händen streicheln; der Mörder wurde mit gefesselten Händen vorgeführt; mit den Händen reden; der Hund schnappte nach meiner H.; er beugte sich über ihre H.; den Handschuh von der H. streifen das Bild ging von einer H. in die andere; fachspr. von (mit der) H.: etw. von H. anfertigen, löten, steuern die bisher von Hand vorgenommene Steuerung Urania 1962; /in bildl. Wendungen/ umg. verhüll. ihm rutscht leicht die H. aus (er schlägt schnell zu) umg. scherzh. die linke H. kommt vom Herzen /wird gesagt, wenn die linke Hand zur Begrüßung gereicht wird/; jmds. Händen entkommen, geh. entrinnen (jmds. Gewalt entfliehen) umg. seine H. aufhalten (etw. haben wollen) die H. nach etw. ausstrecken etw. begehren: daß ich mit Ungestüm auch nach anderen Lorbeeren … die Hand ausstreckte Schleich Besonnte Vergangenh. 313 die H. gegen jmdn. erheben (jmdn. bedrohen) mit H. anlegen (mitarbeiten) wir hatten letzte H. an unsere Arbeit gelegt (hatten die letzten Handgriffe dafür getan) H. an jmdn. legen (jmdm. Gewalt antun) er legte H. an sich (beging Selbstmord) seine H. auf etw. legen (etw. in Beschlag nehmen) die Hände in den Schoß legen (nichts tun) umg. verhüll. eine hohle H. machen (bestechlich sein) Dann begab sich Pierre in gewisse Ämter, füllte gewisse hohle Hände (arbeitete mit Bestechungsgeldern) Feuchtw. Füchse 266; umg. seine Hände in etw. haben, stecken (sich in etw. einmischen) seine schützende H. über jmdn., etw. halten (jmdm., einer Sache seinen Schutz gewähren) geh. seine H. (von jmdm., etw.) abziehen (jmdm., einer Sache seinen Schutz versagen) umg. laß die Hände davon, aus dem Spiel (befasse dich damit nicht)! geh. sie regten, rührten fleißig die Hände (sie arbeiteten fleißig) umg. ehe man die H. umdreht, umkehrt (im Handumdrehen, im Nu) eine ruhige, sichere, geschickte H. haben (ruhig, sicher, geschickt arbeiten) eine feste, straffe H. haben (entschieden vorgehen) umg. Vater hatte oft eine lockere H. (schlug oft schnell zu) zwei linke Hände haben (ungeschickt in der praktischen Arbeit sein) sie haben immer reine, saubere Hände gehabt (sie haben immer anständig gehandelt) freie H. in etw. haben, erhalten frei, nach eigenem Ermessen vorgehen können: in der Planung seiner Arbeit hatte er völlig freie H.; eine offene H. für jmdn., etw. haben (jmdn., etw. bereitwillig unterstützen) eine glückliche H. bei, mit etw. haben Glück bei, mit etw. haben: bei der Auswahl der passenden Farben hatte der Maler eine ausgesprochen glückliche H.; sie hat mit Blumen eine glückliche H.; mit diesem Vorhaben hat er eine unglückliche H.; hier hatte der Zufall seine H. im Spiel (hatte mitgewirkt) umg. beide, alle Hände voll (sehr viel) zu tun haben denn auf den Ertrag meiner Bücher hat der Verlag seine Hand (hat er das Verfügungsrecht) Musil Mann 1646 jmdm. die H. zu etw. bieten, geben (jmdm. in einer Sache beistehen) er gab mir darauf die H. (bekräftigte unsere Abmachung mit Handschlag) meine H. darauf!; jmdm. freie H. (volle Handlungsfreiheit) geben, lassen umg. wir können uns die Hände geben (wir sind in der gleichen Lage) jmdm. die Hände füllen, salopp schmieren (jmdn. bestechen) mir sind die Hände gebunden (ich kann nicht so handeln, wie ich will) geh. sie reichte ihm die H. fürs Leben (heiratete ihn) veralt. einer Frau seine H. antragen (ihr einen Heiratsantrag machen) jmds. H. ausschlagen (jmds. Heiratsantrag zurückweisen) für jmdn., etw. die H. ins Feuer legen (für jmdn., etw. bürgen) H. aufs Herz, ich meine es ehrlich (ich meine es wirklich ehrlich)! ihre Begründung hatte H. und Fuß (war völlig in Ordnung) eher lasse ich mir die H. abschlagen, als daß ich euch verlasse (ich verlasse euch unter keinen Umständen) ein hilfreicher Mensch, der die linke Hand nicht wissen ließ, was die rechte gab (der ohne viel Aufhebens in der Stille half) Löscher Alles Getrennte 20 seine Hände in Unschuld waschen (sich keine Schuld beimessen) /sprichw./ eine H. wäscht die andere (wenn jmd. etw. für den anderen tut, erwartet er dasselbe für sich) ; wenn man dem Teufel den kleinen Finger gibt, will er gleich die ganze H. (wenn man jmdm. mit wenigem entgegenkommt, fordert er gleich alles) ; jmdm. Material, Hilfsmittel an die H. geben (zur Verfügung stellen) ; jmdm. an die H. gehen (behilflich sein) ; jmdn. an der H. (zu seiner Verfügung) haben; an H. mit Hilfe: an H. meiner Aufzeichnungen; etw. auf eigene H. tun etw. auf eigene Verantwortung tun: sie führte das Geschäft auf eigene H. weiter; jmdm. auf die Hände sehen (jmdn. bei der Arbeit beobachten) ; jmdn. auf Händen tragen jmdn. mit viel Liebe und Fürsorge umgeben: ich … habe sie [diese Frau] auf Händen getragen Andres Hochzeit 431; etw. liegt klar auf der H. etw. ist ganz offensichtlich: d. Grund, Vorteil liegt klar auf der H.; etw. aus freier H. (ohne Vorlage) zeichnen; etw. aus der H. geben, lassen (über etw. nicht mehr verfügen) ; die Führung glitt ihm aus der H. (entglitt ihm) ; wenn man sich das Heft nicht aus der Hand winden läßt (wenn man sich nicht beiseite drängen läßt) Werfel Bernadette 464; salopp scherzh. jmdm. aus der H. fressen (jmdm. sehr ergeben sein) Skat einen Grand aus der H. (ohne den Skat aufzuheben) spielen; etw. bei der H. (zur Verfügung) haben; (mit etw.) bei der H. sein (mit etw.) zur Stelle sein: sonst warst du immer gleich mit Rat und Tat bei der Hand E. Strauss Spiegel 212; jmdn., etw., sich in jmds. H., Hände geben, liefern jmdn., etw., sich in jmds. Gewalt geben: die Polizei gab den Verbrecher in die H. der Justiz; die Rettung war in seine Hand gegeben Kusenberg Nicht zu glauben 88; er lieferte sich selbst wehrlos in die H., Hände seiner Feinde jmdm. etw. in die H., Hände spielen jmdm. etw. wie zufällig zukommen lassen: er spielte uns wichtige Nachrichten in die Hände; er hat ihm in die Hände gearbeitet (hat ihm zugearbeitet) umg. sie gaben sich die Türklinke in die Hand (sie erschienen einer nach dem andern) ; wir versprachen es ihm in die H. (ganz fest) ; umg. jmdm. etw. in die H. (bar) bezahlen; dem er die Strafe … in die Hand bezahlt hatte Andres Portiuncula 135; jmdm. in die Hände laufen (jmdm. zufällig begegnen) ; etw. in die H., in seine Hände nehmen sich zielbewußt um etw. kümmern: eine Angelegenheit, die Leitung eines Unternehmens in die H. nehmen; die Eltern nehmen die Erziehung ihrer Kinder in die H.; seine Zukunft energisch selbst in die H. nehmen; das Heft in die H. nehmen (etw. selbst bestimmen) umg. sein Herz in die H. nehmen (Mut fassen) salopp scherzh. die Beine in die H. nehmen (sich beeilen) ; etw. in jmds. H., Hände legen etw. jmdm. anvertrauen: die Klärung des Falles wurde in andere Hände gelegt; ich lege gnädig dein Geschick / In deine eigne kunstgeübte Hand Schiller Tell III 3 die Schlüsselindustrie des Landes wurde in die H., Hände des Volkes überführt (wurde verstaatlicht) etw. in die H., Hände bekommen (etw. erlangen) umg. jmdn. in die H., Hände bekommen jmdn. nach seinem Willen lenken können: Ausgezeichnet, mein Lieber, wie Sie die Leute wieder in die Hand bekommen F. Wolf Matrosen 2; salopp in die Hände spucken (energisch an die Arbeit gehen) ; etw., jmd. fällt, kommt, gerät in jmds. H., Hände etw., jmd. gelangt in jmds. Besitz, Gewalt: durch einen Zufall sind mir diese Briefe in die Hände gefallen; dem Sieger fiel reiche Beute in die Hände; d. Geld, Buch kam in ihre H.; sie sind in fremde, unrechte Hände geraten; der Betrieb ging in die H. des Staates über (wurde verstaatlicht) umg. etw., jmdn., sich in der H., in (den) Händen haben etw., jmdn., sich in seiner Gewalt haben: einen Trumpf in der H., in (den) Händen haben; die Regierung hatte das Heft fest in der H. (behauptete ihre Stellung) sie hatten das Spiel stets in der H. (sie bestimmten stets) der Lehrer hatte seine Klasse, Schüler völlig in der H. (lenkte sie ganz nach seinem Willen) er hatte sich nicht immer in der H. (beherrschte sich nicht immer) ; d. Zügel, Fäden in der H. (be)halten alles selbst entscheiden, bestimmen können: trotz vieler Schwierigkeiten behielt er die Zügel in der H.; sein Herz in der H. halten (sich zusammennehmen) Und er, der eben noch den ganzen Sieg fest in seinen Händen glaubte (fest zu besitzen glaubte) Fallada Jeder stirbt 47 in jmds. H., Händen sein in jmds. Besitz, Gewalt sein: d. Geld, Posten ist in seinen Händen; der feindliche Graben war in unserer H.; sie sind bei uns in guten, in den richtigen Händen (sind wohlgeborgen) sie ist wie Wachs in seiner H. (sie folgt ganz seinem Willen) umg. scherzh. in festen Händen sein gebunden sein: Aber da er vielleicht wußte, daß sie in festen Händen war A. Zweig Beil 150 etw. liegt, steht in jmds. H. etw. liegt, steht in jmds. Macht: d. Entscheidung, ihr Schicksal liegt in seiner H.; Rel. unser Leben steht, ruht in Gottes H.; H. in H. gemeinschaftlich, zusammen: H. in H. arbeiten, streben; H. in H. gehen einem gemeinsamen Ziele dienen: Wissenschaft und Praxis gehen H. in H.; ihre Absichten gingen mit seinem persönlichen Vorteil H. in H.; salopp Nich in de Hand (kommt nicht in Frage)! versetzte Hedwig G. Hermann Kubinke 110; /sprichw./ ein Sperling in der H. ist besser als eine Taube auf dem Dache (ein kleiner, sicherer Gewinn ist besser als ein großer, unsicherer) mit dem Hute in der H. kommt man durch das ganze Land (mit Höflichkeit und Bescheidenheit ist man überall gern gesehen) ; mit leeren Händen (ohne irgend etwas) kommen, dastehen; das Geld mit vollen Händen (verschwenderisch) ausgeben; etw. mit eigener H. (selbst) tun; der Vater zügelte die Kinder mit fester, starker H. (energisch) ; der Tyrann regierte mit rauher, eiserner H. (despotisch) ; sie hatten mit kundiger H. (sachverständig) ausgewählt; mit leichter H. ohne Mühe: er schrieb seine Gedichte mit leichter H.; Um diese Zeit malte Goya viele Porträts, mit leichter Hand Feuchtw. Goya 558; umg. der Journalist lieferte viele Beiträge für Zeitschriften mit der linken H. (ganz nebenbei) ; etw. ist mit Händen zu greifen etw. ist ganz deutlich: ihre Mißstimmung ist mit Händen zu greifen; umg. sich mit Händen und Füßen (mit aller Kraft) gegen etw. sträuben, wehren Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand (ich habe mich ganz und gar ergeben) Volksl.; geh. um die H. einer Frau bitten, anhalten (ihr einen Heiratsantrag machen) ; der Schwerverletzte starb unter den Händen des Arztes (noch während der Arzt ihn behandelte) ; umg. das Geld zerrinnt mir unter den Händen (wird zusehends weniger) ; jmdm. unter die Hände kommen (in jmds. Gewalt geraten) ; unter der H. insgeheim: etw. unter der H. beschaffen, kaufen; Unter der Hand hab' ich die teuersten Güter am Weg angekauft Federer Berge 298; unter der H. eine Vereinbarung treffen; etw. von der H. weisen (etw. zurückweisen) ; etw. von langer H. (her) (sorgfältig) vorbereiten, planen; etw. geht jmdm. (leicht) von der H. etw. gelingt jmdm. ohne Mühe: es ging ihr von der H.; Alles, was ich anfasse, geht mir leicht von der Hand Rinser Mitte 186; umg. von der H. in den Mund leben (nur gerade das Notwendigste zum Leben haben) ; ein Brief zu Händen des Direktors (an den Direktor persönlich) ; jmdm. etw. zu treuen Händen (in gute Obhut) übergeben; jmdm. zur H. gehen (jmdm. helfen) ; etw. zur H. nehmen etw. zu sofortigem Gebrauch ergreifen: das Werkzeug, ein Buch zur H. nehmen; die Schüler hatten Papier und Federhalter zur H. (bereit) veralt. eine Ehe zur linken H. (eine nicht standesgemäße Ehe beim Hochadel)
2. /übertr./ Person
a) fürsorgliche, helfende Hände nahmen uns in ihre Obhut; ein Werk von seiner H. (von ihm selbst) ein Bild, von eigener H. gemalt; der Kopf Marias ist Zutat von späterer H. (von einem späteren Meister) Bild. Kunst 1956; das Unternehmen wurde von erfahrener H. geleitet; der Wein wurde von zarter H. kredenzt; eine Ausgabe letzter H. (letzte, vom Verfasser selbst besorgte Ausgabe) etw. aus erster H. (vom Gewährsmann direkt) erfahren etw. aus zweiter H. (durch eine Mittelsperson) haben, kaufen der Schmuck war schon durch viele Hände gegangen (hatte schon oft den Besitzer gewechselt) Durch zu viele Hände war der Besitz der Templer geglitten Viebig Die vor d. Toren 13; ein Kind in fremde Hände geben (von Fremden aufziehen lassen) Mus. eine Sinfonie für Klavier zu vier Händen (für zwei Personen) bearbeiten die Karte ging von H. zu H. (von einem zum andern)
b) Arbeitskraft: sie ist ihres Chefs rechte H. (unentbehrliche Kraft) schaffende Hände; an dem Großbau waren viele Hände tätig; tausend fleißige Hände regten sich; während heute zuweilen Hände feiern Rathenau Kommende Dinge 150; wir brauchen jetzt jede H. /sprichw./ viele Hände machen bald ein Ende (wenn viele mitarbeiten, wird die Arbeit bald fertig)
c) Seemannsspr. Matrose: alle Hände an, auf Deck!;
3. Schrift, Schriftzüge: eine saubere, schöne, eilige, ungelenke, umg. krakelige H.; ein Schreiben von sehr leserlicher H.; das ist seine H.; dieses Blatt läßt eine sehr ausgeschriebene H. erkennen; er schrieb mit deutlicher H.; da er [der Brief] eine unbeholfene Hand zeigte G. Hauptm. 1,413 (Quint)
4. Jur. Person, Körperschaft mit Besitz-, Verfügungsrechten: die private H.; eine Privatperson: ein Gemälde aus privater H.; von privater H. errichtete Wohnungen; die öffentliche H. der Staat: ein Unternehmen der öffentlichen H.; auch die Aufträge aus öffentlicher Hand gingen in diesem Jahr weiter zurück Tageszeitung 1963; einen Betrieb in die öffentliche H. überführen (verstaatlichen)
5. linker, rechter H., zur linken, rechten H. auf der linken, rechten Seite: das Bürgermeisteramt liegt linker H. am Markt; rechter H. erhebt sich die Burg; er saß zur rechten H. der Hausfrau;
6. /ohne Pl.; Maßangabe/ in der Breite, Größe von 1: die Tür steht kaum eine H. breit offen; das ist ein eine H. breiter Saum; der Saum ist zwei H. breit; der Fleck ist kaum eine H. groß

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