Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Maul, das

Maul, das; -(e)s, Mäuler /Verkl.: Mäulchen/
1. Öffnung am Kopf vieler Tiere, die vorwiegend der Nahrungsaufnahme dient: das M. des Esels, Ochsen, der Kuh; das geöffnete M. des Karpfens, Hechtes, Haifisches; das Flußpferd hat ein großes M.; der Löwe reißt sein M. weit auf /sprichw./ einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins M. (eine geschenkte Sache muß man, auch wenn sie Mängel hat, nehmen, wie sie ist)
2. salopp derb Mund des Menschen: er hat ein schiefes M.; sich /Dat./ das M. wischen; eins aufs M. kriegen; wochenlang stauten sich die Spaziergänger davor, um das Gemälde mit offenen Mäulern zu bestaunen Kellerm. Totentanz 204; /bildl./ er hat ein grobes, loses, schändliches M. (Mundwerk) halt dein freches M. (sei still)! jmdm. das M. stopfen (jmdn. durch Bestechung oder Gewalt zum Schweigen bringen) jmdm. das M. verbieten (jmdm. das Reden untersagen) tu doch dein M. endlich auf (rede doch)! er kriegt sein M. nicht auf (schweigt, statt zu reden) sein M. voll nehmen (prahlen, übertreiben) das M. auf dem rechten Fleck haben (schlagfertig sein) über jmdn. das M. aufreißen (über jmdn. übel reden) sich /Dat./ das M. verbrennen (unbedacht etw. sagen, was unangenehme Folgen haben kann) ein schiefes M. ziehen (ein mürrisches, verdrießliches Gesicht machen) nicht aufs M. gefallen sein (schlagfertig sein) ; die gebratenen Tauben fliegen niemandem ins M. (jeder muß sich anstrengen) ; jmdm. nach dem M. reden (reden, was jmd. gern hört) ; jmdm. übers M. fahren (jmds. Worte unhöflich unterbrechen und korrigieren) ; jmdm. Honig ums M. schmieren (jmdm. geschickt schmeicheln) ; kein Blatt vors M. nehmen (ohne Scheu sprechen, geradeheraus reden)
3. /übertr.; meist im Pl./ salopp Person: er hat zehn Mäuler zu ernähren; fünf hungrige Mäuler warten zu Hause auf sie; was für ein Skandal hätte gedroht, wenn ein derartiges Verfahren von müßigen Mäulern aufgeschnappt worden wäre Wasserm. Wahnschaffe 1,16; salopp derb ein freches M. ein frecher Mensch: ein freches, loses M. hat das gesagt;

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„Maul“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Maul>, abgerufen am 27.11.2020.

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