Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (WDG)

WDG, 4. Band, 1974

Name, der

Name, der; -ns, -n
1. aus einem oder mehreren Wörtern bestehende Bezeichnung für eine Person, ein Tier oder eine Sache, die jmdn., etw. als einmalig, unverwechselbar heraushebt, Eigenname
a) für eine Person, Familien- oder Vorname: ein häufiger, seltener, bekannter, berühmter, angenommener N.; wie ist, wie war doch Ihr (werter) N.?; mein N. ist Müller /bildl./ umg. mein N. ist Hase (ich weiß von nichts, bin ahnungslos) sein N. fiel nicht, ist im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit genannt worden; die Namen der Anwesenden wurden verlesen; hat das Kind schon einen Namen?; habt ihr schon einen Namen für das Kind?; er wollte seinen Namen nicht nennen; er verschwieg seinen Namen; seinen Namen in eine Liste eintragen, -zeichnen; er setzte, schrieb seinen Namen darunter; er konnte seinen eigenen Namen nicht schreiben; er rief ihre Namen (auf); einen falschen Namen führen, angeben; sich /Dat./ einen fremden Namen beilegen; seinen Namen ändern; das Sparbuch lautet auf seinen Namen (er ist der Inhaber) ; das Geschäft geht auf den Namen seiner Ehefrau (sie ist Inhaberin) ich bestellte das Buch auf meinen Namen (auf meine Rechnung) um sich dort auf den Namen der Viscontis das Fahrgeld bis Paris zu borgen St. Zweig Balzac 377; ein Mann mit Namen Schulze er zeichnete den Artikel mit seinem vollen Namen; ein Schriftstück mit seinem Namen unterzeichnen; ihn mit Namen nennen, (auf)rufen; nach jmds. Namen fragen er war mir nur dem Namen nach bekannt (ich kannte ihn nicht näher) er ist nur dem Namen nach (nominell) der Leiter des Unternehmens; er reiste unter falschem Namen er hat ein Buch unter dem Namen N veröffentlicht; die Künstlerin tritt unter anderem Namen auf; /übertr./ Träger eines Eigen-, Familiennamens: Wer zählt die Völker, nennt die Namen, / Die gastlich hier zusammenkamen Schiller Kraniche; Das Begräbnis war sehr feierlich. Alle die großen alten Namen des Landes beisammen Bahr Himmelfahrt 158
b) für ein Tier: unser Kanarienvogel hat den Namen Hansi; der Hund hört auf den Namen Nero;
c) für eine Sache: der N. des Medikamentes ist mir entfallen; der N. einer Oper; das Küchengerät kam unter dem Namen Unimix auf den Markt; der N. bürgt für Qualität;
d) für geographische Begriffe: kennst du den Namen dieses Flusses, Gebirges, Landes?; wie ist der N. dieser Stadt?; [Michael Kohlhaas] besaß, in einem Dorfe, das noch von ihm den Namen führt, einen Meierhof Kleist 3,141 (Kohlhaas) die Transkription fremder geographischer Namen;
2. allgemeine Bezeichnung, Wort: einer Krankheit, die unter dem Namen Nachtschweiß lief Böll Haus 15; Name ist Schall und Rauch Goethe Faust 3457; [der Polizist] belegte die Gäste mit den unflätigsten Namen (Schimpfnamen) H. W. Richter Spuren 80; berl. salopp scherzh. daher der N. Bratkartoffel (daher eben) gewisse Dinge (offen) beim rechten Namen nennen (ohne Rückhalt darüber sprechen) umg. spött. das Kind muß doch einen Namen haben (die Sache muß doch irgendwie bezeichnet werden, braucht eine Begründung) Biol. Bezeichnung für jeden Vertreter einer Gattung, Gattungsname
3. Ansehen, das sich mit einem Eigennamen verbindet: dafür ist mir mein (guter) N. zu schade; sein N. hat in Fachkreisen einen guten Klang; sich seines, eines verpflichtenden Namens würdig erweisen; er machte seinem Namen Ehre; ich bürge dafür, für ihn mit meinem Namen; jmds. (guten) Namen angreifen, besudeln, beschmutzen, in Verruf bringen; den guten Namen retten sich /Dat./ seinen guten Namen erhalten; seinen Namen zu etw. hergeben; Es gab da eine selbständige Amerikanerin, die seinen alten Namen und seine Manieren zu kaufen bereit war Brecht Dreigroschenroman 140; Ruhm, Rang: es gelang ihm, sich /Dat./ in wenigen Jahren einen (guten) Namen zu machen; er hatte sich /Dat./ als Künstler, Schriftsteller einen Namen gemacht; alles, was Rang und Namen hat, ist anwesend; es müssen zahllose Autoren von Namen darben Roda Roda Cicerone 157; Da hatte ein berühmter Geschichtsphilosoph und Kulturkritiker, ein Mann von europäischem Namen, einen Vortrag in der Aula angekündigt Hesse 4,191 (Steppenw.)
4. in jmds. Namen als jmds. Vertreter, in jmds. Auftrag, in jmds. Sinn: ich gratuliere Ihnen (zugleich) im Namen meiner Frau; ich grüße Sie herzlich (auch) im Namen meiner Mutter; in seinem Namen holte ich den Brief ab; Heute abend überreiche ich dem Kommandanten … im Namen des Komitees die Fahne H. Mann 2,251; die Urteilsverkündung begann mit den Worten: Im Namen des Volkes!; im Namen der Wahrheit, Gerechtigkeit, Menschlichkeit muß ich folgendes erklären /abgeblaßt/ umg. in Gottes Namen (meinetwegen, wenn es denn sein muß) salopp derb /als Flüche/ in (drei) Teufels, des Henkers Namen

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Nebenzweck
Zitationshilfe
„Name“, in: Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache (1964–1977), kuratiert und bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wdg/Name>, abgerufen am 08.08.2020.

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