Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Mond, der

Mond, der; -(e)s, -e
1. Himmelskörper, der einen größeren Planeten umkreist
a) die Monde des Jupiter; ein künstlicher M.
b) /ohne Pl./ bes. am Nachthimmel sichtbarer, das Sonnenlicht reflektierender, natürlicher Erdtrabant: der helle, geh. bleiche, silberne⌝, rötliche M.; das milde, sanfte, weiße, kalte Licht des Mondes; d. helle Schein, geh. Schimmer⌝ des Mondes; d. volle Scheibe, schmale Sichel, erste Viertel des Mondes; d. Oberfläche, Kraterlandschaft, Rückseite des Mondes; die der Erde abgewandte Seite des Mondes; der M. scheint, leuchtet hell, ist aufgegangen, steht am Himmel, zieht durch die Wolken; Guter Mond, du gehst so stille / Durch die Abendwolken hin Volksl.der M. nimmt zu (es geht auf Vollmond zu), nimmt ab (es geht auf Neumond zu) der M. hat heute einen Hof; der M. kreist um die Erde; der Flug des Menschen zum M.; die (weiche) Landung der Rakete, des Raumschiffs auf dem M.; /bildl./ salopp den M. anbellen (sich nutzlos ereifern) /sprichw./ was kümmert es den M., wenn ihn der Hund anbellt?; /übertr./ der Mann im M. /aus den Mondflecken gedeutete sagenhafte Gestalt/ Er schien so unbekannt hienieden wie der Mann im Mond U. Becher Männer 160 ein Schloß im, auf dem M. (etw. nur in der Einbildung Bestehendes, Unerreichbares) nach dem Monde greifen (Unmögliches erreichen wollen) salopp etw. in den M. schreiben (etw. als verloren betrachten, abschreiben) in den M. gucken (das Nachsehen haben) auf, (drei Meilen) hinter dem M. leben keine Ahnung von der realen Lage haben, weltfremd, rückständig sein: ja, leben Sie denn auf dem M., daß Sie das nicht wissen?; du kommst wohl vom M., bist wohl vom M. gefallen? (du weißt aber auch gar nicht Bescheid) hinter dem M. (her) sein (nicht auf dem laufenden, rückständig sein) meine Uhr geht nach dem M. (geht ungenau, falsch) den Kerl möchte ich am liebsten auf den M. schießen (wünsche ich weit weg)
2. /übertr.; Dinge, die äußerlich einem Halb- oder Vollmond ähnlich sind/
a) /Verkl.: Möndchen/ sichtbarer weißer Teil der Nagelwurzel: beim Lackieren der Fingernägel den M. freilassen;
b) salopp scherzh. Glatze: einen (mächtigen) M. haben;
3. dicht. Monat: seit vielen, wenigen Monden; bald wußte Jirmijah nicht mehr, ob nur Monde oder Jahre … vergangen waren Werfel Jeremias 294; An jenem Tag im blauen Mond September Brecht Gedichte 35

Im WDG stöbern

a b c d e f g h i j
k l m n o p q r s t
u v w x y z - ' & µ
Mopedfahrer
Zitationshilfe
„Mond“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Mond>, abgerufen am 04.12.2020.

Weitere Informationen zum Zitieren …


Weitere Informationen zum Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)