Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Land, das

Land, das; -(e)s, Länder/ geh. veraltend -e
1. /ohne Pl./ nicht mit Wasser bedeckter Teil der Erdoberfläche, Festland: Amphibien leben im Wasser und auf dem L.; die Insel ist dem festen L. vorgelagert; nach der langen Seereise wieder festes L. unter den Füßen haben; an L. gehen; den Fuß an L. setzen; der Kahn stieß ans L.; die Überreste des Wracks wurden an L. geschwemmt; Seemannsspr. das Schiff legte von L. ab; bei dem Sturm gingen die Boote unter L. (in die Nähe der Küste) L. in Sicht!; der See L. abgewinnen; einige Nordfriesische Inseln meldeten bei der Sturmflut L. unter (Land unter Wasser) die Truppen zu Lande, zu Wasser und in der Luft; /übertr./ umg. L. (einen Ausweg) sehen
2. /ohne Pl./ abgegrenztes Stück Boden, abgegrenztes Stück Acker: fünf Hektar L.; er hat gutes, schlechtes, unfruchtbares, steiniges, sandiges L.; sein L. be-, entwässern, bestellen, bebauen; das L. umgraben und Kartoffeln stecken; [der Pflüger] der das Land schon für das Winterkorn neu umbricht G. Hermann Wordelmann 338; ein Stück L. erwerben; L. pachten, besitzen, kaufen; Grundbesitz: sein Vater hat Vieh und Land Storm 7,181 (Schimmelr.) ; das L. der Großgrundbesitzer aufteilen
3. /ohne Pl./ Gegend, wo Ackerbau getrieben wird, dörfliche Gegend, Ggs. Stadt: Stadt und L. arbeiten Hand in Hand; er wohnt auf dem Lande, ist vom Lande, ist auf dem Lande aufgewachsen; aufs L. ziehen; im Sommer aufs L. gehen, fahren; die Ferien auf dem Lande verleben; umg. spött. sie ist eine Unschuld vom Lande; über L. von der Stadt in ein Dorf, in Dörfer: (mit Waren) über L. fahren; Ich muß noch über Land Baierl Flinz 7 b; er … fuhr von dort mit einem Mietswagen über Land Th. Mann 1,488 (Buddenbr.)
4. Gegend, Landschaft: /ohne Pl./ er wanderte über flaches, kahles, hohes, fruchtbares, blühendes L.; das L. durchstreifen; das L. fiel zur Küste hin ab; konnte er über das freie, sacht abfallende Land auf den Nebel hinuntersehen Seghers 4,10 (Siebtes Kreuz) ; /übertr./ geh. veraltend /Pl.-e/ Und meine Seele spannte / Weit ihre Flügel aus, / Flog durch die stillen Lande (durch die stille Welt) Eichendorff Mondnacht; geh. eine Zeit geht ins L. eine Zeit verstreicht, vergeht: Wochen waren ins L. gegangen; als ein zweites Jahr ins Land gegangen war Fontane I 4,371 (Briest) ; der Frühling geht ins L. (beginnt)
5. /Pl.Länder, geh. veraltend -e; Verkl.: Ländchen/ von Grenzen umgebenes, souveränes Gebiet, Staatsgebiet, Staat: das L. Belgien; die sozialistischen, kapitalistischen, neutralen Länder; die Regierungen der benachbarten, angrenzenden Länder; d. Bräuche, Bewohner eines Landes; geh. das L. meiner Väter; geh. veraltend in unseren Landen; im Inneren des Landes; der Gegner ist tief in das L. eingedrungen, hat das L. überfallen, verwüstet; das L. verteidigen; Gäste aus aller Herren Länder; die Ruhe im Lande wiederherstellen; er befindet sich außer Landes, geh. ist des Landes flüchtig⌝; L. und Leute kennenlernen; jmdn. des Landes verweisen; umg. er ist wieder im Lande (wieder da) ein L. aufteilen, spalten; /sprichw./ bleibe im Lande und nähre dich redlich; andere Länder, andere Sitten; wer den Dichter will verstehen, muß in Dichters Lande gehen; geh. veraltend die Verweisung aus österreichischen Landen Schnitzler Medardus V 1; Womöglich ist alles in schönster Ordnung in deutschen Landen Fallada Kleiner Mann 295; diese Großtat trug seinen Namen über alle Lande; /übertr./ geh. im Lande der Freundschaft, Liebe, Träume, Dichtung; veraltend Provinz: das L. Sachsen; Neupräg. BRD Bund und Länder (Bundesländer)

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Zitationshilfe
„Land“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Land>, abgerufen am 14.08.2020.

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