Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Lot, das

Lot, das; -(e)s, -/ -e
1. Bauw.
a) /Pl.Lote/ an einer Schnur hängendes, nach unten spitz zulaufendes Blei- oder Stahlgewicht zur Bestimmung der Senkrechten, Richtblei: den Stand der Mauer, des Pfeilers mit dem L. prüfen; da jetzt die Sonne senkrecht über uns stand wie mit dem Lot gerichtet Traven Baumwollpflücker 12
b) /ohne Pl./ (durch das Lot angezeigte) Senkrechte: die Mauer steht, ist im L. (steht senkrecht) die Wand ist aus dem L. (gewichen), ist außer L.; /übertr./ umg. etw. ist im L. etw. ist in Ordnung: es ist alles im L.; sieh zu, wie du das wieder ins (rechte) L. bringst; die Sache muß (bald, schnell) wieder ins L. kommen;
2. /Pl.Lote; ungebräuchl./ Math. Gerade, die auf einer gegebenen Geraden oder einer Ebene senkrecht steht: (von einem Punkt) das L. (auf eine Gerade) fällen;
3. /Pl.Lote/ Seemannsspr. an einer markierten Leine hängendes längliches Bleigewicht zum Messen der Wassertiefe: das L. werfen, mit der Hand ausschwingen, in die Tiefe lassen;
4. /Pl.Lote/ Techn. Metallegierung, die zum Löten benutzt wird: das L. auftragen;
5. veralt. /kleine Gewichtseinheit; Pl. Lot bei Maßangabe / zwei L. Kaffee; /bildl./ Daß die Weiber auch nie ein Lot Phantasie haben! Tralow Neuhoff 338; /sprichw./ Freunde in der Not gehen tausend auf ein L. (in der Not kann man nicht auf viele Freunde zählen)
6. Jägerspr. Kraut und L. (Pulver und Blei)

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Zitationshilfe
„Lot“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Lot>, abgerufen am 30.07.2021.

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