Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 3. Band, 1969

Luder, das

Luder, das; -s, -
1. salopp
a) abwertend durchtriebener, gemeiner Mensch, gewissenlose (weibliche) Person: ein gemeines, falsches, freches, unverschämtes, verdammtes L.; das ist ein L.!; das L. hat mir schon wieder heimlich Geld gestohlen; ich weiß nicht, wo das L. wieder steckt; er war dem L. nicht gewachsen; er, sie war und blieb ein faules L.; Schimpfw. du elendes, kleines L.!; komm her, du L.!; so ein L. von (einem) Jungen, von einem Weibsstück
b) ein armes L. ein mittelloser Mensch: er blieb zeitlebens ein armes L.; das sind genauso arme L. wie wir; vertraul. ein bedauernswerter, unglücklicher Mensch: das ist auch so ein armes L.!; das arme L. hat sich den Arm gebrochen;
c) derb ein dummes L. Dummkopf: Tjaden gewinnt natürlich, das dumme Luder Remarque Im Westen 95; vertraul. ein gutmütiger Mensch: sie war schon immer ein dummes L. und verschenkte ihre besten Sachen;
2. Jägerspr. Aas, Kadaver (zum Anlocken von Raubwild): der Fuchs wurde mit dem L. gelockt; 1959 haben wir zehn Tage warten müssen, bis endlich Adler an das Luder herangingen Natur u. Heimat 1960

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Zitationshilfe
„Luder“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Luder>, abgerufen am 03.06.2020.

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