Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Lauf, der

Lauf, der; -(e)s, Läufe
1. /ohne Pl./ das Laufen, die Fortbewegung zu Fuß: mitten im L., in seinem L. innehalten; der aufgeweichte Boden hemmte seinen L.; schnelle Fortbewegung zu Fuß: im (vollen, schnellen, eiligen) L.; nichts konnte seinen L. unterbrechen; Karl … wandte sich um und setzte sich unter einigen großen Anfangssprüngen in Lauf (begann zu laufen) Kafka Amerika 286
2. das sportlich betriebene Laufen, der Wettlauf: im ersten L.; zum dritten L. trat er nicht mehr an; die zweiten Läufe werden ab 18 Uhr ausgetragen; die Läufe am Nachmittag brachten eine Überraschung; in fünf Läufen werden die Fahrer aus fünfzehn Nationen an den Start gehen;
3. /ohne Pl./ das Vorwärtsschreiten in einem Prozeß, der Verlauf, Ablauf: das ist der (natürliche) L. der Welt (so ist es nun einmal auf der Welt) etw. nimmt seinen L. etw. entwickelt sich so, wie es folgerichtig kommen muß: die Gerechtigkeit nimmt ihren L.; die Dinge nahmen ihren L.; Schicksal, nimm deinen L.!; seinen Gefühlen, der Phantasie freien L. lassen (sie nicht zurückhalten) sie ließ diesen Tränen keinen freien Lauf (hielt die Tränen zurück) Traven General 160 wir müssen den Dingen ihren L. lassen (müssen abwarten) im L., Laufe des Sommers während des Sommers, solange es Sommer ist: im Laufe des Sommers bekommen wir Besuch; im L., Laufe des Tages, Jahres, Lebens, Gesprächs, der Entwicklung, Geschichte; eine heimliche Angst vor dem Augenblick, wo auch dies Hohe und Einmalige erlebt … und vom gewöhnlichen Lauf der Tage verschlungen würde Hesse 5,178 (Narziß) ; im L., Laufe der Zeit (langsam, nach und nach) wirst du es einsehen, auch lernen
4. der L. (Weg) des Flusses der obere L. der Elbe; wir folgten dem gewundenen L. des Flusses, gingen den L. des Flusses entlang; die Verlegung des Laufs; der L. (Bahn) der Sonne, Gestirne, von Geschossen der berechnete, vorgezeichnete L.
5. Rohr von Handfeuerwaffen: ein blanker, verrosteter, erhitzter, geladener, gezogener L.; den L. des Gewehres, der Pistole heben, senken, reinigen, putzen; der L. war heiß geworden; eine Kugel im L. haben, in den L. legen; einen Rehbock vor den L. bekommen (ihn schießen können)
6. /Verkl.: Läufchen/ Bein vom Haarwild, von Hunden: ein kräftiger, sehniger, zerschmetterter, gebrochener L.; die Läufe des Hasen; die zusammengebundenen Läufe des erlegten Rehs; die Abdrücke mehrerer Läufe; er aß das gebratene Läufchen; die Hunde hatten die Läufe von sich gestreckt;
7. schnelle Folge von Tönen: einen L. blasen, spielen, üben; perlende Läufe; er spielte die schwierigen Läufe fehlerlos;

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Zitationshilfe
„Lauf“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Lauf>, abgerufen am 02.07.2020.

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