Knochen, der; -s, -
1. harter, fester Bestandteil des Skeletts des Menschen und der Wirbeltiere: harte, feste, schwere, zarte K.; die Wunde geht bis auf den K.; der Hund nagt an einem K.; aus K. eine Brühe kochen; Fleisch mit, ohne K. kaufen sich /Dat./ (bei einem Unfall) die K. brechen; salopp übertrieben ich schlage dir alle K. kaputt; umg. übertrieben mir tun schon alle K. weh; ich fühle alle meine K.; sie ist nur noch Haut und K. (völlig abgemagert) /übertr./ umg. Der verfluchte Krieg! Wir müssen unsere Knochen hinhalten Dehmel in: Hammer u. Feder 50; die harte Arbeit geht über die K.; wenn es an die eigenen K. geht, überlegt man es sich schon etw. steckt, sitzt, liegt jmdm. in den K. jmd. hat etw. noch nicht überwunden: die Erkältung steckt mir noch in den K.; Ernas Beschimpfungen sitzen mir noch in den Knochen Remarque Schwarzer Obelisk 128; Schließlich lag den Leuten noch die Schießerei vom Morgen in den Knochen Uhse Patrioten 1,37 d. Gewitter, Grippe steckt mir schon in den K. (fühle ich schon) etw. fährt jmdm. in die K. etw. erschreckt jmdn. sehr: d. Nachricht, Schreck ist ihm in die K. gefahren; salopp keinen Mumm in den K. haben (energielos, feige sein) bis auf, in die K. völlig, ganz und gar, durch und durch: er ist durchgeweicht bis auf die K.; er hat sich bis auf die K. blamiert; jmdn. bis auf die K. bloßstellen; mit dem Eisernen Erster an der Front ausgezeichnet, deutsch bis in die Knochen Kellerm. Totentanz 32
2. /nur im Pl./ umg. Glieder: die K. zusammenreißen (strammstehen) er eilte, so gut es seine alten Knochen erlaubten … vorwärts Doderer Lederbeutelchen 13; die alten K. wollen nicht mehr; ruh dir deine müden K. aus!; salopp nimm deine K. weg!
3. salopp abwertend ein alter K. ein alter Kerl: Ein alter Knochen wie er sollte sich nicht übernehmen A. Zweig Grischa 226; ein müder K. (energieloser Mensch) Schimpfw. du elender, fauler K.!; im Lokal war kein K. (niemand)!

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