Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Kirche, die

Kirche, die; -, -n
1. /Verkl.: Kirchlein/ langgestrecktes, repräsentatives Gebäude, stets mit einem Glockenturm, auch mit zwei oder mehreren Türmen, in dem sich die christliche Glaubensgemeinschaft zum Gebet und zum Bekenntnis versammelt, christliches Gotteshaus: eine alte, romanische, gotische, moderne K.; die berühmten Kirchen des Kreml; er besichtigte mehrere Kirchen der Stadt; diese K. ist eine Sehenswürdigkeit, wurde im 13. Jahrhundert gestiftet, erbaut, wird von allen Reisenden besucht; das Portal zur K.; d. Altar, Kanzel, Schiff, Chor, Emporen der K.; die Glocken der K. läuteten; man sah ihn in die K. hineingehen, aus der K. kommen; die K. füllte, leerte sich; /übertr./ umg. laß nur die K. im Dorf (bleibe im Bereich des Möglichen, übertreibe nicht)! die K. ums Dorf tragen, mit der K. ums Dorf, österr. ums Kreuz⌝ (herum)fahren (unnötige Umwege machen)
2. (christliche) Glaubensgemeinschaft in einem Lande: der lutherischen, reformierten, katholischen K. angehören; die Bekennende K. (evangelisch-kirchliche Widerstandsbewegung gegen die faschistische Kirchenpolitik) welcher K. gehört sie an?; er ist aus der K. ausgetreten; die Trennung von K. und Staat; die Zugehörigkeit zu einer K.; Rechte und Pflichten der K.; Fulganzio, unser kleiner Mönch, hat die Forschung aufgegeben und ist in den Schoß der Kirche zurückgekehrt Brecht Galilei 14; daß sich heute der Geist in vielem der Bevormundung durch die Kirche entzogen habe Musil Mann 101
3. Gottesdienst: es läutete zur K.; er geht selten, nie zur K.; Es war ein Kind, das wollte nie / Zur Kirche sich bequemen Goethe Wandelnde Glocke; Alle saßen wie in einer Kirche Frisch Homo faber 19; ist die K. jetzt aus?; umg. das ist so sicher wie das Amen in der K. (völlig sicher)

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