Heil, das; -s, /ohne Pl./
1. Wohlergehen, Glück: geh. sein H. in etw. suchen, finden, von jmdm., etw. erwarten, erhoffen; jmdm. sein H. anvertrauen; jmdm. H. und Segen wünschen; ob es sich zum H. auswirken wird, ist ungewiß; es geschah zu seinem H., gereichte ihm zum H.; Gleich faßt mich der Strudel mit rasendem Toben, / Doch es war mir zum Heil, er riß mich nach oben Schiller Taucher; in etw. das H. der Welt, Menschheit sehen, erblicken; Ich sprach vom Leiden als einem Weg zum wahren Heil Welk Hoher Befehl 393; umg. bei jmdm. sein H. versuchen (versuchen, ob man bei jmdm. Glück, Erfolg hat) er wird sein H. woanders, in der Großstadt versuchen; mit jmdm., etw. sein H. versuchen (versuchen, ob man mit jmdm., etw. fertig wird) /in Gruß- und Wunschformeln/ Petri H., Schi H.; H. uns, ihm; Und rufet Heil dem Retter von uns allen Schiller Tell V 1; naz. H. Hitler; Heil sei dem Tag, an welchem du bei uns erschienen Lortzing Zar u. Zimmerm. III 1; /oft scherzh., auch als Ausdruck der Freude/ H. und Sieg; Heil und Sieg, freute sich Winfried, die haben wir klein gekriegt A. Zweig Einsetzung 92
2. Rel. (ewige) Seligkeit, Erlösung: das ewige H. erstreben; er bangte um das H. seiner Seele; Ich sage und schwöre beim Heil meiner Seele Frisch Andorra 9; Euch will ich meine letzte Beichte tun, / Und Euer Mund soll mir das Heil verkünden Schiller Stuart V 7; Gott ist mein H.; veralt. im Jahre des Heils 1680 (1680 nach Christi Geburt)

heil /Adj./
unbeschädigt
a) unversehrt, unverletzt: [die Kompanie] die … außer vielen heilen auch an zwanzig zerschossene Russen gefangen hatte A. Zweig Elfenbeinfächer 130; h. davonkommen, das Unglück h. überstehen; wird Sie Nerven kosten, da heil durchzukommen Dürrenmatt Panne 200; umg. mit h. Haut unversehrt, ohne Schaden zu nehmen: mit h. Haut davonkommen; mit h. Haut wäre er nicht mehr nach Hause gekommen; Ich erzielte einen Preis, der es mir ermöglichte, mich aus den Bankverpflichtungen mit heiler Haut herauszumanövrieren Weitendorf Logbuch 196; landsch. umg. aus h. Haut unversehens, ohne erkennbare Ursache: aus h. Haut packte ihn die Wut; Wir führten aus heiler Haut Stücke mit zwei oder drei Mitwirkenden auf Mühsam Namen 198
b) nach einer Verletzung wiederhergestellt, geheilt, gesund: der Finger ist wieder h.; Aber das [Kind] war ja schon in der Geburt gestorben und hatte dabei der Mutter den Leib zerrissen, so daß er nie mehr ganz heil ward Suderm. 6,114
c) ganz, nicht entzwei: h. Strümpfe, Stiefel, Hosen; seine Sachen waren h. und ordentlich; Man fand kein heiles und sauberes Hemd in seinen Schubladen Th. Mann 11,125; nach dem Bombenangriff gab es kaum ein h. Haus mehr in der Stadt; das Geschirr ist beim Transport h. geblieben; zwei Eier, Flaschen sind noch h. /übertr./ Eine Welt, die heil war, in Ordnung, voller Hoffnung Cramer Konzessionen 307

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