Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Motiv, das

Moti̱v, das; -s, -e [..we]
lat.
1. Beweggrund: aus persönlichen, eigennützigen, politischen, sittlichen, niedrigen Motiven (heraus) handeln; sich von edlen Motiven leiten lassen; ein M. für etw. haben; der Verdächtige hatte kein M.; welches sind seine Motive?; jmds. Motive, die Motive einer Handlung, Straftat durchschauen, aufdecken, rechtfertigen; jmdm. unlautere Motive unterstellen, vorwerfen; die Polizei suchte nach einem M. für den Mord;
2. Gegenstand, Thema einer (künstlerischen) Darstellung: ein literarisches M. aufgreifen, abwandeln, verwenden; das M. der bösen Stiefmutter im Märchen; Das Motiv dieses Romans begleitete mich Jahrzehnte Fussenegger Antlitz 215; die Maler des flämischen Barock bevorzugten Motive aus der griechischen Mythologie; der Fotograf war ständig auf der Jagd nach Motiven; ein beliebtes, dankbares, malerisches M. für Filmamateure;
3. Mus. kleinste und charakteristische melodische Einheit in einer Komposition: ein M. anschlagen; eine Fantasie über Motive aus Don Giovanni; die Verwendung der Motive als charakteristisches künstlerisches Element in den Opern Richard Wagners;

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Zitationshilfe
„Motiv“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Motiv>, abgerufen am 28.11.2020.

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