Idealịsmus, der; -, /ohne Pl./
griech.
1. (begeistertes) Streben nach Verwirklichung von (ethischen) Idealen unter Verzicht auf persönlichen Vorteil: ehrlicher, gesunder, hoher, reiner, blinder, falscher I.; der I. der Lehrerschaft, des Wissenschaftlers; Sie hatte den ganzen Idealismus der Jugend Brod Frau 111; von I. erfüllt, getrieben sein; ihm lag jeder I. fern; aus, voller I. etw. tun, für etw. eintreten, kämpfen; Menschenliebe, Selbstlosigkeit: sie sorgte voller I. für die Hilflosen; sein reiner I. ließ ihn nur an andere denken;
2. Philos. /zusammenfassende Bezeichnung für philosophische Systeme und Weltanschauungen, die nicht in der Materie, sondern in einer Idee, im Geist, im Bewußtsein das Primäre, die Wirklichkeit letztlich Bestimmende sehen/ Ggs. Materialismus: der objektive I. (Grundrichtung des Idealismus, die in der objektiv existierenden Welt die Schöpfung und Verkörperung eines geistigen Prinzips sieht) der subjektive I. (Grundrichtung des Idealismus, die im subjektiven Bewußtsein des einzelnen Menschen das Bestimmende erblickt, für das die Außenwelt nur in Wahrnehmungen und Vorstellungen existiert) ; ein philosophischer, erkenntnistheoretischer, ethischer, transzendenter I.; der moderne, deutsche I.; der I. der Antike, des Mittelalters; der I. Hegels, Schopenhauers; die Geschichte der Philosophie ist die Geschichte des Kampfes zwischen I. und Materialismus
3. Kunst Wissensch. Richtung, die dem Schaffen nicht die Wirklichkeit, sondern ideale Vorstellungen zugrunde legt, Ggs. Realismus, Naturalismus: der I. in der Kunst der Gotik;

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