Landes-, landes-:
-behörde, die;
-beste, der u. die: die Landesbesten des Wettkampfes auszeichnen;
-bischof, der Rel. ev. leitender Geistlicher einer evangelischen Landeskirche: der L. der evangelisch-lutherischen Kirche in Thüringen;
-brauch, der: etw. nach L. anfertigen;
-eigen /Adj./ einem Lande eigen, für ein Land charakteristisch: in diesem ungarischen Restaurant gibt es l. Spezialitäten;
-farben, die /Pl.; Sg. ungebräuchl./ Farben der Fahne eines Landes: die Einführung von Schwarzrotgold als L.; Rot und weiß, in den böhmischen Landesfarben, brannten die Kastanien-Kerzen auf den Hängen Weiskopf 1,283 (Abschied v. Frieden);
-feind, der: Aber unsere Bourgeoisie verbündete sich ... mit dem Landesfeind Brecht Commune 11 b;
-fürst, der vgl. -herr;
-geschichte, die: er hat sich als Historiker besonders mit L. befaßt;
-grenze, die: er darf sich nur innerhalb der Landesgrenzen aufhalten;
-hauptmann, der österr. Vorsitzender der Landesregierung in den einzelnen Bundesländern;
-hauptstadt, die; er wohnt in der L.;
-herr, der hist. regierender Monarch eines Landes: die Bestimmung des Religionsfriedens, daß der Landesherr über die Religion seiner Untertanen entscheide Tralow Kepler 42;
-herrlich /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -herr/ hist.: ein l. Dekret;
-kind, das; /meist im Pl./ veralt. jeder einzelne aus der Bevölkerung eines Landes, das von einem Monarchen regiert wird, Untertan: Er verschacherte an England und Holland viele Tausende von Landeskindern um schweres Geld Mehring Lessing-Legende 250;
-kirche, die Rel.
   1. vom Staat autorisierte Kirche: Wir treten auf der Stelle in die Landeskirche ein Dürrenmatt Engel II
   2. ev. größte kirchliche Verwaltungseinheit in den einzelnen deutschen Ländern: die sächsische, lutherische L.;
-kultur, die alle Maßnahmen, die der besseren Nutzung des Bodens und seiner Verteilung sowie der Neulandgewinnung dienen: Die planende Landeskultur umfaßt deshalb alle landschaftsnutzenden und -verändernden Volkswirtschaftszweige Natur u. Heimat 1961;
-kunde, die Wissenschaft von den Bewohnern, der Kultur und den geographischen Verhältnissen eines Landes;
-kundig /Adj./ mit dem Land vertraut: er ist ortsansässig und l.;
-kundlich /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -kunde/: ein l. Museum;
-meisterschaft, die Sport: er hat die L. im Tischtennis gewonnen;
-mutter, die hist. Gattin des Landesherrn;
-planung, die Planung, die die räumliche Organisation eines Gebietes mit den Aufgaben der Wirtschaft in Einklang bringt: eine wohldurchdachte Landesplanung, die dafür sorgt, daß alle Einrichtungen harmonisch in der Landschaft stehen Natur u. Heimat 1960;
-produkt, das;
-regierung, die Regierung eines (Bundes)landes;
-sitte, die vgl. -brauch: Ich kenne mich aus mit den Landessitten U. Becher Männer 18; etw. entspricht der L.;
-sprache, die: Englisch ist die offizielle L.;
-teil, der: Landesteile, Provinzen, Bezirke, Städte können örtliche Gemeinschaftsinteressen auskristallisieren Rathenau Kommende Dinge 306;
-tracht, die: ein Litauer in seiner L.;
-trauer, die Staatstrauer: drei Tage L.; Jetzt, im Juli 1828, herrschen Hof- und Landestrauer: Karl August ... war nach mehr als fünfzigjähriger Regierungszeit gestorben Goes Gabe 65;
-üblich /Adj./ im Lande üblich: das Weihnachtsfest in l. Weise feiern; die l. Kost; l. Auffassungen von Moral, Liebe;
-vater, der vgl. -herr: daß ... Tausende von Hessen von ihrem Landesvater als Soldaten verkauft wurden Kellerm. Totentanz 444;
-verrat, der Jur. Verrat von Staatsgeheimnissen: er hat L. getrieben, ist wegen Landesverrats mit Zuchthaus bestraft worden;
-verräter, der Jur. jmd., der Landesverrat begeht;
-verräterisch /Adj.; entsprechend der Bedeutung von -verrat/ Jur.: er ist wegen l. Delikte angeklagt;
-verteidigung, die alle Maßnahmen, die die Sicherheit eines Staates gegenüber einer Aggression von außen betreffen: eine wirksame L. schaffen; die L. stärken;
-verweisung, die Verweisung aus einem Land;
-währung, die: er hatte während seines Besuchs in Paris kein Geld in der L.;
-wappen, das: Österreich hat im L. einen schwarzen Adler; vgl. land-, Land-, Länder-; land(es)-, Land(es)-; Lands-, lands-


Farbe, die; -, -n
   1. durch Lichtstrahlen bestimmter Wellenlänge hervorgerufene Erscheinung vor dem Auge
   a) die rote, grüne, gelbe, weiße F.; eine helle, lichte, grelle, düstere, dunkle, matte F.; bunte, warme, kalte, weiche, harte, zarte, satte, lebhafte, frische, kräftige, leuchtende, schreiende, gedeckte, gedämpfte, stumpfe Farben; die Farben des Regenbogens, Sonnenspektrums; die F. des Pullovers steht ihr gut; die Farben der Möbel, Gardinen und Tapeten sind aufeinander abgestimmt, passen gut zusammen, umg. beißen sich (passen nicht zueinander)⌉; die Farben des Kleides sind verblaßt, verschossen; welche F. hat dein neuer Mantel?; der Stoff gefällt mir gut in F. und Muster; Schihosen, Anoraks in modischen Farben; die Gladiolen leuchten in den herrlichsten Farben; der Edelstein glitzert, schillert, spielt in allen Farben; Gesichtsfarbe: eine gesunde, frische, krankhafte, blasse F. haben; bei dieser Nachricht, plötzlich, vor Zorn wechselte er die F. (bekam er eine andere Gesichtsfarbe); seine Bestürzung war so groß, daß die F. aus seinen Zügen wich, sein Gesicht alle F. verlor (er blaß, bleich wurde); nur langsam bekam er nach der Krankheit wieder (etwas, eine bessere) F.; Und das ist Glen, die hatte immer so trübselige Farben (Kleidung in trübseligen Farben) an Gaiser Schlußball 31; diese F. (Kleidung in dieser Farbe) steht ihr gut
   b) Buntheit im Ggs. zu weiß, schwarz: das Buch enthält zahlreiche Abbildungen, zum Teil in F.; Aber die Sonne duldet kein Weißes: / ... Alles will sie mit Farben beleben Goethe Faust I 913
   c) /als Symbol
   α) für eine Nation; Sg. ungebräuchl./ die Farben des Landes, der Republik; die französischen Farben; das Flugzeug trug die amerikanischen Farben; er wird für die deutschen Farben starten, hat den Sieg für die deutschen Farben errungen
   β) für eine Partei/ die F. (Partei) wechseln; Die Bayernpartei, von den Journalisten aller Farben ... als Lieferantin kräftiger Pointen geschätzt Tageszeitung BRD 1956
   γ) für eine Verbindung, Vereinigung, Mannschaft; Sg. ungebräuchl./ die Farben der studentischen Verbindung, des Tanzkreises, der Handballmannschaft sind grün-weiß, blau-rot
   δ) für einen Begriff/ die F. der Hoffnung ist Grün; Rot ist die F. der Liebe
   d) /übertr./ als durch einen Zufall eine ganz neue Farbe (etwas ganz Neues) in sein Dasein kam Hesse 1,639; Ausdruckskraft: daß landschaftliche Sprachformen bis in die Schriftsprache vordringen und ihr Farbe geben Sprachdienst 1964; seine Theaterberichte hatten keine F.; Leben, Lebendigkeit: In dürren Zeitungsnotizen spuken die Namen solcher Gefährten, die im Buch vielleicht ein wenig Saft und Farbe bekamen Seghers 1,94 (Gefährten); erst in der zweiten Halbzeit kam F. in das Spiel; Mus. Klangfarbe: der Komponist brachte die Variationen in verschiedenen Farben
   2. färbendes Mittel: blaue, weiße, dunkelgrüne, hellbraune F.; eine echte, unechte, natürliche, künstliche, flüssige, pulverförmige F.; dicke, verdünnte, wässerige, in Terpentin lösliche, lichtbeständige, kochechte, gesundheitsschädliche, giftige Farben; die Farben der Decke sind beim Waschen ausgegangen, ausgelaufen; die F. hat bereits gebunden, deckt (gut), blättert, bröckelt, platzt von den Wänden (ab); Farben mischen, einrühren, mit Wasser anrühren; die Farben des Gemäldes auffrischen; der Stoff hat die F. gut, nicht angenommen; eine F. (dick, dünn) auftragen; Leim ist ein Bindemittel für Farben; es riecht nach F.; /bildl./ etw., d. Zukunft, Reise ins Ausland in den rosigsten, schillerndsten, verlockendsten Farben (besonders günstig) darstellen, schildern, in den dunkelsten, düstersten, schwärzesten Farben (besonders ungünstig) ausmalen; veralt. F. halten treu, beständig sein: Und hat sich keinen Freund damit, nicht einen / Erkauft, der in der Not ihm Farbe hielt! Schiller Wallenst. Tod IV 2
   3. /Bezeichnung für jede der vier parallelen Reihen der Spielkarten/ welche F. ist Trumpf?; eine F. ausspielen, anspielen; F. zugeben, bedienen; /übertr./ umg. F. bekennen (seine wahre Meinung offenbaren)
zu 1 a /in Verbindung mit Teilen des menschlichen Körpers, z. B./ Augen-, Gesichts-, Haar-, Hautfarbe; /ferner in/ Anlauf-, Fehl-, Haupt-, Holz-, Kontrast-, Lieblings-, Mode-, Normal-, Regenbogen-, Spektral-, Stubenfarbe zu 1 c α Bundes-, Landes-, Nationalfarben zu 1 d Klangfarbe zu 2 /in Verbindung mit Tätigkeiten, z. B./ Deck-, Druck-, Grundier-, Leucht-, Stempel-, Tarn-, Tuschfarbe; /in Verbindung mit Bindemitteln, z. B./ Lack-, Leim-, Öl-, Temperafarbe; /in Verbindung mit Metallen und Materialien, z. B./ Blei-, Eisen(oxyd)-, Emaille-, Kalk-, Leder-, Metall-, Stoff-, Teerfarbe; /ferner in/ Anilin-, Aquarell-, Drucker-, Grund-, Künstler-, Mineral-, Lasur-, Pastell-, Plakat-, Schutz-, Speise-, Spezial-, Wasserfarbe zu 1 a u. 2 /in Verbindung mit Farbbezeichnungen, z. B./ Azur-, Champagner-, Elfenbein-, Ocker-, Zitronenfarbe; /ferner in/ Bronze-, Komplementär-, Misch-, Naturfarbe

Zitationshilfe
„Landesfarben“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Landesfarben>, abgerufen am 23.04.2018.

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