Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Loch, das

Loch, das; -(e)s, Löcher /Verkl.: Löchlein, Löchelchen/
1. runde oder längliche Öffnung, die im Laufe der Zeit oder versehentlich entstanden oder von jmdm. geschaffen worden ist: ein großes, kleines, rundes L.; ein L. bohren, stemmen, ausheben, stanzen; ein L. ins Kleid brennen, sengen sie hat sich /Dat./ ein L. in den Strumpf gerissen; d. Zaun, Wasserrohr hat ein L.; er schlägt ein L. in das Eis; sie sah durch das L. in der Wand, was im Zimmer vorging; sie schnallt den Gürtel ein L. enger; der Zahnarzt füllt das L. im Zahn aus; die Mutter stopft die Löcher der Jacke; sich /Dat./ ein L. in den Kopf schlagen, stoßen (sich am Kopf verletzen) salopp derb er säuft wie ein L. (trinkt unmäßig) /bildl./ umg. das neue Kleid hat ein großes L. in den Beutel gerissen, gefressen (hat viel Geld gekostet) ein L. stopfen (einen Schaden ausgleichen) salopp ich werde ihm zeigen, wo der Zimmermann das L. gelassen, gemacht hat (ich werde ihn zur Tür hinauswerfen) jetzt pfeift's, da pfeift der Wind aus einem anderen L. (jetzt wird strenger durchgegriffen) Löcher in die Luft gucken (vor sich hinstarren) jmdm. ein L. in den Bauch reden (unermüdlich auf jmdn. einreden) auf dem letzten L. pfeifen (mit seinem Können, seiner Kraft am Ende sein)
2. /ohne Verkl./ salopp dunkler, enger Raum
a) armselige Wohnung: sie hausen in einem dumpfen, feuchten L.; Wir müssen ein anderes Quartier für dich finden. In diesem Loch gehst du ja ein. Uhse Patrioten 1,368
b) Gefängnis: im L. sitzen; jmdn. ins L. stecken, sperren;
3. Tierbau, Höhle: die Maus schlüpft ins L.; der Fuchs kommt aus dem L.;

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Zitationshilfe
„Loch“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Loch>, abgerufen am 10.08.2020.

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